Steinerne Chronik
Die Tafel in der Gustav-Böß-Straße zeigt das Markttreiben.
Bild: Landesarchiv Berlin
Auf Anregung des Baumeisters Hermann Friedrich Waesemann erhielt das Rote Rathaus in den 1870er-Jahren einen zusätzlichen Fassadenschmuck. Er erzählt die Geschichte Berlins vom 12. bis zum 19. Jahrhundert.
Die Balkone des ersten Obergeschosses schmückt ein umlaufender Fries, also ein Band, das aus 36 Terrakotta-Tafeln besteht. Der Fries ist unter dem Namen „Steinerne Chronik“ bekannt und wurde von den Bildhauern Ludwig Brodwolf, Alexander Calandrelli, Otto Geyer und Rudolf Schweinitz geschaffen. Die Hauptrolle in dieser Erzählung spielen die Berlinerinnen und Berliner und die Hälfte der Tafeln zeigt das Stadtleben im Mittelalter: Markttreiben und Fernhandel, Gewerbe, Rechtswesen und Alltagsleben. Die übrigen Tafeln geben Auskunft über die Verdienste der preußischen Könige und den rasanten Aufstieg der Stadt im 19. Jahrhundert. Mehrere Tafeln präsentieren Berlin als freiheitlichen Wirkungsort bedeutender Wissenschaftler und Künstler. Um der Chronik zu folgen, beginnen Sie an der Grunerstraße (Ecke Spandauer Straße) und gehen entgegen dem Uhrzeigersinn in Richtung Jüdenstraße. Die meisten Tafeln befinden sich als langes Band an der Vorderfront zur Rathausstraße, außerdem an den Gebäudeecken und über den Portalen.
Bei den Bombenangriffen während des Zweiten Weltkrieges sind am 18. März 1945 große Teile des Rathauses samt Fries zerstört worden. Da die Entwürfe nur unvollständig archiviert waren, war die Wiederherstellung der „Steinernen Chronik“ schwierig. Glücklicherweise stellten die Berlinerinnen und Berliner beim Wiederaufbau des Rathauses ab 1951 Fotos und Zeichnungen aus Privatbesitz zur Verfügung.
Die wichtigsten Stationen der “Steinernen Chronik”:
| Rathausseite | Inhalt der Tafeln |
| Gustav-Böß-Straße | Urbarmachung des Landes und Erbauung der Stadt |
| Jüdenstraße | Häusliches Leben im Mittelalter (Fischer, Handwerker und Bürger) |
| Über dem Hauptportal | Rechtspflege (Schandpfahl, Gerichtslaube und Raubmordszene) |
| 2. Tafel links vom Hauptportal in der Rathausstraße | Anerkennung der kurfürstlichen Hoheit, daneben: Schloßbau der Hohenzollern |
| 7. Tafel rechts vom Hauptportal | Verleihung der Städteordnung durch Friedrich Wilhelm III. |
| Spandauer Straße | Industrieller Aufschwung |
| Ecke zur Gustav-Böß-Straße | Begeisterung über Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches |
Bei den Bombenangriffen sind am 18. März 1945 große Teile des Rathauses mit seinem Fries zerstört worden. Da die Entwürfe nur sehr unvollständig archiviert waren, bereitete die Rekonstruktion der Steinernen Chronik große Probleme. Beim Wiederaufbau des Rathauses ab 1951 stellte die Bevölkerung Fotos und Zeichnungen aus Privatbesitz zur Verfügung.
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