Marzahn-Hellersdorf - Kurzporträt

Geografische Lage, Fläche, Einwohner

Marzahn-Hellersdorf ist mit ungefähr 262.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ein Bezirk, der durch stetigen Wandel charakterisiert ist. Demografische Wellen der Altersstruktur werden den Bezirk noch lange von den historisch gewachsenen Bezirken unterscheiden.
Am nordöstlichen Stadtrand gelegen, umfasst der Bezirk mit den fünf „Dörfern“ Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Marzahn und Mahlsdorf 6.185 Hektar. Er grenzt im Norden und im Osten an Brandenburg, südlich an den Bezirk Treptow-Köpenick und westlich an den Bezirk Lichtenberg.
Der Bezirk wurde im Jahr 2009 für sein Engagement gegen Rechtsextremismus und
Fremdenfeindlichkeit als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet.

Historische Entwicklung

Gegründet wurde der Bezirk Marzahn am 5. Januar 1979. Aus der Teilung des Bezirkes ging am 1. Juni 1986 der Bezirk Hellersdorf hervor. Der seit dem 1. Januar 2001 wieder fusionierte Großbezirk umfasst nicht nur das Großsiedlungsgebiet mit seinen ca. 100.000 Wohnungen, in denen zwei Drittel der Bevölkerung leben, sondern auch die Kleinsiedlungen Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf, die sich auf zwei Dritteln der Bezirksfläche erstrecken.
Die fünf Dörfer Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn blicken auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Schon germanische und slawische Stämme siedelten in der Nähe der Wuhle. Sie entstanden um die Mitte des 13. Jahrhunderts, als deutsche Siedler in der Nähe des Wuhlelaufes die Wälder rodeten und Landwirtschaft betrieben. Erstmals urkundlich erwähnt wurden sie zwischen 1300 und 1375. Im Jahre 1920 wurden die bis dahin zum Kreis Niederbarnim gehörenden Dörfer nach Berlin eingemeindet.

Wirtschaftsstruktur, Infrastruktur

Der Bezirk ist ein innovativer Industrie- und Gesundheitsstandort. Er knüpft bei seiner Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsentwicklung an vorhandene Stärken und Strukturen an. Dies sind zum einen die Tradition als Gewerbe- und Industriestandort, den Dienstleistungsund Tourismussektor und zum anderen die Konzentration von Unternehmen aus dem Gesundheitswesen.
Mit seinen sehr gut erschlossenen Industrie- und Gewerbeparks, der funktionierenden Infrastruktur und dem nahezu lückenlosen Nahverkehrsnetz, dem schnellen Zugang zur Autobahn und ausgebautem Güter- und Personenverkehr, ist der Bezirk eine gute Adresse für Unternehmen. Darüber hinaus ermöglicht er den Unternehmen einen direkten Zugang zu den Hochschulen vor Ort. Durch die enge Zusammenarbeit mit den regionalen
Wirtschaftsvereinen und –verbänden entstehen Netzwerke, durch die wiederum die Stärken des Bezirkes besser zum Tragen kommen.
Am südwestlichen Rand teilt sich Marzahn-Hellersdorf mit Lichtenberg das Gewerbeareal berlin eastside. Es ist das größte zusammenhängende Gewerbegebiet Berlins mit ca. 1.200 Hektar Gewerbefläche, 16 etablierten Gewerbeparks und rund 2.500 Unternehmen zusammengeschlossen.
Einer der Schwerpunkte des Bezirkes in den kommenden Jahren ist die Errichtung des „CleanTech Business Parks Berlin – Marzahn“, als Berlins größtes Industriegebiet (GI).

Mit den „Gärten der Welt“ ist in den letzten Jahren eines der touristischen Highlights Berlins entstanden, dass inzwischen über 800.000 Besucher pro Jahr anzieht. 2017 wird das Areal mit seinen Erweiterungsflächen Austragungsort der Internationalen Gartenausstellung (IGA) sein, mit erwarteten rund 2,4 Mio. Besuchern.
Stark wachsend im Bezirk ist auch die Gesundheitswirtschaft, an der Spitze mit dem größten Arbeitgeber des Bezirks, dem Unfallkrankenhaus Berlin (ukb). Viele kleine und mittlere Unternehmen haben sich in dieser Branche im Bezirk entwickelt.

