Aktuelle Vorhaben in der gesamtstädtischen Steuerung im Bereich der Hilfen zur Erziehung

Pressemitteilung vom 23.06.2026

Aus der Sitzung des Senats am 23. Juni 2026:

Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch, den Bericht zum gesamtstädtischen Fach- und Finanzcontrolling der Hilfen zur Erziehung (FFC HzE) für das Jahr 2025 beschlossen. Der jährlich vorgelegte Bericht informiert über die Entwicklungen im Bereich der Hilfen zur Erziehung in Berlin. Er zeigt aktuelle Trends auf und berücksichtigt neben den Hilfen zur Erziehung auch die Eingliederungshilfen sowie die Hilfen für junge Volljährige nach dem Sozialgesetzbuch VIII.

Hilfen zur Erziehung sind Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, die junge Menschen und ihre Familien zeitweise oder dauerhaft unterstützen, stärken und entlasten. Die zentrale Zielgruppe sind junge Menschen im Alter von 0 bis unter 21 Jahren. In Berlin lebten im Jahr 2025 insgesamt 739.559 Menschen dieser Altersgruppe.

Das gesamtstädtische Fach- und Finanzcontrolling der Hilfen zur Erziehung entwickelt und begleitet gemeinsam mit den Bezirken sowie der Senatsverwaltung für Finanzen fachliche Steuerungsmaßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe. Ziel ist es, die Qualität und Wirksamkeit der Leistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und eine bedarfsgerechte Unterstützung junger Menschen und ihrer Familien sicherzustellen.

Zu den aktuellen Vorhaben gehören unter anderem:

Stärkung der Berliner Pflegekinderhilfe

Das Projekt zur Stärkung der Berliner Pflegekinderhilfe wird fortgeführt. Im Jahr 2025 wurde der „Startbonus Pflegekind“ an 78 Pflegepersonen ausgezahlt. Die Finanzierung ist auch im Doppelhaushalt 2026/2027 gesichert. Seit dem 1. Januar 2026 sind die Zuständigkeiten zwischen den bezirklichen Jugendämtern neu geregelt, um Pflegefamilien wohnortnah begleiten zu können.

Aktuell befasst sich das Projekt unter anderem mit der Verbesserung der Versorgung von Pflegekindern mit Behinderung. Darüber hinaus beginnt die Umsetzung eines neuen Konzepts für Bereitschaftskrisenpflegen. Damit sollen insbesondere für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren die Unterbringung und Versorgung in akuten Krisensituationen gestärkt werden.

Aufbau einer Jugendwohnagentur für Care Leaver

Mit dem Aufbau einer Jugendwohnagentur sollen junge Menschen unterstützt werden, die einen Teil ihres Lebens in Einrichtungen der Jugendhilfe verbracht haben und nun den Übergang in ein eigenständiges Leben gestalten. Die Jugendwohnagentur soll insbesondere Wohnraum für Care Leaver akquirieren und vermitteln. Darüber hinaus wird sie Beratungs- und Unterstützungsangebote zu mietrechtlichen und mietvertraglichen Fragen bereitstellen.

Ausbau stationärer Leistungen der Jugendberufshilfe

Die Angebote der Jugendberufshilfe unterstützen junge Menschen auf ihrem Weg in Schule, Ausbildung und Beruf. Ziel ist es, frühzeitig die Voraussetzungen für eine eigenverantwortliche und selbstständige Lebensführung zu schaffen.

Im Jahr 2025 standen berlinweit 247 stationäre Plätze des sozialpädagogisch begleiteten Jugendwohnens nach Paragraf 13 Absatz 3 Sozialgesetzbuch VIII bei freien Trägern zur Verfügung. Für das Jahr 2026 wird ein Ausbau auf insgesamt 320 Plätze erwartet.

Weiterentwicklung des Flexibudgets

Das Rahmenkonzept Flexibudget wurde 2025 gemeinsam mit den bezirklichen Jugendämtern und der Senatsverwaltung für Finanzen aktualisiert und weiterentwickelt. Mit dem Haushaltsgesetz zum Doppelhaushalt 2026/2027 wurden die hierfür bereitgestellten Mittel auf rund 13 Millionen Euro erhöht.

Über das Flexibudget erhalten die bezirklichen Jugendämter zusätzliche Mittel, um Familien und junge Menschen in belastenden Lebenslagen gezielt zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Eltern bereits während der Schwangerschaft, deren Lebenssituation durch Faktoren wie Armut oder psychische Erkrankungen geprägt ist. Die Angebote sollen niedrigschwellig zugänglich sein und ohne aufwendige Antragsverfahren genutzt werden können. Sie werden möglichst wohnortnah im Sozialraum bereitgestellt.