Maskenpflicht in Berlin: Senat berät am Dienstag

Maskenpflicht in Berlin: Senat berät am Dienstag

Nachdem andere Bundesländer in der Corona-Krise auf eine Maskenpflicht für den Einzelhandel und den öffentlichen Personennahverkehr setzen, wird auch in Berlin darüber diskutiert.

Michael Müller (SPD), Bürgermeister von Berlin

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Michael Müller, Bürgermeister von Berlin.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) plädiere für eine solche Regelung zumindest für Busse, S- und U-Bahn, wurde der Deutschen Presse-Agentur am Montag (20. April 2020) aus Kreisen der rot-rot-grünen Koalition bestätigt. Zuvor hatte die «Berliner Zeitung» berichtet. Schon vor einer Woche hatte Müller erklärt, er könne sich eine Maskenpflicht «für bestimmte Situationen» vorstellen.

Bedeckung von Mund und Nase kann Mitmenschen schützen

Die Grünen sehen solche Überlegungen mit Skepsis. «Wer eine Maskenpflicht fordert, muss der Bevölkerung auch Masken bereitstellen können», sagte Fraktionschefin Antje Kapek. «Das ist weiterhin nicht der Fall, und die Masken, die es gibt, müssen dem Personal im Gesundheitswesen vorbehalten sein.» Aus Kapeks Sicht ist eine dringende Empfehlung zur Bedeckung von Mund und Nase zum Schutz von Mitmenschen zielführender: «Vor allem dort, wo viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften.»

CDU und FDP befürworten eine Maskenverpflichtung

CDU-Landeschef Kai Wegner und CDU-Fraktionschef Burkard Dregger sprachen sich hingegen für eine Verpflichtung in bestimmten Bereichen aus. «Eine befristete Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Masken im Öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel sowie im Rahmen des Arbeitsschutzes wird vorübergehend Teil der neuen Normalität sein», schrieben sie in einem Strategiepapier.
Auch aus Sicht der FDP sollte Berlin dem Beispiel anderer Bundesländer folgen. «Masken schützen davor, andere anzustecken», sagte der infrastrukturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Henner Schmidt. «Zum Schutz der Passagiere sollten zudem in S- und U-Bahn-Stationen flächendeckend Spender zur Händedesinfektion installiert werden», forderte er. Auch die Auslastung der Busse und Züge müsse besser gesteuert werden. «So könnten Infektionen vermindert und den Menschen die Angst vor Ansteckungsgefahren im ÖPNV genommen werden.»

Beratung zur Maskenpflicht in Berlin am Dienstag

Bei der Bund-Länder-Schaltkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war am vergangenen Mittwoch eine «dringende Empfehlung» beschlossen worden, eine Maske - genauer gesagt einen einfachen Mund-Nasen-Schutz - in Geschäften oder Verkehrsmitteln zu tragen. Der Berliner Senat hatte sich dieser Empfehlung einen Tag später angeschlossen. Inzwischen haben Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eine Maskenpflicht beschlossen, außerdem diverse Kommunen. Der Senat in Berlin berät am Dienstag, den 21. April 2020 erneut über das Thema.

Gewöhnlicher Nasem-Mund-Schutz schützt nicht den Träger

Ein Nasen-Mund-Schutz kann nach Auskunft von Virologen verhindern, dass der Träger das Coronavirus auf andere überträgt. Nicht zu verwechseln ist ein solcher Schutz mit medizinischen Masken, mit der sich auch der Träger vor Ansteckung schützen kann.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 20. April 2020 20:46 Uhr

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