Schabowskis Ehefrau empört: Zettel gestohlen und kaltblütig verkauft

Schabowskis Ehefrau empört: Zettel gestohlen und kaltblütig verkauft

Nach dem überraschend aufgetauchten historischen Sprechzettel von Ex-SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski hat sich dessen Ehefrau fassungslos gezeigt. «Das ist der kaltblütige Verkauf einer gestohlenen Sache», sagte Irina Schabowski der Deutschen Presse-Agentur. Die Stiftung Haus der Geschichte in Bonn hat das Blatt für 25 000 Euro nach eigener Darstellung von Bekannten Schabowskis gekauft. Das Dokument der Zeitgeschichte enthält dessen Notizen zu der Pressekonferenz in Ost-Berlin am 9. November 1989, die den Mauerfall auslöste.

Blick auf den Zettel von Günter Schabowski

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Blick auf den Zettel von Günter Schabowski. Foto: Oliver Berg/Archiv

Schabowski hatte eine neue DDR-Reiseverordnung vorgestellt, nach der künftig Reisen in den Westen erlaubt werden sollten. Auf Nachfrage stammelte Schabowski vor laufenden Kameras: «Das tritt nach meiner Kenntnis... ist das sofort... unverzüglich». Die Nachricht machte rasend schnell die Runde, noch in der Nacht strömten die Massen über die innerdeutsche Grenze.
«Das ist eine Krimigeschichte mit dem Zettel», sagte Frau Schabowski. Die Familie habe Anfang der 90er Jahre ein paar Dokumente, darunter den Zettel, auf Drängen an Bekannte gegeben, die sich das näher ansehen wollten. Sie hätten trotz wiederholter Bitten aber nichts zurückbekommen. «Wir haben nichts verschenkt.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 17. April 2015 11:44 Uhr

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