Romanistin Anita Traninger (FU Berlin) erhält den Berliner Wissenschaftspreis 2025 – Nachwuchspreis geht an Wissenschaftshistorikerin Caterina Schürch (TU Berlin)

Pressemitteilung vom 04.05.2026

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlinwird am Dienstag, den 30. Juni 2026, im Festsaal des Roten Rathauses verliehen. Die Auszeichnung nimmt der Regierende Bürgermeister vor.

Auf Vorschlag des Auswahlgremiums zur Verleihung des Berliner Wissenschaftspreises unter Vorsitz der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, geht der Hauptpreis des Jahres 2025 an Professorin Dr. Anita Traninger, Romanistin und Rhetorikspezialistin an der Freien Universität Berlin. Den Nachwuchspreis erhält die Wissenschaftshistorikerin Professorin Dr. Caterina Schürch von der Technischen Universität Berlin.

Mit Anita Traninger zeichnet die Jury eine Wissenschaftlerin aus, die als eine der herausragendsten und international profiliertesten Stimmen der literaturwissenschaftlichen Forschung zur Frühen Neuzeit gilt. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren unter anderem die außergewöhnliche thematische Spannweite ihrer Arbeiten sowie ihre hohe konzeptionelle Innovationskraft. Gewürdigt werden zudem ihr ma߬geblicher Beitrag zur Konzeption und zum Aufbau des literaturwissenschaftlichen Exzellenzclusters „Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective“ und die Gründung des international ausstrahlenden Forschungszentrums echo in Berlin, das Anita Traninger mit Mitteln aus dem ihr 2023 verliehenen Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis aufgebaut hat.
Mit dem Nachwuchspreis würdigt die Jury die Leistungen der Juniorprofessorin Caterina Schürch an der Technischen Universität Berlin, deren Forschung im Bereich der Wissenschaftsgeschichte neue Perspektiven auf die Ent¬wicklung und Organisation moderner Lebenswissenschaften, insbesondere der Bio¬wissen¬schaften, eröffnet. Besondere Anerkennung finden ihre wegweisenden Arbeiten zu den Verflechtungen von Biologie, Physik und Chemie, in denen sie jene Grenzbereiche sichtbar macht, aus denen wissenschaftliche Innovationen entstehen. Betont wird zudem Schürchs außerordentliches Engagement, wissenschaftliche Arbeitsweisen für ein breiteres Publikum transparent zu machen und damit das Verständnis für Forschung und ihre gesellschaftlichen Bedingungen zu vertiefen.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner: „Der Berliner Wissenschaftspreis 2025 steht in besonderer Weise für die Exzellenz, Innovationskraft und internationale Sichtbarkeit unseres Wissenschaftsstandorts. Wir zeichnen zwei Wissenschaftlerinnen aus, die diese Stärken auf herausragende Weise verkörpern und zugleich mit großem Engagement den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft vorantreiben. Ihre Arbeit setzt wichtige Impulse für die Zukunft und unterstreicht die Bedeutung einer offenen, vernetzten Wissenschaft für Berlin.“

Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra: „Anita Traninger hat nicht nur als feministische Wissenschaftlerin die Geschlechterforschung in Berlin maßgeblich geprägt. Sie wirft mit ihrer geisteswissenschaftlichen Forschung Fragen auf, die weit über ihre Disziplin hinaus relevant sind. Caterina Schürch macht sichtbar, wie Biologie, Chemie und Physik in der Forschungspraxis zusammengewachsen sind – und warum das Verstehen dieser Geschichte für die Wissenschaft von morgen unverzichtbar ist. Beide machen auf unterschiedliche Weise deutlich, wie wichtig historische Perspektiven sind, um aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen besser verstehen zu können. Und beide stehen für eine Wissenschaft, die aktiv den Dialog mit der Öffentlichkeit sucht und neue Ideen in Gesellschaft und Zukunft trägt.“

Der Berliner Wissenschaftspreis wurde 2008 erstmalig vergeben, seitdem werden mit ihm jährlich hervorragende Leistungen in Wissenschaft und Forschung gewürdigt. Ausgezeichnet werden exzellente Forschungsleistungen, die Impulse für aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Fragestellungen geben und in Berlin entwickelt wurden. Der Berliner Wissenschaftspreis ist mit 40.000 Euro dotiert, die der Einrichtung zugutekommen, an der die herausragende Leistung erbracht wurde.

Zusammen mit der Verleihung des Berliner Wissenschaftspreises wird auch eine wissenschaftliche Nachwuchsleistung ausgezeichnet. Damit werden innovative