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(Inter-)Nationaler Wissensaustausch

Wissenstransfer
Bild: Cordula Kaatz

Die letzte Woche war geprägt von überregionalen und internationalen Austauschrunden.

Einerseits durch eine wissenschaftliche Debatte mit Migrations- und Integrationsforscher*innen an der Universität in Wageningen, Niederlande. Diskutiert wurde dort die unterschiedliche Verwendung von Terminologien im Migrations- und Integrationskontext am Beispiel des im Allgemeinen negativ besetzten Begriffes Migrant für Einwanderer aus Ländern des globalen Südens, in Abgrenzung zur Expat-Bezeichnung für jene aus dem globalen Norden. Das dezidierte Hervorheben von Sprache als Integrationsinstrument hat mich meine eigene Verwendung von Begrifflichkeiten im täglichen Sprachgebrauch überdenken lassen.

Andererseits nahm ich an einem zweitätigen Workshop mit Vertreter*innen unterschiedlichster, europaweiter Administrationen in Amsterdam zu der weiteren praktischen Zusammenarbeit des Verbundes Eurocities (zu denen auch Berlin gehört) teil. Dort wurden aktuelle Kooperations-Projekte zwischen Partnerstädten vorgestellt, neue Ideen der Zusammenarbeit zusammengetragen und sich zum Themenfeld der sich „illegal“ im Land aufhaltenden sogenannten „undocumented migrants“ ausgetauscht. In diesem Zusammenhang schlägt u.a. die Stadtverwaltung Barcelonas einen alternativen Umgang mit den Undokumentierten ein, indem sie einen Prozess der teilweisen Legalisierung begonnen hat. Unter der durch die bisherigen Erfahrungen bestätigten Annahme, dass die Undokumentierten auf lange Sicht sowieso in der Stadt bleiben werden, soll ihnen so der Zugang zu legaler Arbeit, legalen Wohnungen und (u.a. präventiver und dadurch kostengünstigerer) Gesundheitsversorgung gewährt werden. Perspektivisch soll dadurch der integrative Prozess unterstützt werden und die neuen Bewohner*innen prinzipiell als potentieller positiver Wirtschaftsfaktor anstelle einer Belastung angesehen werden.

Unabhängig von der Frage, ob die vorgestellten Projekte und Ideen auch in Berlin einen positiven Impact hätten, war es bereichernd, sich mit den Kolleg*innen anderer europäischer Städte sowie den Wissenschaftler*innen der Migrations- und Integrationsforschung auszutauschen.