Kriminalstatistik 2019 veröffentlicht: Rund 513 000 Straftaten

Kriminalstatistik 2019 veröffentlicht: Rund 513 000 Straftaten

Mehr als 513 000 Straftaten hat die Berliner Polizei im vergangenen Jahr in ihrer Kriminalstatistik erfasst.

Festnahme

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Dabei lag die Aufklärungsquote bei 44,7 Prozent, wie Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag (09. März 2020) sagten. Beide Werte weichen kaum von den Zahlen des Jahres 2018 ab. Zugenommen haben besonders Verbrechen, die mit Hilfe des Internets begangen wurden, vor allem Betrugsdelikte. Einen zum Teil deutlichen Rückgang gab es bei Diebstählen. Die Kriminalstatistik gibt nur die von der Polizei registrierten Verbrechen wieder. Es bleibt eine hohe Dunkelziffer von Taten, die nie bekannt werden.

Verbrechen: Leichte Steigerung

513 426 Taten (+0,3 Prozent) weist die Statistik auf. Weil Berlin wächst, ist die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner gesunken und lag mit 14 086 niedriger als in den vergangenen sieben Jahren. Der große Teil der Verbrechen waren Diebstähle sowie Betrugs- und Fälschungsdelikte.

Berlins Aufklärungsquote in Bundesvergleich niedrig

Mit 44,7 Prozent liegt Berlin im Vergleich der Bundesländer auf einem der hintersten Plätze. Allerdings sind die Quoten in Großstädten wegen der Anonymität immer schlechter als auf dem Land. Und Berlin sei wegen seiner Nähe zu Osteuropa, der vielen Touristen und der Größe noch einmal benachteiligt, argumentierte Slowik.

Über 200 000 Diebstähle und Einbrüche

Rund 207 000 Taten registrierte die Polizei. Darunter fielen Ladendiebstähle (34 718 Fälle), Fahrraddiebstähle (28 711 Fälle) und Taschendiebstählen (17 738 Fälle), wo es jeweils einen Rückgang der Zahlen gab. Die Einbrüche in Häuser wurden etwas weniger (1749 Fälle). Gleichzeitig wurden allerdings mehr Einbrüche in Wohnungen (6216) und Keller (16 392) angezeigt.

Anstieg an Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

In diesem Bereich, der Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe und Belästigung sowie Kinderpornografie umfasst, stieg die Zahl der erfassten Taten auf 4809 Fälle (+15 Prozent). Weil die Gesellschaft inzwischen sensibler auf derartige Übergriffe reagiert, werden auch mehr Taten angezeigt. Außerdem nahmen die Meldungen aus dem Ausland, wo über dortige Computerserver Kinderpornografie verbreitet wird, deutlich zu.
Der Bereich Cybergrooming umfasst das gezielte Ansprechen von Menschen im Internet mit dem Ziel des sexuellen Kontakts. Die Polizei erläuterte, dass Schüler in Whatsapp-Klassenchats auch pornografische und gewaltverherrlichende Darstellungen austauschen würden. Es gehe meist um Sensationslust und oft fehle das Unrechtsbewusstsein bei kinderpornografischen Darstellungen.

43 485 Fälle von Köperverletzungen

In der Mehrheit handelte es sich um einfache Körperverletzungen, knapp 11 000 Delikte waren gefährliche und schwere Körperverletzung.

Knapp 27% Anstieg bei Internetkriminalität

Ein Anstieg von knapp 27 Prozent führte zu 39 988 Fällen. Dabei wurden noch nicht die vielen Taten erfasst, bei denen die Täter im Ausland saßen. Meist ging es um Betrug etwa durch falsche Kreditkarten oder das Bestellen von Waren ohne Bezahlung. Aber auch Erpressung durch das sogenannte Hacken von privaten Daten spielte eine Rolle.

Anstieg der Rauschgiftfälle

18 950 Fälle bedeuten einen Anstieg um 9,8 Prozent. Geisel nannte das erfreulich, weil es zeige, dass die Polizei stärker kontrolliere und Drogenhändler fasse. In mehr als der Hälfte der Taten wurde Marihuana verkauft oder gekauft. Weitere verbreitete Drogen waren Ecstasy und Kokain.

Brandstiftung an Autos: Über 300 Fälle

343 Fälle von Brandstiftung an Autos wurden registriert. 2018 waren es noch 260 Fälle. Politische Extremisten waren demnach für 41 dieser Taten verantwortlich.

74% der Verdächtigen männlich

Die Polizei ermittelte 136 704 mutmaßliche Täter. Knapp 74 Prozent davon waren Männer. 40 Prozent der Verdächtigen waren Ausländer (bezogen auf Straftaten ohne die ausländerrechtlichen Verstöße), während der Anteil der Ausländer in der Gesamtbevölkerung bei 20 Prozent lag.

Politisch motivierte Taten: Delikte von religiösen Extremisten rückgängig

1932 Taten von Rechtsextremisten wurden bekannt. Vor allem waren es Propagandadelikte und Beleidigungen, aber auch 153 Gewalttaten. Linksextremisten wurden 1389 Straftaten zugerechnet. Dabei lagen die Sachbeschädigungen vorne. Es gab 257 Gewaltdelikte. Religiöse Extremisten wie Islamisten waren in der Statistik für 43 Taten verantwortlich. Das war der niedrigste Stand seit 2013. Dazu zählten 12 Terrorismusdelikte und 7 Gewalttaten.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 9. März 2020 15:47 Uhr

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