Geschichte des Dorfes Mahlsdorf

Mahlsdorf Süd, Alt-Mahlsdorf

1345
Mahlsdorf wird als Malterstorp in einem Lehnsbrief des Markgrafen Ludwig d.Ä. erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf wird durch den Ritter Thyle Ryteling an den Ritter Otto Kethelitz verkauft.

1375
Laut dem Landbuch Kaiser Karls IV. ist Mahlsdorf im Besitz von Otto und Rüdiger von Falkenberg. Es bilden sich in der Folge zwei Güter heraus, die um 1574 vereinigt werden.

1539
In Mahlsdorf gibt es bereits eine Mühle und eine Schmiede.

1583
Der brandenburgische Kanzler Lampert Distelmeyer erwirbt Mahlsdorf von der Familie von Grieben. Es wechselt in der Folge mehrfach den Besitzer.

1652
Der Landreiterbericht widerspiegelt den Zustand des Dorfes nach dem Dreißigjährigen Krieg. Es gibt nur noch drei Bauern und drei Kossäten.
Eine Folge des Krieges ist, dass Mahlsdorf bis 1907 keine eigenständige Pfarrgemeinde mehr, sondern Tochterkirche von Biesdorf ist.

1676
Der Kurfürst erwirbt Mahlsdorf. Das Dorf wird dem kurfürstlichen Amt Köpenick unterstellt und verbleibt bis 1872 im Besitz des Kurfürsten bzw. Königs.

um 1780
Das heute noch existierende spätbarocke Gutshaus wird errichtet.

1811
Die zum Rittergut gehörenden Dienste werden abgelöst. Weitere Dienstablösungen folgen bis 1846. Die Separation, eine Art Flurbereinigung, dauert von 1816 bis 1849.

1821
Das seit 1676 dem Kurfürsten gehörende Amtsvorwerk wird an den Kaufmann und Fabrikanten Kaapke veräußert und wechselt in der Folge mehrfach den Besitzer.

1874
Die Gemeinde Mahlsdorf kommt zum neu gebildeten Amtsbezirk Biesdorf. Das Gut bleibt bis 1912 rechtlich selbstständig. Bis 1920 gehören Dorfgemeinde und Gut zum Kreis Niederbarnim.

1880
Hermann Schrobsdorff erwirbt das Rittergut. Er lässt den Gutsgarten in einen Park umgestalten.

1895
Mahlsdorf erhält einen Haltepunkt an der Königlichen Ostbahn. Es beginnt eine rege Siedlungstätigkeit.

ab 1905
Mahlsdorf erhält Wasser- und Gasanschluss. 1911 kommt die Stromversorgung hinzu.

1911
Die Mitte des 18. Jh. gegründete Einwandererkolonie Kiekemal, bisher zu Dahlwitz gehörig, wird Mahlsdorf angeschlossen.

1919
Die Stadt Lichtenberg kauft das Rittergut von den Schrobsdorffschen Erben und stellt es teilweise als Siedlungsland für Lichtenberger Bürger, vor allem Kriegsversehrte, zur Verfügung.

1920
Mahlsdorf wird nach Berlin eingemeindet und Teil des Bezirkes Lichtenberg.

1945
Am 22. April erreicht die Rote Armee Mahlsdorf.

1960
Die LPG “Berliner Osten” wird gegründet. Außerdem gibt es die Gärtnerischen Produktionsgenossenschaften “Hermann Schlimme” und “Frohe Fahrt”.

Die Gründerzeitsammlung in dem von Charlotte von Mahlsdorf vor dem Abriss bewahrten Gutshaus wird eröffnet.

1977
Im ehemaligen Kino “Lichtburg” beginnt die Fertigung des “Sandmännchens” des DDR-Fernsehens.

1979
Mahlsdorf wird Teil des neuen Stadtbezirkes Berlin-Marzahn.

1986
Mahlsdorf wird Teil des neuen Stadtbezirkes Berlin-Hellersdorf.

2001
Mahlsdorf wird Teil des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf.