Frau im Hausflur niedergestochen

Frau im Hausflur niedergestochen

Rund sechs Monate nach einem beinahe tödlichen Messerangriff auf eine Frau in einem Mehrfamilienhaus in Berlin hat am Landgericht der Hauptstadt der Prozess gegen einen 19-Jährigen begonnen.

Polizei-Schriftzug

© dpa

Der Schriftzug «Polizei» ist vor einem Polizeirevier zu sehen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen versuchten Mord vor. Er habe die 32 Jahre alte Frau von hinten attackiert, heißt es in der am Dienstag (09. Februar 2021) zu Verhandlungsbeginn verlesenen Anklage. Der 19-Jährige habe an dem «willkürlich erkorenen» Opfer seine Aggressionen wegen familiärer und partnerschaftlicher Streitigkeiten abreagieren wollen. Die Verteidigerin kündigte an, dass sich ihr Mandant zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde.
Die Frau war laut Ermittlungen gerade aus dem Fahrstuhl getreten, als sie am Abend des 10. August 2020 im Hausflur ihres Wohnhauses in Friedrichshain angegriffen wurde. Der 19-Jährige habe die ihm unbekannte Frau zu Boden gebracht und ihr «in Tötungsabsicht mindestens drei mit Vehemenz geführte Stiche» mit einem Messer versetzt, so die Anklage. Der Frau sei es noch gelungen, die Arme vor ihren Körper zu verschränken und lauthals zu schreien.
Als ihr Ehemann, der in der Wohnung war, und Nachbarn zu Hilfe kamen, floh der Täter. Die 32-Jährige sei unter anderem an der Lunge verletzt worden, so die Anklage. «Sie musste aufgrund der Schnitt- und Stichverletzungen notoperiert und intensivmedizinisch versorgt werden.» Drei Tage nach dem Messerangriff wurde der 19-Jährige festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Zum Zeitpunkt der Tat sei er auf Ausbildungssuche gewesen, erklärte der Angeklagte. Am Rande der Verhandlung hieß es, bis zu der Tat sei der junge Mann bei Polizei und Justiz unauffällig gewesen. Vor der Messerattacke sei es zur Trennung von seiner Freundin gekommen. Der Prozess wird am 10. Februar fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 10. Februar 2021 08:33 Uhr

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