Textil-Beschäftigte im Osten müssen weniger arbeiten

Textil-Beschäftigte im Osten müssen weniger arbeiten

Die rund 16 000 Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie müssen künftig weniger arbeiten. Bis 2027 sinke die Wochenarbeitszeit in sechs Schritten von 40 auf die auch in Westdeutschland üblichen 37 Stunden, teilten die IG Metall und der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie am Dienstag mit. Darauf habe man sich in der Nacht im sächsischen Meerane verständigt.

Textilbranche

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Eine Auszubildende arbeitet an einer modernen Spinnmaschine. Foto: Wolfgang Thieme/Archivbild

Der Kompromiss sieht vor, dass die Beschäftigten ab Juni 2,6 Prozent mehr Geld erhalten, ab August 2020 weitere 1,6 Prozent und ab September 2021 zwei Prozent zusätzlich. Zudem werde das Urlaubsgeld an das westdeutsche Niveau angeglichen.
«Gemeinsam haben die Kolleginnen und Kollegen ein Stück Gerechtigkeit erkämpft und damit mehr soziale Einheit im Land durchgesetzt», betonte der IG-Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Olivier Höbel. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Jenz Otto, hob hervor, dass der Abschluss den Unternehmen langfristige Planungssicherheit gebe. Der Entgelt-Tarifvertrag gilt für drei Jahre bis Ende April 2022.
Die ostdeutsche Textilindustrie produziert von Strümpfen über Schutzkleidung und Sitzbezüge bis hin zu technischen Textilien ein breites Angebot. Die meisten Beschäftigten gibt es mit 12 000 in Sachsen, 2500 sind es Thüringen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 30. April 2019 11:20 Uhr

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