Senat beschließt forschungspolitische Strategie für Berlin

Pressemitteilung vom 09.06.2026

Aus der Sitzung des Senats am 9. Juni 2026:

Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, die forschungspolitische Strategie „Berlins Forschung, Berlins Zukunft” beschlossen. Damit gibt sich das Land Berlin erstmals einen verbindlichen Handlungsrahmen für seine Forschungspolitik mit einem Zeithorizont bis 2040 – mit klarer Vision, strategischen Schwerpunkten und konkreten Zielen. Die Kernidee: Kräfte bündeln statt breit streuen. Die Strategie konzentriert politisches Handeln auf die Felder, in denen Berlin den größten Unterschied machen kann – und auf die Bedingungen, unter denen Forschung auf höchstem Niveau gelingt. Die Vision: Berlin wird zur ersten Adresse für Forschende in Europa – an einem Ort, an dem Spitzenforschung unter optimalen Bedingungen entsteht und Wissen Wirkung entfaltet.

Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: „Berlin verfügt über eine der dichtesten Wissenschafts- und Forschungslandschaften mit großer Vielfalt und Breite. Auf engem Raum vereinen wir exzellente Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Technologieparks, Start-ups und innovative Unternehmen, kulturelle Institutionen und politische Entscheidungsträger. Genau diese Dichte und Vernetzung machen Berlin international attraktiv. Damit dies so bleibt, brauchen wir stärker Schwerpunkte, klare Prioritäten, verlässliche Rahmenbedingungen und politische Entscheidungen. Für die künftige Forschungspolitik bedeutet das: Schwerpunkte setzen in Feldern, in denen Berlin die erste Adresse ist oder werden will. Deshalb konzentrieren wir mit der forschungspolitischen Strategie unser Handeln dort, wo es den größten Unterschied macht – und geben Forschenden die Verlässlichkeit, die sie brauchen, um Spitzenleistungen zu erbringen.”

Die forschungspolitische Strategie ist das Ergebnis eines strukturierten, zweijährigen Entwicklungsprozesses und im Dialog mit der Berliner Wissenschaft entstanden. Sie basiert auf einer umfassenden datenbasierten Kartierung des Berliner Forschungsraums über alle Einrichtungstypen und Disziplinen hinweg. Innerhalb der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege wurde sie in einem breiten Arbeitsprozess mit mehreren Gremien und in Workshops in über 60 Sitzungen gemeinsam erarbeitet. Konsultationen mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen haben die strategischen Schwerpunkte validiert und geschärft.

Die forschungspolitische Strategie konzentriert landespolitisches Handeln dort, wo wissenschaftliche Exzellenz, gesellschaftliche Relevanz und besondere Standortvorteile zusammentreffen. Im Mittelpunkt der Strategie stehen zwei Profil- und zwei Chancenfelder:

  • Profilfeld „Transformation der Gesellschaft“: Berlin wird 2040 das europäische Zentrum für Forschung zu und Gestaltung von Transformationen sein – lokal verankert, international vernetzt und global ausgerichtet.
  • Profilfeld „Zukünftige Wege in Gesundheit und Medizin“: Berlin wird bis 2040 seine Rolle als internationaler Spitzenstandort für Medizin, Gesundheitsforschung und Health-Tech weiter ausbauen – als Ort, an dem die Medizin von morgen bereits heute entsteht.
  • Chancenfeld „Nachhaltigkeit von Ressourcen und Materialien“: 2040 wird Berlin ein Referenzstandort für Materialien und Verfahren sein, die nachhaltige Ressourcennutzung, energieärmere Produktionsformen und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zukunftsweisend zusammenbringen.
  • Chancenfeld „Souveränität und Verantwortung in Künstlicher Intelligenz“: Berlin wird 2040 einer der führenden europäischen KI-Forschungsstandorte sein – mit dem Anspruch, leistungsfähige und vertrauenswürdige Systeme zu entwickeln, verantwortungsvoll anzuwenden und in ihrer Wirkung kritisch zu begleiten.

Damit diese Profil- und Chancenfelder ihre Wirkung entfalten, definiert die Strategie sechs zentrale Handlungspfade:

  • Berlin wirkungsvoll positionieren: Das Land macht Berlins Stärken sichtbar und prägt Förderstrategien von Bund und EU aktiv mit.
  • Handlungsspielräume erweitern: Das Land Berlin erweitert Handlungsspielräume für Forschende und Institutionen durch flexiblere, schlankere und serviceorientierte Prozesse.
  • Forschenden Perspektiven eröffnen: Das Land Berlin macht gemeinsam mit den Wissenschaftseinrichtungen Berlin zum attraktivsten Karriereraum Europas mit optimalen Startbedingungen für Forschende aus aller Welt und auf allen Karrierestufen, verlässlichen Karriereperspektiven und durchlässigen Wegen in der Wissenschaft sowie zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
  • Finanzmittel strategisch einsetzen: Das Land Berlin sichert eine verlässliche Grundfinanzierung und setzt strategische Landesmittel so ein, dass sie maximale Hebelwirkung entfalten und zusätzliche Ressourcen mobilisieren.
  • Zukunftsinfrastrukturen schaffen: Das Land Berlin ermöglicht Zukunftsinfrastrukturen und -konzepte von der gemeinsamen Nutzung von Bauten und Großgeräten bis zur digitalen Infrastruktur.
  • Wirkung entfalten: Das Land Berlin stärkt die Voraussetzungen dafür, dass wissenschaftliches Wissen Wirkung entfaltet – in der Wirtschaft, in der Politik, in der Gesellschaft.

Die forschungspolitische Strategie ist dynamisch angelegt. Ihre Umsetzung erfolgt schrittweise im Zusammenspiel mit der Berlin University Alliance, Berlin Research 50, den Hochschulen und außer-universitären Forschungseinrichtungen. Die Chancenfelder werden regelmäßig überprüft und können sich zu Profilfeldern weiterentwickeln.

Die Strategie „Berlins Forschung, Berlins Zukunft” ist ab sofort unter folgendem Link verfügbar.