Eigentümerstruktur in Berlin (Stand 2025)

Wohnbebauung im Märkischen Viertel, 2016

Vor dem Hintergrund der Intransparenz der Eigentümerlandschaft auf dem Berliner Wohnungsmarkt wurde in SenSBW in 2021 eine Untersuchung des Berliner Liegenschaftskatasters angeregt. Verlässliche Aussagen zur Eigentümerschaft können bisher nur zum Anteil der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft und der Genossenschaften getroffen werden. Es wird ein allgemeines Interesse gesehen, aus einem Blickwinkel der Wohnungsmarktbeobachtung heraus, dieses Feld aufzuhellen und herauszufinden, wie hoch u.a. der Anteil von natürlichen Personen, Personengesellschaften, institutionellen Anlegern bzw. ausländischen EigentümerInnen ist. Je nach räumlicher Betrachtungstiefe (Bezirk, Gesamtstadt, LOR) ließen sich daraus auch wohnungspolitische Strategien für Teilbereiche unserer Stadt ableiten. Auch wären mit Blick auf ein mögliches Aufwertungspotential wichtige Erkenntnisse in Vorbereitung von sozialen oder städtebaulichen Erhaltungsverordnungen zu erwarten.

Erstmalig wurde die Analyse 2021 durchgeführt. Die letzte Auswertung aus November 2025 wurde mit aktualisierten Daten aus dem Liegenschaftskataster (Stand Oktober 2025) durch die Abteilung III erstellt und von der Abteilung IV aufbereitet.

Folgende Besonderheiten bzw. Einschränkungen bei der Interpretation der Daten sind jedoch zu beachten.

  • Die Auswertung bezieht sich nicht auf Wohneinheiten oder Gebäude, sondern auf Flurstücke. Es wurden nur Daten aus ALKIS verwendet, die ausschließlich der Wohnbebauung zuzuordnen sind. Die flächenmäßig bedeutenden öffentlichen Verkehrsflächen, Parks, Gewässer, usw. sind also nicht enthalten. Es kann auch keine Aussage getroffen werden, wem die meisten Wohnungen oder Gebäude gehören, sondern eher sinngemäß, wem gehört der Grund- und Boden (Wohnbebauung) in Berlin.
  • Die Auswertung basiert auf dem Datenstand Oktober 2025 und auf dem Gebietsstand LOR 2021 (542 Planungsräume).
  • Die Auswertung erfolgte auf der kleinstmöglichen LOR Ebene, der Planungsräume (542 Planungsräume). Für die Planungsräume Pankower Tor, Landweg sowie Güterbahnhof Grunewald erfolgt kein Ausweis von Daten. Somit gehen 539 Planungsräume in die Veröffentlichung ein.
  • Flächen von Wohnungseigentumsgemeinschaften wurden den natürlichen Personen zugeordnet, um Doppelzählungen zu vermeiden.
  • Die Eigentümerart „Juristische Person“ wurde entsprechend der von Abt. IV gelieferten Listen nach Genossenschaften und Wohnungsbaugesellschaften durchsucht und diese separat ausgewiesen. Die Namenssuche bei den Städtischen Wohnungsbaugesellschaften und –genossenschaften wurde zuletzt in der Auswertung 2025 aktualisiert.
  • Die Eigentümerarten “Städtischen Wohnungsbaugesellschaften” und “Genossenschaften” sind Teilmengen der Eigentümerart “Juristische Personen”.
  • Neben den “Städtischen Wohnungsbaugesellschaften” und “Genossenschaften” wurden die Eigentümerarten “Kirche”, “Bund”, “Anderes Bundesland” und “Land Berlin” in die Kategorie “Gemeinwohlorientierte EigentümerInnen” einbezogen.
  • Die Eigentümerarten „Stiftung“, „Ausländischer Staat“, „Herrenlos“ und „Eigentümerart unbekannt“ werden in den folgenden Karten nicht dargestellt (Eigentumsanteile der ausgewiesenen Eigentümerarten sind daher in Summe stets kleiner oder gleich 100%) sind aber in den Sachdaten in der Kategorie „Sonstige“ zusammengefasst.

Im Folgenden sind Kurzbeschreibungen aufgeführt zu denen man sich Karten und im Geoportal anzeigen lassen kann.