Neben den verschiedenen Ortsteilzentren wie der „Helle Mitte“ mit ihren kleinen und großen Geschäften, einem Multiplexkino und Gesundheitseinrichtungen, das Spree-Center, dem ehemaligen Entwicklungsgebiet Biesdorf Süd, das weiterhin ein stark wachsendes Einfamilienhausgebiet darstellt, entstand auch das „EASTGATE Berlin“, eines der größten Einkaufscenter östlich des Brandenburger Tors, welches sich zusammen mit dem Kernbereich am S-Bahnhof Marzahn zum Handelsschwerpunkt entwickelt hat. Hervorzuheben ist auch die soziale Infrastruktur. Zur Familienfreundlichkeit tragen preiswerte
Wohnungen in allen Größen und ein dichtes Netz von Kitas, Schulen, Einkaufs- und Erholungsmöglichkeiten bei.

Wohnstruktur

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist sehr unterschiedlich geprägt. Auf der einen Seite eines der größten zusammenhängenden Siedlungs-/ Einfamilienhausgebiete und auf der anderen Seite eine moderne Großsiedlung. Im Bezirk gibt es rund 132.750 Wohnungen.

Stadtentwicklung

In den letzten beiden Jahren wurde mit Hilfe des Stadtumbauprogramms Ost verstärkt in die Aufwertung der sozialen Infrastruktur investiert. Viele Projekte wurden gemeinsam mit den Wohnungsunternehmen, dem Land Berlin und dem Bezirksamt unter Einbeziehung der Bewohnerinnen und Bewohner vorbereitet und umgesetzt. Schwerpunkt bildete dabei die moderne Gestaltung der Schulen und Freizeiteinrichtungen, wobei die Wünsche und Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger aus dem Bürgerhaushalt in die Projekte einflossen. So konnte in den letzten Jahren eine erhebliche Verbesserung der Wohnqualität
erreicht werden.
Der Bezirk ist Mitglied des „Gesunden Städtenetzwerkes“, erhielt 1996 die Anerkennung als „Zukunftsbeständige Stadt“ und präsentierte auf der EXPO 2000 das „Hellersdorf-Projekt“ – die Strategie zur nachhaltigen Weiterentwicklung eines Stadtteiles in industrieller Bauweise. Für sein Nutzungskonzept zum „Stadtumbau Ost“ im Bundeswettbewerb erhielt er einen
ersten Preis.
Großen Wert legt der Bezirk auf die Erhaltung und Pflege der Grünanlagen und hat in seinem Leitbild die Aufgabenstellung „Grüne Stadt ein Leben lang“ fest verankert. Während in Berlin insgesamt der Anteil der Grünflächen an der Stadtfläche bei 14,4 Prozent liegt, bietet Marzahn-Hellersdorf mit rund 18 Prozent der Bezirksfläche – von der Parkanlage bis zum Schulhof – eine deutlich bessere Wohnqualität, und hier sind die vielen privaten Grünflächen nicht einmal mit eingerechnet. Rund 22 Quadratmeter Grün- und Parkanlagen
stehen pro Einwohner_innen zur Verfügung. Davon liegt ein großer Teil in den
Landschaftsräumen Wuhletal, Seelgraben, Hönower Weiherkette oder Kaulsdorfer Seen und bietet damit mitten in der Großstadt Naturraumqualitäten, die zu weitläufigen Spaziergängen und zum freien Spiel in der Natur einladen.

Gesundheit

Auch als Gesundheitsstandort profiliert sich Marzahn-Hellersdorf. Mit dem
berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Berlin und der Augenklinik Marzahn verfügt der Bezirk über zwei Gesundheitseinrichtungen, deren Versorgungsradius weit über die Grenzen der Region hinaus reicht. Das Vivantes-Klinikum Hellersdorf wird erweitert und erhält zum Ende des Jahres 2015 einen Neubau, der die psychiatrische Versorgung an einem Standort mit der somatischen Versorgung verbinden wird. In der Geburtsklinik des
Vivantes-Klinikums erblicken jährlich mehr als 1.000 Kinder das Licht der Welt.
Eine umfassende Versorgung bieten zum Beispiel das Ärztehaus in der Hellen Mitte und das Gesundheitszentrum am ukb an. Am Elsterwerdaer Platz hat sich ein Präventions- und Facharztzentrum etabliert. Es beherbergt u. a. verschiedene Schwerpunktzentren, u. a. das größte Zahnprophylaxezentrum Berlins. Darüber hinaus sichern Gesundheitszentren in den Stadtteilen eine wohnortnahe ambulante Versorgung.
Anfang Dezember 2014 zog das Gesundheitsamt vom Standort Etkar-André-Straße 8 in moderne Räume in der Janusz-Korczak-Straße 32, 12627 Berlin, um. Damit sind alle Dienste des Gesundheitsamtes an einem Standort zu finden.

