Müller: Impfpause ist ein bitterer Rückschlag

Müller: Impfpause ist ein bitterer Rückschlag

Den Impfstopp für das Präparat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca hat Berlins Regierender Bürgermeister als «bitteren Rückschlag» bezeichnet.

Michael Müller

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Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin

«Da gibt es nichts rumzureden», sagte Müller, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, am Dienstag (16. März 2021) nach einer Sitzung des Berliner Senats. «Ein bisschen darf man sich als Laie auch wundern über die Prüfungen und Testverfahren der entsprechenden Wissenschaftsinstitutionen», sagte Müller. Er sei zumindest davon ausgegangen, dass sie alle Risiken und Gefahren im Blick hätten.

Auswirkungen auf die Impfkampagne

Müller räumte ein, dass die Impfpause in der Hauptstadt erhebliche Auswirkungen habe: «Berlin hat Stand heute 437 000 Impfungen gesetzt, davon waren 57 000 von Astrazeneca bei den Erstimpfungen», sagte er. «Das ist doch nicht nichts. Und wenn ich die jetzt, heute, morgen, übermorgen nicht zur Verfügung habe, entsteht hier eine Riesenlücke.» Sie lasse sich durch andere Vakzine nicht schließen, weil es dafür keine ausreichenden Mengen gebe. Müller schloss aber aus, dass Berlin sich dazu entschließen könnte, Astrazeneca derzeit weiter einzusetzen: Man könne von einem Politiker jetzt nicht erwarten zu sagen: «Setz dich über alle wissenschaftlichen Meinungen hinweg und sag' einfach «Wir machen lustig weiter».»
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Sorge um Vertrauensverlust

Müller rechnet aber nicht damit, dass das Vertrauen in den Impfstoff komplett verloren ist: «Die Gefahr, dass ich schwerst erkranken kann, die Gefahr, dass ich auf der Intensivstation lande, die Gefahr, dass ich zwangsbeatmet werden muss, die Gefahr, dass ich sterbe - das werden viele ausschließen wollen durch diese Impfung», sagte er.

Impfungen mit AstraZeneca jenseits der Impfpriorisierungen angedacht

«Insofern gehe ich davon aus, dass wenn wir das Angebot wieder machen können, viele auch darauf zurückgreifen wollen. Weil man dann deutlich schneller geimpft wird als mit den anderen Impfstoffen, und das sollten wir dann auch ermöglichen», so der Regierende Bürgermeister. «Wir haben auch darüber heute im Senat gesprochen, dass sich die Gesundheitssenatorin damit mal auseinandersetzen wird, wie wir ein gutes und unkompliziertes Angebot machen können dann für diesen Impfstoff jenseits der Priorisierung.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. März 2021 16:32 Uhr

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