Die vollständigen Sachdaten zur weiteren Nutzung finden sich in einer Excel-Datei hier:

  • Sachdaten 2025

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Eigentumskonzentration Berlin 2025 – Einzeleigentümerinnen und Eigentümer (natürliche Personen)

In der Mehrzahl der 539 in die Auswertung einbezogen Planungsräumen steht der Grund- und Boden im Eigentum von natürlichen Personen bzw. Einzeleigentümerinnen- und Eigentümern (253 Planungsräume Eigentümeranteil mehr als 60%). In 37 Planungsräumen beträgt der Anteil von natürlichen Personen bzw. Einzeleigentümerinnen- und Eigentümern weniger als 10%. Die Planungsräume mit den höchsten bzw. niedrigsten Anteil lauten wie folgt:

  • Karow Bahnhof (98%)
  • Birnhornweg (98%)
  • Karolinenhof (98%)
  • Pilgramer Straße (98%)
  • Isenburger Weg (97%)
    ….
  • Am Heideberg (0%)
  • Kosmos Viertel (0%)
  • Allende II (0%)
  • Wittenberger Straße (0%)
  • Havelländer Ring (0%)

Bei den Planungsräumen mit dem höchsten Anteil handelt es sich ausschließlich um Einfamilienhausgebiete, verteilt über die gesamte Stadt. Bei den Planungsräumen mit dem geringsten Anteil handelt es sich ausschließlich um Gebiete mit Großwohnsiedlungen oder Siedlungen der 20/30er Jahre.

Geoportal

  • EigentümerInnenstruktur EinzeleigentümerInnen 2025

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Eigentumskonzentration Berlin 2025 – Juristische Personen (des privaten Rechts)

In ungefähr einem Drittel der Planungsräume (34,5%, 186 Planungsräume) besitzen juristische Personen (inkl. Städtischen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften) mehr als 50% des Grund- und Bodens, in 56 Planungsräumen sogar mehr als 80%. Die Planungsräume mit den höchsten bzw. niedrigsten Anteil lauten wie folgt:

  • Am Heideberg (100%)
  • Wittenberger Straße (100%)
  • Fennpfuhlpark (100%)
  • Kosmos Viertel (100%)
  • Havelländer Ring (100%)
  • ….
  • Oberfeldstraße (1%)
  • Isenburger Weg (1%)
  • Heiligensee (1%)
  • Blankenfelde (1%)
  • Karolinenhof (1%)

Bei den Planungsräumen mit dem höchsten Anteil handelt es sich vorwiegend um Gebiete am Stadtrand mit Siedlungen der 20/30er Jahre sowie Neubausiedlungen in industrieller Fertigbauweise in der Hand einer juristischen Person. Bei den Planungsräumen mit den höchsten Anteilen sind mit Ausnahme des Havelländer Rings zwischen 96% bis 100% der Flächen in der Hand von gemeinwohlorientierten Vermieterinnen und Vermietern. Bei den Planungsräumen mit dem geringsten Anteil handelt es sich um Einfamilienhausgebiete bzw. Gebiete mit aufgelockerter Bebauung.

Geoportal

  • EigentümerInnenstruktur Juristischer Personen 2025

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Eigentumskonzentration Berlin 2025 – Städtische Wohnungsbaugesellschaften

Die Verteilung von Grund- und Boden im Eigentum der Städtischen Wohnungsbaugesellschaften ist generell als ungleichmäßig verteilt anzusehen. In 37 Planungsräumen verfügen die Städtischen WBG über einen Anteil von mehr als 50% an Grund- und Boden. In der überwiegenden Mehrzahl der Planungsräume beträgt der Anteil an Grund- und Boden unter 10% (330 Planungsräume). Die Planungsräume mit den höchsten bzw. niedrigsten Anteil lauten wie folgt:

  • Treuenbrietzener Straße (96%)
  • Gropiusstadt Süd-Ost (85%)
  • Paul-Hertz-Siedlung (84%)
  • Neue Grottkauer Straße (84%)
  • Blankenburger Süden (82%)
  • ….
  • Isenburger Weg (0%)
  • Oberfeldstraße (0%)
  • Heiligensee (0%)
  • Blankenfelde (0%)
  • Karolinenhof (0%)

Bei den Planungsräumen mit dem höchsten Anteil handelt es ausschließlich um Großwohnsiedlungen bzw. geplanten Wohnungsbaugebieten (Blankenburger Süden) in der Hand der Städtischen WBG, verteilt über die gesamte Stadt.

Bei den Planungsräumen mit dem geringsten Anteil handelt es sich um Einfamilienhausgebiete bzw. Gebiete mit aufgelockerter Bebauung, in denen die Städtischen WBG keine Rolle spielen.

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  • Eigentümerstruktur Städtische Wohnungsbaugesellschaften 2025

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Eigentumskonzentration Berlin 2025 – Genossenschaften

Die Verteilung von Grund- und Boden im Eigentum der Genossenschaften ist analog der Städtischen WBG generell als ungleichverteilt anzusehen. In 7 Planungsräumen verfügen die Genossenschaften über einen Anteil von mehr als 50% an Grund- und Boden.
In der überwiegenden Mehrzahl der Planungsräume beträgt der Anteil an Grund- und Boden unter 10% (417 Planungsräume). Die Planungsräume mit den höchsten bzw. niedrigsten Anteil lauten wie folgt:

  • Am Heideberg (100%)
  • Lindenhofsiedlung (69%)
  • Michelangelostraße (66%)
  • Mühlengrund (59%)
  • Kyritzer Straße (59%)
  • ….
  • Isenburger Weg (0%)
  • Oberfeldstraße (0%)
  • Heiligensee (0%)
  • Blankenfelde (0%)
  • Karolinenhof (0%)

Bei den Planungsräumen mit dem höchsten Anteil handelt es sich ausschließlich um Siedlungen der 20/30er Jahre sowie Neubausiedlungen in industrieller Fertigbauweise am östlichen Stadtrand. Bei den Planungsräumen mit dem geringsten Anteil handelt es sich um Einfamilienhausgebiete bzw. Gebiete mit aufgelockerter Bebauung, in der die Genossenschaften keine Rolle spielen.