Jugend und Familie

Die Einwohnerzahl im Bezirk steigt seit mehreren Jahren deutlich an. Insbesondere junge Familien mit Kindern ziehen in den Bezirk. Der Zuzug erfolgt einerseits in große, bezahlbare und gut ausgestattete Wohnungen in den Großsiedlungen, wo wohnortnahe Kitas, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten ebenso wie Jugendclubs und Spielplätze ein besseres Wohnumfeld bieten. Hier spielt auch das Angebot der Wohnungsunternehmen und deren Engagement für junge Familien eine große Rolle. Projekte wie der Wohnführerschein, die
Unterstützung für Alleinerziehende wie beim Projekt JULE und eigene Kitaangebote tragen dazu bei, dass Familienfreundlichkeit gelebt wird.

Parallel zu diesem Trend ist für viele junge Familien ein Zuzug in die neuen
Reihenhausareale im Siedlungsgebiet attraktiv. Sie können hier relativ preiswert und citynah Eigentum erwerben und profitieren, ebenso wie in der Großsiedlung, von einer gewachsenen, ruhigen und sicheren Wohnortlage. Infolgedessen steigt die Anzahl der Kinder von 0 bis 6 Jahren seit Jahren kontinuierlich an. Mit Blick auf diese Entwicklung steht der Bezirk, was die Bereitstellung von Kitaplätzen und sozialer Infrastruktur betrifft, vor einer
großen Herausforderung und ist im engen Gespräch mit den Freien Trägern, um vorhandene Kita-Kapazitäten auszubauen und in Wohnlagen mit besonderem Bedarf Projekte und Neubauten zu unterstützen.

Im Focus stehen aber auch soziale Problemkieze wie Marzahn-Nord, Hellersdorf Nord und Hellersdorf Ost – sie werden weiter gestärkt – unterstützt werden vor allem die Alleinerziehenden und Großfamilien. Auch der starke Zuzug von Familien mit Migrationshintergrund schlägt sich nieder in den Zahlen. In Schwerpunktarealen, wie beispielweise rund um die Marzahner Promenade, haben inzwischen über 40 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund – eine Herausforderung für die interkulturelle Akzeptanz und das Miteinander zwischen Alt und Jung.

Bildung

Der Bezirk ist ein attraktiver Bildungsstandort. Seine Schulen genießen hohes Ansehen, so dass seit einigen Jahren zunehmend Menschen auch wegen des Schulangebots in den Bezirk ziehen. Im Bezirk finden die Eltern und ihre Kinder ein Bildungsangebot, das für alle Interessenslagen eine passende Schulform bereit hält.
Die Bildung beginnt mit einem „Masterplan Kita“ zur Verbesserung der Schulfähigkeit, wird fortgesetzt mit einer hochwertigen Schulstruktur und der Förderung des Übergangs von der Schule in den Beruf und mündet in ein lebenslanges Lernen, getragen und gefördert von der Volkshochschule, Freien Trägern u. a. auch der Ausbau des Bildungsclusters Gesundheitsfortbildung, die Zusammenarbeit mit der ansässigen Hochschule gehören dazu.
Mit dem staatlichen Victor-Klemperer-Kolleg besitzt der Bezirk eines der fünf Berliner Kollegs, an denen Erwachsene BAföG-gefördert das Abitur erwerben können. Mit dem „Masterplan Arbeit und Ausbildung für Alle Jugendlichen in Marzahn-Hellersdorf bis 2016“, der Anfang 2012 auf den Weg gebracht wurde, will das Bezirksamt erreichen, dass bis 2016 sowohl die gegenwärtig arbeitsuchenden Jugendlichen, als auch künftige Schulabgänger Arbeit und Ausbildung finden. Für diese große Herausforderung, die im Zusammenwirken aller Akteure umgesetzt wird, haben sich die Rahmenbedingungen in den
letzten Jahren erheblich verbessert. Verließen im Jahr 2004 noch 4.800 Schüler_innen die Schulen im Bezirk, so waren es im vergangenen Jahr 1.700. Die Schulabgänger werden zunehmend ein knappes Gut, um das sich die Unternehmen verstärkt bemühen.
Bündnispartner sind das Jobcenter Marzahn-Hellersdorf, die Agentur für Arbeit Berlin Mitte, die Senatsverwaltung für Bildung, die Senatsverwaltung für Arbeit, die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, die Servicegesellschaft gsub und weitere Partner. In dem Anfang 2013 im Bezirksamt eröffneten „MatchPoint“, der als Schnittstelle und Dienstleister zwischen den 10 Sekundarschulen und der Wirtschaft fungiert, beraten bereits jeweils ein Mitarbeiter_in aus dem Bezirksamt, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter sowohl die Unternehmen, die Azubis suchen, als auch Schulen bzw. Schüler_innen die Lehrstellen und Praktika suchen und sich rundum informieren wollen. Seit dieser Zeit konnte
die Jugendarbeitslosigkeit um über 30 Prozent verringert werden.

Das bundesweit erste Kinderforscherzentrum – eine naturwissenschaftliche Lernwerkstatt – bietet auf rund 200 Quadratmetern Kindern aus Grundschulen und Kindertagesstätten die Möglichkeit, Entdeckungen und Erfahrungen bei der Erkundung von naturwissenschaftlichen Phänomenen zu machen. Es soll einen Ergänzungsbau für die Oberschülerinnen und –schüler erhalten. Die Einrichtung wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Besondere aktuelle kommunal- und regionalpolitische Themen

Marzahn-Hellersdorf entwickelt als jüngster Berliner Bezirk eine besondere Dynamik. Vor zwei bis drei Jahrzehnten zogen nach Marzahn und vor zwei Jahrzehnten nach Hellersdorf vorwiegend junge Familien mit kleinen Kindern in die 100.000 Neubauwohnungen. Die Bevölkerung expandierte in kurzer Zeit. In den Jahren um die Jahrtausendwende ging die Einwohnerzahl in der Großsiedlung zurück und nahm im Kleinsiedlungsgebiet rasch zu. So ein dramatischer Wandel in der Bevölkerungsentwicklung hat in keiner anderen Region Deutschlands jemals stattgefunden. Seit vier Jahren nimmt die Einwohnerzahl in fast allen Stadtteilen des Bezirkes wieder zu.

Nach einer Phase dramatisch sinkender Schülerzahlen von rund 60.000 Kindern im Jahr 1995 auf rund 20.000 Kinder im Jahr 2007 steigt die Schülerzahl nunmehr im sechsten Jahr wieder an. Steigende Geburtenzahlen und Zuzüge führen dazu, dass der Bezirk eine Schülerzahlprognose von plus 30 Prozent bis 2017/18 hat. Damit liegt er nach dem Bezirk Pankow auf dem zweiten Platz der Bezirke mit einem hohen Schülerzahlwachstum.
Nachdem im laufenden Schuljahr mehr Kinder als erwartet in die Grundschulen
aufgenommen wurden, kann davon ausgegangen werden, dass die Schülerzahlen sogar noch ausgeprägter und noch deutlicher als bislang prognostiziert steigen werden.

War der Bezirk zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung altersmäßig der jüngste Bezirk und die Kinderstube der Hauptstadt, ist inzwischen trotz der wieder steigenden Kinderzahlen laut Prognose absehbar, dass der Anteil der älteren Bevölkerung in Marzahn-Hellersdorf bis zum Jahre 2030 um 190 Prozent steigen wird. Das heißt, gemeinsam mit Steglitz-Zehlendorf hat der Bezirk dann den höchsten Rentneranteil (29 Prozent).

Das Durchschnittsalter beträgt 43,3 Jahre und liegt damit leicht über dem Durchschnitt der Hauptstadt. Die Zahl der Kinder unter 6 Jahren steigt seit 2000 wieder kontinuierlich an. Die ältere Bevölkerung ab 65 Jahren nimmt ebenfalls stark zu. 13 Prozent der Einwohner_innen haben einen Migrationshintergrund. Bei der Mehrheit der Migrant_innen handelt es sich um Spätaussiedler_innen und ihre Familien. Der Ausländeranteil beträgt lediglich 5,2 Prozent und ist damit der zweitniedrigste in Berlin. Mehr als jeder Vierte unter 18 Jahren hat einen Migrationshintergrund. Die Haushaltsgröße beträgt 1,81 Personen, was den zweiten Rang aller Bezirke (nach Reinickendorf) bedeutet.

