Geisel: Langer Atem im Kampf gegen Clan-Kriminalität nötig

Geisel: Langer Atem im Kampf gegen Clan-Kriminalität nötig

Für Berlins Innensenator Andreas Geisel braucht es zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität in Deutschland einen langen Atem. Es sei wie beim Marathonlaufen - «wir haben jetzt die ersten Tausend Meter geschafft», sagte der SPD-Politiker am Montag im ARD-«Morgenmagazin». Der Staat stehe den Kriminellen auf den Füßen, sagte Geisel. Zum Beispiel werde mit zahlreichen Razzien der Verfolgungsdruck erhöht.

Innensenator Andreas Geisel (SPD)

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Andreas Geisel (SPD), Senator für Inneres, spricht im Abgeordnetenhaus.

Gleichzeitig erneuerte Geisel seine Forderung nach härteren juristischen Maßnahmen: «Wenn wir nachhaltige Erfolge erzielen wollen, dann brauchen wir weitere Instrumente, auch rechtliche Instrumente, Beweislastumkehr ist ein solches Thema, was für uns wichtig ist», sagte Geisel. Eine Beweislastumkehr würde bedeuten, dass Kriminelle, «wenn sie im Strafverfahren sind, nachweisen müssen, woher sie ihr Vermögen erworben haben». Italien habe damit große Erfolge.
Zur Lage in der Hauptstadt sagte der Innensenator: «Wir haben etwa 20 einschlägige Familien, von denen sind sieben bis acht intensiv kriminell.» Das seien insgesamt mehrere Tausend Menschen. Man habe seit Anfang des Jahres über 300 Einsätze gefahren. Das gehe vom Ahnden des Parkens in der zweiten Reihe bis hin zu Razzien und Finanzermittlungen. «Also die gesamte Bandbreite des Rechtsstaates wird genutzt, weil der Rechtsstaat unter Druck ist.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 25. November 2019 10:23 Uhr

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