Beihilfe-Betrug durch Polizisten: Helfer schweigt

Beihilfe-Betrug durch Polizisten: Helfer schweigt

Weil er an einem Betrug mit Beihilfeleistungen vom Landesverwaltungsamt Berlin beteiligt gewesen sein soll, steht ein 61-Jähriger vor dem Landgericht. Der Physiotherapeut soll zu einer Bande um zwei frühpensionierte Polizeibeamte gehört haben. Laut Anklage wurden zwischen 2005 und 2011 durch Einreichung gefälschter Rechnungen und Unterlagen rund 250 000 Euro erschlichen. Zu Beginn des Prozesses am Freitag erklärte der Verteidiger, sein Mandant könne «nichts dazu sagen».

Landgericht Berlin

© dpa

Der Eingang des Landgerichts Berlin mit dem Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen.

Vier mutmaßliche Komplizen des Angeklagten sind bereits im März 2012 vom Landgericht zu Freiheitsstrafen zwischen eineinhalb und vier Jahren verurteilt worden. Der Hauptangeklagte, ein ehemaliges Mitglied eines Spezialeinsatzkommandos, hatte im Prozess um 140 Taten gestanden und erklärt, er habe sich «eine Einnahmequelle neben seinem Ruhestandsgeld erschlossen». Während der Betrugsserie lebte er für mehrere Jahre mit seiner Frau in Südafrika.
Jahrelang seien Beihilfezahlungen vom Verwaltungsamt erschlichen worden, so die Anklage. Zumeist wurden laut Staatsanwaltschaft manipulierte Rechnungen eines Therapiezentrums eingereicht. Der Physiotherapeut soll unrichtige Rechnungen ausgestellt haben.
Der 61-Jährige saß im ersten Prozess vor mehr als acht Jahren zunächst mit auf der Anklagebank. Sein Verfahren war aber abgetrennt worden, weil er kein Geständnis abgelegt hatte. Der Vorsitzende Richter im jetzigen Prozess sagte, im Fall eines Schuldspruch könnte eine Beihilfe zum gewerbs- und bandenmäßigen Betrug in Betracht kommen. Der Prozess wird am 18. September fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 28. August 2020 13:57 Uhr

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