«Beschämend»: Berlins Innensenator kritisiert Seehofer

«Beschämend»: Berlins Innensenator kritisiert Seehofer

Der Berliner Senat hat die Ankündigung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) kritisiert, 100 bis 150 Geflüchtete aus dem abgebrannten griechischen Lager Moria in Deutschland aufzunehmen.

Andreas Geisel

© dpa

Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.

«Mit Blick auf das Leid der Menschen in Moria sind diese Zahlen beschämend gering», sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am 11. September 2020 der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe immer gesagt: Deutschland kann mehr. Wer kann, muss helfen. Und wir können.» Es sei unabdingbar, dass Deutschland seine EU- Präsidentschaft nutze, um endlich zu einer europäischen Lösung in der Flüchtlingspolitik zu kommen. «Es liegt in unserer Verantwortung.»
Nach Angaben Seehofers sind Deutschland und neun weitere europäische Staaten zur Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen aus Moria bereit. 100 bis 150 davon werde die Bundesrepublik aufnehmen. Bei einem Großbrand in der Nacht zum Mittwoch war das Lager faktisch zerstört worden, rund 12 000 Bewohner sind obdachlos. Berlin hatte schon vor Monaten angeboten, 300 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge im Rahmen eines eigenen Landesprogramms aus überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln zu holen, und dies angesichts der neuen Lage noch einmal erneuert. Seehofer lehnt jedoch einen Alleingang Berlins ab.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. September 2020 14:19 Uhr

Weitere Meldungen