Sehenswürdigkeiten

Die „Gärten der Welt“ im Erholungspark Marzahn: Am 9. Mai 1987 öffnete die „Berliner Gartenschau“ zur 750-Jahrfeier Berlins ihre Tore. Der 21 Hektar große Park lädt mit seinen ausgedehnten Spiel- und Liegewiesen, vielfältigen Gartenthemen, Spielplätzen und nicht zuletzt mit den „Gärten der Welt“ zum Verweilen ein. Im repräsentativen Eingangsgebäude des Parks hat auch das Tourismusbüro des Bezirkes seinen Platz gefunden. 2012 fasste der Senat den Beschluss, dass die Internationale Gartenschau (IGA) 2017 auf
dem Areal der „Gärten der Welt“, einem angrenzenden 14 Hektar großen Gelände und dem 104 Meter hohen Kienberg statt finden soll.

Dem Park wurde erstmalig im Mai 2010 und 2012 die „Grüne Fahne“ verliehen. Der „Green Flag Award“ ist ein Preis, der in Großbritannien landesweit aller zwei Jahre für Parkanlagen vergeben wird, die sich der Öffentlichkeit offen, besucherfreundlich und sauber präsentieren.
Die „Gärten der Welt“ und der Schlosspark Biesdorf erhielten diesen hochkarätigen Preis als erste Parkanlagen Deutschlands.

Gründerzeitmuseum: Charlotte von Mahlsdorf eröffnete 1960 in dem von ihr geretteten Gutshaus eine private Sammlung von gründerzeitlichen Möbeln und mechanischen Musikinstrumenten aus der Zeit der Jahrhundertwende. Das Museum am Hultschiner Damm 333, wird vom Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. betreut. Beeindruckend ist neben dem „Musikmaschinenzimmer“ besonders der vollständig erhaltene Tresen der legendären Kneipe „Mulackritze“ aus dem Zille-Milieu. Im Haus und Garten wird ein vielseitiges anspruchsvolles Kulturprogramm angeboten. Wer möchte, kann sich im Gutshaus trauen
lassen oder mit Familie und Freunden feiern.

Historische Ensembles

Das Angerdorf Alt-Marzahn mit Bockwindmühle ist inmitten von Hochhäusern noch in seiner originalen Struktur erhalten und stellt eine Besonderheit in der Berliner Stadtlandschaft dar. Zum geschichtsträchtigen Ensemble gehören außerdem die Stülerkirche, die alte Dorfschule – als Domizil des Bezirksmuseums, der Tierhof und das Kulturgut. In der Bockwindmühle von Alt-Marzahn mahlt ein richtiger Müller, Jürgen Wolf, Mehl für die Besucher_innen. Die Mühle ist inzwischen nicht nur zu einem Besuchermagneten vor allem für Kinder geworden, wer möchte, kann dort auch heiraten.
Der Tierhof mit seinem bäuerlichen Maschinenpark und Getreidelehrgarten ist nicht nur seit zwei Jahrzehnten ein anerkannter Zuchtbetrieb, der innerhalb des ökologischen Jahres junge Leute zu Tierpflegerinnen und Tierpflegern ausbildet und Workcamps organisiert, hier gibt es auch für Kinder und Schulklassen immer etwas zu entdecken. Sie können im Dorf den Weg des Korns vom Feld zur Mühle bis zum fertigen Brot verfolgen. Als Kulturort für die Geschichtskultur haben sich das Bezirksmuseum Haus 1 ( in der Dorfschule ) und das neue
Haus 2 ( in der früheren Bibliothek ) entwickelt. Hier können nicht nur Einheimische und Schulklassen, sondern auch viele Gäste des Bezirks erleben, wo und wann die Entwicklung in Marzahn-Hellersdorf begonnen hat und welche wechselhaften historischen Etappen die heutige Verfasstheit von Stadtraum und Kultur bedingt haben.

Das Angerdorf Kaulsdorf besteht aus einem gut erhaltenen Dorfkern mit Dorfkirche und den Anger begrenzenden Vierseithöfen. In der Dorfkirche kann ein kleines Turmmuseum mit Ausstellungen zur Kirchen-, Lokal- und Regionalgeschichte besichtigt werden. Das historische Gut Kaulsdorf ist Sitz der Spirituosen produzierenden Schilkin GmbH & Co. KG Berlin. Franz Carl Achard führte hier von 1782 bis 1785 die ersten Versuche zur Rübenzuckergewinnung durch.

