Expertenkommission stellt Bericht zur Resilienz in Berlin vor
Pressemitteilung vom 06.07.2026
Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, hat am Montag, 6. Juli 2026, gemeinsam mit Innensenatorin Iris Spranger und der nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz eingesetzten Expertenkommission den Bericht zur Resilienz in Berlin vorgestellt.
Die Expertenkommission hat ihre Analyse entlang der sechs Handlungsfelder Energieversorgung, Verkehr und Mobilität, Digitale Infrastrukturen, Gesundheit, Ernährung und Versorgung, Verwaltung und Sicherheit sowie vier Querschnittsthemen Kommunikation, Resilienz und Redundanz, Zivil-Militärische Zusammenarbeit, Personelle Verfügbarkeit und Fachkräfte vorgenommen und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Mein Ziel ist es, Berlin zur Modellstadt der Krisenfestigkeit zu machen. Wir ziehen die richtigen Lehren aus den beiden Anschlägen auf unser Stromnetz und verbessern den Katastrophenschutz in Berlin – und damit die Sicherheit für die Berlinerinnen und Berliner. Der Senat hat dazu schon ein Paket mit 66 Maßnahmen erarbeitet, um Berlin sicherer und krisenfest zu machen. Ich danke der Expertengruppe für ihre konkreten Handlungsempfehlungen, aus denen wir nun weitere Maßnahmen ableiten werden.“
Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport: „Ich danke der Expertenkommission für ihre wertvolle Arbeit. Der Bericht macht deutlich, welche umfassende Aufgabe Berlin vor sich hat, um die Resilienz der Stadt weiter zu stärken. Die Kommission stellt dabei die existierenden Strukturen des Katastrophenschutzes nicht infrage, sondern macht vielmehr Vorschläge zum weiteren Ausbau. Es ist richtig, dass die Resilienz unserer Stadt noch stärker in den Blick genommen werden muss. Es kommt jedoch auf die Umsetzung an. Einen weiteren Beauftragten braucht Berlin nicht. In einem entscheidenden Punkt bestätigt mich der Bericht: Wir benötigen deutlich mehr Geld für den Ausbau des Katastrophenschutzes mit seinen vielfältigen Aufgaben in Berlin.“
Die Expertenkommission KRITIS – bestehend aus:
- Albrecht Broemme, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk und ehemaliger Landesbranddirektor
- Dr. Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Uwe Nerger, Brigadegeneral a.D.
- Dr. Sigrid Nikutta, Aufsichtsrätin und ehemalige CEO von BVG und DB Cargo
hat heute ihre empfohlenen Maßnahmen zur Stärkung der Berliner Resilienz vorgestellt und betont:
„Ein Weckruf für Berlin. Der Stromausfall wurde in wenigen Tagen bewältigt und zeigte doch, wie wenig Berlin auf größere, länger andauernde oder hybride Lagen vorbereitet ist. Eine resiliente Stadt beweist ihre Stärke gerade unter Stress. Berlin muss Belastungen standhalten und verlässlich weiter funktionieren. Die Nachkriegsgeschichte hat gezeigt, dass Berlin genau darin stark war. Daran muss und kann Berlin wieder anknüpfen. Die Mittel, die in Resilienz und in die Vorbereitung auf die beschriebenen Szenarien fließen, sind eine Investition in die Zukunft: Sie bleiben hinter den Kosten einer möglichen Krise zurück, die sie verhindern oder abmildern. Die Expertenkommission empfiehlt, mit der Umsetzung umgehend zu beginnen und die bereits ergriffenen Maßnahmen einzubeziehen. Um diese komplexen Prozesse wirksam zu bündeln und dauerhaft zu steuern, sollte Berlin einen Chief Resilience Officer (CRO) einsetzen. Durch diese zentrale politisch verankerte Funktion kann sich Resilienz zu einer abgestimmten Gesamtarchitektur entwickeln.“
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