Nach Rückschlag: Das sind die Stadion-Optionen für Hertha

Nach Rückschlag: Das sind die Stadion-Optionen für Hertha

Olympiapark, der Berliner Norden - und was ist mit Brandenburg? Beim Bestreben, 2025 ein eigenes Stadion zu eröffnen, wurde Hertha BSC diese Woche schwer zurückgeworfen. Noch gibt es aber mehrere Varianten.

Pál Dárdai

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Cheftrainer Pál Dárdai von Hertha BSC lächelt vor Spielbeginn. Foto: Andreas Gora/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Hertha BSC gibt nicht auf. Trotz des harten Rückschlags im Ringen um eine Arena direkt neben dem Olympiastadion will der Fußball-Bundesligist weiter im Juli 2025 eine neue Spielstätte eröffnen. Doch wo soll diese stehen? Ein Überblick der Optionen für den Berliner Club:
DIE WUNSCHLÖSUNG: Noch will sich Hertha nicht von dem angestrebten Standort in unmittelbarer Nähe des Olympiastadions auf dem Olympiagelände verabschieden. Die Genossenschaft, der sechs Häuser mit 24 Wohnungen auf dem Areal gehören, hatte zuletzt angekündigt, mit dem Club nicht mehr über den Verkauf zu verhandeln. Die rot-rot-grünen Regierungsfraktionen im Abgeordnetenhaus erklärten das Stadionprojekt direkt für gescheitert. Der Club ist jedoch weiter an einem Dialog mit der Genossenschaft interessiert - auch wenn eine Lösung derzeit sehr unwahrscheinlich scheint. Es bleibe «der ausdrückliche Wunsch von Hertha BSC, diese Arena in Berlin zu bauen, idealerweise im Olympiapark», heißt es.
DAS OLYMPIAGELÄNDE: Sollte sich die favorisierte Lösung für den Club nicht realisieren lassen, könnte auch ein anderer Standort auf dem insgesamt mehr als 130 Hektar großen Olympia-Gelände gesucht werden. Dieser würde sich zwar ebenfalls auf denkmalgeschützten Grund befinden, wäre aber womöglich bautechnisch einfacher umzusetzen - auch weil keine Wohnhäuser betroffen wären.
BERLINER STADTGEBIET: Hertha hatte insgesamt mehr als 50 mögliche Standorte durch ein Architektur- und Planungsbüro prüfen lassen - sowohl innerhalb Berlins als auch in Brandenburg. Zahlreiche Areale fielen durch. Auf seiner Internetseite listete Hertha im November 2018 diverse andere Standorte in Berlin auf, diese sind aber der Analyse zufolge teils mit erheblichen Risiken versehen.
Auf dem Areal des heutigen Flughafens Tegel ist beispielsweise ein Forschungs- und Industriepark geplant, in Buchholz Nord am nördlichen Stadtrand befindet sich ein Betrieb mit potenziell gefährlichen Stoffen in der Nähe. Es ist zu erwarten, dass Hertha bei seiner Mitgliederversammlung am 19. Mai über den aktuellen Stand informiert - und gegebenenfalls auch die Frage eines anderen Standorts in Berlin mit den Mitgliedern erörtert.
BRANDENBURG: Ursprünglich hatte Hertha auch einen möglichen Neubau in Ludwigsfelde in Betracht gezogen. Einen Umzug nach Brandenburg lehnten allerdings die Anhänger des Clubs bereits auf einer Mitgliederversammlung Ende 2017 kategorisch ab. «Die ursprünglich reservierte Fläche im Brandenburg-Park steht nicht mehr zur Verfügung», sagte Ludwigsfeldes Stadtsprecherin nun der «Märkischen Allgemeinen Zeitung». Der Club will aber ohnehin weiterhin nicht nach Ludwigsfelde.
OLYMPIASTADION: Bis zum 30. Juni 2025 läuft noch der Mietvertrag des Clubs für seine derzeitige Spielstätte. Eine Verlängerung schließt Hertha kategorisch aus.
Die Zeit drängt aber: Im Mai 2018 war den Mitgliedern am Ende einer Präsentation «25. Juli 2025» als Zieldatum gezeigt worden - dann soll der Ball in einer neuen Arena rollen. Doch damit dieses Vorhaben umgesetzt werden kann, müsste voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Lösung gefunden werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 3. April 2019 16:30 Uhr

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