Das Ensemble Schloss Biesdorf – die Siemens Villa, die wiederholt ausgezeichnete Parkanlage und die Parkbühne – gehört zu den schönsten Grünanlagen des Bezirkes. Ziel von Aktivitäten aus Vereinen, Bürgerschaft und Bezirk ist es, den Wiederaufbau des denkmalgeschützten Schlosses in seiner historischen Gestalt umzusetzen und das Gesamtensemble wieder zu einem Kultur-, Kunst- und Gartenerlebnis für Alt und Jung zu machen. Während für die nächsten Jahre seit September 2013 das Baugeschehen prägend sein wird, soll ab Ende 2015 ein für die Bürgerinnen und Bürger offenes Kulturhaus entstehen, darin enthaltend Veranstaltungsräume für Kunst, Literatur und Musik.
Mittelpunkt der vielfältigen Nutzung wird die Bildergalerie sein, die neben Bildwerken aus dem Archiv Beeskow aktuelle künstlerische Arbeiten präsentieren wird.
Die Parkbühne zieht im Sommer mit ihrem attraktiven Konzert- und Kino-Programm viele Besucherinnen und Besucher weit über die Bezirksgrenzen an. Die Entscheidung, dass das Ensemble im IGA – Jahr 2017 auch der wichtigste dezentrale Ort der Gartenschau sein wird, ist Ausdruck der Wertschätzung und Herausforderung zugleich.

MUSIKFABRIK ORWOhaus e.V.: In der „lautesten Platte“ proben in über 100 Proberäumen ca. 700 Musikerinnen und Musiker. Das Projekt wurde innerhalb des Bundeswettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ als „Ort der Ideen“ ausgezeichnet. Das ehemalige Industriegebäude an der Frank-Zappa-Str. 19.– 20, zieht die Kunst- und Musikszene an und bietet auf ca. 2.500 Quadratmetern Proberäume, die rund um die Uhr bespielbar sind, Tonstudios, musiknahe Dienstleistungen, gemeinsame Aktivitäten, wie Konzerte und Veranstaltungen und vieles mehr. Für den Schwerpunkt Rockfestivals bildet das ORWOHAUS inzwischen eine Organisationsstruktur, die mit Vereinen und Aktiven aus ganz
Europa drei große Rockfestivals organisiert: das Rockfestival im ORWO-Haus selbst, „Resist to Exist“ und das beliebte Rockspektakel im „Ensemble Schloss Biesdorf“ im Sommer – „Rock im Grünen – RiG“.

Alte Börse Marzahn GmbH, Beilsteiner Str. 51-85: Das Gelände der Alten Börse Marzahn mit seinen vielen Backsteinbauten, weiten Freiflächen und alten Bäumen hat sich in kurzer Zeit zu einem Ort entwickelt, an dem Kunst, Handwerk und Kultur erlebbar wird – ein Ort, der inspiriert. Für Durstige gibt‘s die eigene Hausbrauerei, die das “Marzahner” ausschenkt. Hier finden Events, Vernissagen, Seminare, Klausurtagungen, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Konzerte, Konferenzen, Workshops oder Lesungen statt. Museumswohnung: In der Hellersdorfer Str. 179 hat die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land eine 3-Raum-Wohnung, 1986 fertig gestellt von VEB Wohnungsbaukombinat Cottbus, bis auf wenige Details in ihrem Urzustand erhalten.

Galerie M: Die Galerie hat sich mit ihren Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst sowie mit Veranstaltungen und Workshops einen Namen gemacht. Rings um den neuen Standort in der Marzahner Promenade 46 ist nicht nur eine Vielfalt von Ateliers entstanden, sondern auch ein Netzwerk von jungen Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit dem Thema Stadtraum befassen und damit weit über die Grenzen des Bezirks bekanntgeworden sind. Hierzu gehört auch eine Reihe von Projekten im Rahmen der Temporären Kunstprojekte, die
rund um die Helle Mitte ebenso wie in der Kunstpromenade für Aufsehen sorgen. Als Anerkennung der Rolle, die dieser Prozess auch für die Kulturmetropole spielt, war die Galerie M im Jahr 2013 erstmals Teil der internationalen “berlin art week”.

Indoor-Klettergarten: Der größte Indoor–Klettergarten Europas erwartet in den ehemaligen Sälen des Multiplex – Kinos in der „Hellen Mitte“ unternehmungslustige Besucherinnen und Besucher.

Weitere Informationen finden Sie unter www.marzahn-hellersdorf.de
bzw. unter Tel. (030) 90293 2003