Verdi ruft Krankenhaus-Beschäftigte zu Warnstreiks auf

Verdi ruft Krankenhaus-Beschäftigte zu Warnstreiks auf

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte der Berliner Krankenhausunternehmen Vivantes und Charité für Donnerstag und Freitag zu jeweils ganztägigen Warnstreiks aufgerufen.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Berlin

© dpa

Ein Verdi-Plakat mit der Aufschrift „Warnstreik“ hängt vor der Charité.

«Die Beschäftigten von Charité und Vivantes sind bereit, für einen Tarifvertrag Entlastung zu kämpfen», teilte Fachbereichsleiterin Meike Jäger am 07. Juli 2021 mit. «Mit diesem Warnstreik werden sie deutlich machen, dass es ihnen sehr ernst damit ist.» Die Krankenversorgung werde durch die Aktionen kaum eingeschränkt, betonte die Gewerkschaft. Es sei nicht davon auszugehen, dass Operationen verschoben werden.

Reinigungskräfte und Techniker fordern einen Abschluss in Höhe des Öffentlichen Diensts

An den Kliniken laufen derzeit zwei Tarifauseinandersetzungen. Schon länger gibt es Verhandlungen für die Tochterunternehmen der beiden Kliniken, bei denen etwa Reinigungskräfte oder Techniker angestellt sind. Sie fordern einen Abschluss in Höhe des Öffentlichen Diensts. Hier hat es auch schon mehrere Warnstreikaktionen gegeben.

Pflegekräfte verlangen Mindestpersonalausstattung und Belastungsausgleich

Nicht zum Warnstreik aufgerufen sind Ärzte, Verwaltungsangestellte sowie Beschäftigte der Fakultät. Nach derzeitigem Stand ebenfalls nicht beteiligt seien Beschäftigte aus dem Bereich Pflege bei Vivantes, sagte ein Verdi-Sprecher am Mittwochabend. Vivantes hatte zuvor mitgeteilt, das Arbeitsgericht habe am Nachmittag den angekündigten Warnstreik ohne Notdienstvereinbarung untersagt. Diese Entscheidung des Gerichts beziehe sich nur auf den Pflegebereich, so der Verdi-Sprecher. Pflegerinnen und Pflegern gehe es um eine Mindestpersonalausstattung für ihre Bereiche und um eine Form von Belastungsausgleich, hatte Verdi mitgeteilt. In diesem Bereich habe es noch keine Verhandlungen gegeben.
Am Freitag sollen sich Hunderte Beschäftigte An der Alten Försterei zu Protestaktionen treffen, dem Stadion des Fußball-Bundesligisten Union Berlin. Der Verein hatte seine Heimstätte für die Aktion zur Verfügung gestellt. «Das ist ein tolles Zeichen der Solidarität mit den Beschäftigten der öffentlichen Krankenhäuser, die jeden Tag alles dafür geben, die Menschen in der Stadt bestmöglich zu versorgen», teilte Verdi mit. Der Sprecher sagte am Abend, es kämen auch viele Beschäftigte in ihrer Freizeit dort hin.

Arbeitgeber kritisieren Warnstreik

Die Arbeitgeberseite kritisierte die Ankündigung am Mittwoch. Für die Tochterunternehmen sei bei der Verhandlungsrunde am Dienstag ein Schlichtungsverfahren angeboten worden. «Vor diesem Hintergrund bedauern wir die Ablehnung dieses Vorgehens und kritisieren den angekündigten zweitägigen Warnstreik», teilte die Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands, Anke Stier, mit.
Dorothea Schmidt, Vivantes Geschäftsführerin für Personalmanagement, teilte am Abend mit: «Wir waren sehr überrascht, als Verdi uns gestern einen zweitägigen Warnstreik ankündigte und uns den bisher üblichen Abschluss einer Notdienstvereinbarung versagte. Dies konnten wir so nicht hinnehmen, denn das Wohl und die Sicherheit der Patient*innen und Bewohner*innen hat für uns oberste Priorität.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 8. Juli 2021 08:18 Uhr

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