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  • Eigentümerstruktur Genossenschaften 2025

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Eigentumskonzentration Berlin 2025 – Juristische Personen (des privaten Rechts) ohne Städtische Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften

Die Städtischen Wohnungsbaugesellschaften und die Genossenschaften sind in der Rechtsform einer juristischen Person organisiert. Um bessere Aussagen über die Verteilung von Grund und Boden von sonstigen juristischen Personen zu erhalten, wird auch in der 2025er Auswertung eine Auswertung der Kategorie „Juristische Personen (des privaten Rechts) ohne Städtische Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften“ aufgenommen.

In 29 Planungsräumen besitzen juristische Personen (ohne Städtischen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften) mehr als 50% des Grund- und Bodens, in keinem Planungsraum jedoch mehr als 85% Die Planungsräume mit den höchsten bzw. niedrigsten Anteilen lauten wie folgt:

  • Havelländer Ring (85%)
  • Parchimer Allee Süd (78%)
  • Rudolf-Wissell-Großsiedlung (75%)
  • Boulevard Kastanienallee (74%)
  • Nonnendammallee (72%)
  • ….
  • Wartenberg Süd (0%)
  • Am Heideberg (0%)
  • Rollbergesiedlung (0%)
  • Schorfheidestr. (0%)
  • Lübarser Str. (0%)

Bei den Planungsräumen mit den höchsten Anteilen handelt es sich um Gebiete verteilt über die gesamte Stadt. Bei den Planungsräumen mit dem geringsten Anteil handelt es sich um Einfamilienhausgebiete bzw. Gebiete in mehrheitlichem Eigentum von Genossenschaften und Städtischen Wohnungsbaugesellschaften.

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  • Eigentümerstruktur Juristische Personen (des privaten Rechts) ohne Städtische Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften 2025

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Eigentumskonzentration Berlin 2025 – Gemeinwohlorientierte EigentümerInnen

Neben Städtischen WBG, Genossenschaften wurden die Eigentümerarten aus dem Liegenschaftskataster „Kirche“, „Bund“, „Anderes Bundesland“ und „Land Berlin“ in die Kategorie „Gemeinwohlorientierte EigentümerInnen“ einbezogen. In 83 Planungsräumen verfügen die gemeinwohlorientierten EigentümerInnen über einen Anteil von mehr als 50% an Grund- und Boden. In 23 Planungsräumen über einen Anteil von mehr als 80%. In der überwiegenden Mehrzahl der Planungsräume beträgt der Anteil an Grund- und Boden jedoch unter 20% (308 Planungsräume). Die Planungsräume mit den höchsten bzw. niedrigsten Anteil lauten wie folgt:

  • Am Heideberg (100%)
  • Fennpfuhlpark (100%)
  • Kosmos Viertel (99%)
  • Gropiusstadt Süd-Ost (98%)
  • Kyritzer Straße (97%)
  • ….
  • Karow Bahnhof (0%)
  • Karow Ost (0%)
  • Birnhornweg (0%)
  • Konradshöhe/Tegelort (0%)
  • Wittelsbacherstraße (0%)

Bei den Planungsräumen mit dem höchsten Anteil handelt es vorwiegend um Siedlungen der 20/30er Jahre sowie Neubausiedlungen in industrieller Fertigbauweise, verteilt über die gesamte Stadt. Bei den Planungsräumen mit dem geringsten Anteil handelt es sich um Einfamilienhausgebiete bzw. Gebiete mit aufgelockerter Bebauung.

Die Auswertung zeigt, dass gemeinwohlorientierte EigentümerInnen vorwiegend in den Großsiedlungen anzutreffen sind. Im Rahmen der Kulissen der Städtebauförderung https://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/informationen/de/staedtebaufoerderung.shtml bzw. im Großsiedlungsprogramm (https://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/gross_siedlungen/index.shtml) wird dem Sachverhalt Rechnung getragen. Außerdem zeigt die Auswertung auf, dass die im Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 https://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtentwicklungsplanung/de/wohnen/ formulierte Zielstellung der Erhöhung des gemeinwohlorientierten Wohnungsbestands auch und besonders in der räumlichen Verteilung über die Stadt zu verfolgen ist, um in möglichst vielen Stadtteilen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

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  • Eigentümerstruktur Gemeinwohlorientierte EigentümerInnen 2025

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Archiv Eigentümerstruktur in Berlin

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Stephan Egerer
Wohnungsmarkt / Wohnatlas