Steuerungskreis Transformation der Berliner Industrie erörtert Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung der Hauptstadtregion
Pressemitteilung vom 24.06.2026
Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:
Der Steuerungskreis Transformation der Berliner Industrie (SKIP) hat heute unter Leitung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, und in Anwesenheit von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke über die aktuelle Lage der Industrie in Berlin und Brandenburg, die länderübergreifende Zusammenarbeit bei industriepolitischen Initiativen, die Arbeitsmarktsituation sowie die Föderale Modernisierungsagenda und Maßnahmen zum Bürokratieabbau beraten. Die Sitzung fand im Werner-von-Siemens-Center for Industry and Science e.V. am Rohrdamm statt.
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Die Transformation unserer Industrie ist eine große Herausforderung in der Metropolregion Berlin und Brandenburg. Dabei arbeiten wir in beiden Ländern eng zusammen, denn nur gemeinsam können wir die Unternehmen stärken und ihre Weiterentwicklung unterstützen. Zwei Hebel sind für den Erfolg der Transformation von großer Bedeutung: Modernisierung und Bürokratieabbau. Wir müssen etwa Genehmigungsverfahren beschleunigen und digitale, schlanke Verwaltungsprozesse etablieren. Unser Ziel ist es auch, den DefTech-Bereich auszubauen. Dafür nutzen wir das einzigartige Ökosystem unserer Region aus Start-ups, Industrie und Wissenschaft, um führende Sicherheits- und Verteidigungstechnologien ‚Made in Berlin-Brandenburg‘ zu entwickeln.“
Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg: „Eine besondere Stärke der Hauptstadtregion ist die enge Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Berlin. Diese bauen wir weiter aus, um gemeinsam Wachstum und Transformation erfolgreich zu gestalten. Der enge Austausch zwischen Politik, Wirtschaft sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern ist jetzt wichtiger denn je. Die Industrie in Brandenburg hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt, steht aber angesichts geopolitischer Spannungen, hoher Energiepreise und zunehmender Bürokratie vor erheblichen Herausforderungen. Der Staat kann nicht jede globale Verwerfung ausgleichen, deshalb müssen wir den Fokus konsequent auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit legen – mit besserer Infrastruktur, sinkenden Energiekosten und verstärktem Bürokratieabbau. Unser Ziel bleibt ein international wettbewerbsfähiger Industriestandort, der Investitionen anzieht, Innovationen ermöglicht und gute Arbeits- sowie Ausbildungsperspektiven sichert.“
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „„Ich freue mich, dass heute Ministerpräsident Woidke im Steuerungskreis Industriepolitik zu Gast ist. Das ist ein starkes Zeichen für die gemeinsame Entwicklung unserer Hauptstadtregion. Ein herausragendes Beispiel unserer seit langem bestehenden Zusammenarbeit ist die gemeinsame Innovationsstrategie, die gerade neu aufgelegt wird. Die InnoBB 2035 wird die zentrale Grundlage für die künftige innovationspolitische Zusammenarbeit der Länder Berlin und Brandenburg sein. Wir werden sie noch vor der Sommerpause gemeinsam beschließen.“
Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer Berlin Partner: „Berlin-Brandenburg hat beste Voraussetzungen, die industrielle Transformation aktiv zu gestalten – mit einem starken Deep-Tech-Ökosystem, führenden Unternehmen wie Siemens, Mercedes-Benz und BMW sowie wachsender Kompetenz in industrieller KI. Gerade im Bereich Defense- und Sicherheitstechnologien eröffnen sich neue Chancen für Innovation und Wertschöpfung. Entscheidend ist, dass wir etablierte Industrie und neue Technologien noch enger zusammenbringen und so die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region nachhaltig stärken.“
Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB): „Berlin und Brandenburg brauchen eine gemeinsame Strategie, damit die Industrie in der Region wettbewerbsfähig bleibt und bei der Transformation Erfolg hat. Dass Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke erstmals am Berliner SKIP teilnimmt, werten wir als ein wichtiges Signal. Der Dialog zwischen beiden Ländern muss noch intensiver werden, um die industrielle Basis weiter zu stärken. Berlin und Brandenburg sind gerade dann in den Zukunftsbranchen weit vorne, wenn sie gemeinsam ihre jeweiligen Stärken einbringen. Das zeigt auch ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Bereiche wie Digitale Produktion, Raumfahrt, Sicherheits- und Verteidigungstechnologien oder Life Sciences bieten demnach ein gigantisches Potenzial für mehr Wachstum und Beschäftigung. Mit politischer Unterstützung werden wir hier bald noch bessere Ergebnisse sehen.“
Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende DGB Berlin-Brandenburg: „Die Transformation unserer Industrie gelingt nur mit den Beschäftigten. Sichere Arbeitsplätze, Tarifbindung und Mitbestimmung sind die Grundlage eines starken Industriestandorts. Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Steuerungskreis heute erstmals gemeinsam mit Brandenburg tagt: Beide Länder bilden einen Wirtschaftsraum und sollten ihre Industriepolitik künftig deutlich enger verzahnen – bei Innovation, Fachkräften und Investitionen. Öffentliche Mittel müssen gezielt in Zukunftsbranchen, gute Arbeit und regionale Wertschöpfung fließen. So sichern wir bestehende Jobs, schaffen neue und geben den Menschen in Berlin und Brandenburg eine verlässliche Perspektive.“
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