„Pioneering Tech for Freedom“: Senat beschließt Deep Tech Berlin Agenda

Pressemitteilung vom 16.06.2026

Aus der Sitzung des Senats am 16. Juni 2026:

Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey, die Deep Tech Berlin Agenda beschlossen.

Mit der Deep Tech Berlin Agenda (DTBA) erhält Berlin unter dem Leitmotiv „Pioneering Tech for Freedom“ einen strategischen Rahmen für die technologieorientierte Innovationspolitik der kommenden zehn Jahre. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Zukunftsfähigkeit des Standorts zu stärken, technologische Innovationen schneller in Anwendung, Wertschöpfung und Wachstum zu überführen sowie die Position Berlins im globalen Wettbewerb um Technologie- und Innovationsführerschaft weiter auszubauen.

Die Agenda ergänzt die Innovationsstrategie der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg 2035 (InnoBB 2035) und leistet zugleich den berlinspezifischen Beitrag zu den Zielen der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) der Bundesregierung sowie zur europäischen Vision eines wettbewerbsfähigen, souveränen und resilienten Europas.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey: „Die Deep Tech Agenda ist Berlins strategische Antwort auf veränderte Rahmenbedingungen und neue innovationspolitische Herausforderungen. Wir müssen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit, den Wohlstand, die Resilienz und die Freiheit zukünftiger europäischer Generationen zu sichern. Nur wenn wir technologisch selbstbestimmt handeln können, sind wir in der Lage, unsere Zukunft souverän zu gestalten. Deshalb muss Europa bei Schlüsseltechnologien Gestalter bleiben und darf nicht zum Zuschauer werden. Mit der Deep Tech Agenda bündeln wir Berlins Stärken in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass technologische Durchbrüche schneller in Anwendung, Unternehmen und nachhaltiges Wachstum überführt werden.“

Deep Tech-Innovationen basieren auf wissenschaftlichen und technologischen Durchbrüchen mit hohem Innovations- und Transformationspotenzial. Sie ermöglichen neue technologische Anwendungen, schaffen wirtschaftliche Wertschöpfung und tragen dazu bei, bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen. In Berlin entstehen bereits heute DeepTech-Lösungen, die beispielsweise nicht-invasive Blutzuckermessungen durchführen, drahtlose Unterwasserkommunikationssysteme ermöglichen, autonome Drohnen für den Transport medizinischer Proben einsetzen, KI-gestützte Faktenchecks gegen Desinformation anbieten, oder ressourcenschonende Fertigungsverfahren durch 3D-Druck voranbringen.
Berlin zählt damit schon heute zu den führenden Deep-Tech-Standorten Europas. Im aktuellen Dealroom Tech Ecosystem Index 2026 belegt die Hauptstadt Platz 4 in Europa (hinter London, Paris und Stockholm) und Platz 22 weltweit. Die Deep Tech Berlin Agenda baut auf dieser starken Ausgangsposition auf und verfolgt drei übergeordnete strategische Ziele:

  1. Berlin etabliert sich als einer der führenden Standorte Europas für Deep-Tech-Innovationen und nutzt seine Stärken und Potenziale für die wirkungsorientierte Anwendung technologischer Durchbrüche.
  2. Berlin wird zu einem der attraktivsten Standorte für den Transfer von Forschung in Anwendung, Ausgründungen und wirtschaftliche Verwertung. Dafür wird die Berlin Transfer Bridge etabliert.
  3. Berlin schafft exzellente Voraussetzungen für die Skalierung und das Wachstum von Deep-Tech-Unternehmen durch innovations- und wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen.

Im Zentrum der Agenda stehen fünf Technologiefelder, die gemeinsam mit ihren jeweiligen Anwendungsfeldern zu leistungsfähigen Innovationsökosystemen weiterentwickelt werden:

  • Artificial Intelligence
  • Biotechnology
  • Microelectronics, Photonics & Quantum Technologies
  • Advanced Materials & Manufacturing
  • Software Technologies

Übergreifende strategische Hebel bilden dabei den Werkzeugkasten, der bedarfsorientiert und gezielt zur Stärkung der Technologie- und Anwendungsfelder eingesetzt wird. Dazu gehören unter anderem den Wissens- und Technologietransfer zu beschleunigen (wie mit der Berlin Transferbridge oder dem Transferrat), die Förderung von Reallaboren, der Aufbau von Finanzierungssystemen, Mobilisierung von Wachstumskapital (zum Beispiel durch den neuen Pre-Seed-Fonds #BSharp), die Gewinnung internationaler Talente sowie die Stärkung der internationalen Sichtbarkeit Berlins als Deep-Tech-Standort.

Erarbeitet wurde die Deep Tech Berlin Agenda gemeinsam durch die für Wirtschaft und Wissenschaft zuständigen Senatsverwaltungen sowie eine Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Intermediären (Kammern, Verbände, Stiftungen). Grundlage waren qualitative und quantitative Analysen, Gespräche mit Fachexpertinnen und Fachexperten, Workshops mit mehreren Hundert Beteiligten sowie ressortübergreifende Abstimmungsprozesse.

Die Agenda wird ressortübergreifend gesteuert und als gemeinsame Umsetzungsaufgabe von Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Innovationsakteuren verstanden. Als lernende Strategie wird sie durch ein begleitendes Monitoring evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Agenda steht hier zum Download bereit: https://www.berlin.de/deeptech/deep-tech-berlin-agenda