Senat berät Handlungsoptionen zur Verbesserung des HPV-Impfschutzes
Pressemitteilung vom 28.04.2026
Aus der Sitzung des Senats am 28. April 2026:
Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung auf Vorlage der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, den Bericht zur Prüfung von Maßnahmen zur Erhöhung der derzeit noch zu niedrigen HPV-Impfquoten beschlossen.
In Erfüllung des Beschlusses des Berliner Abgeordnetenhauses „Quote bei der HPV-Impfung steigern – Risiken bei Übertragung und Erkrankung senken“ vom 18. Dezember 2025 legt der Senat damit einen umfassenden Überblick über Handlungsoptionen zur Verbesserung des Impfschutzes vor. Ziel ist es, die Verbreitung von Humanen Papillomviren (HPV) und die damit verbundenen Krebsrisiken nachhaltig zu reduzieren.
Gesundheitssenatorin Dr. Ina Czyborra: „HPV kann Krebs verursachen – und wir haben es in der Hand, uns wirksam davor zu schützen. Die Impfung ist eine sichere und einfache Möglichkeit, insbesondere Kinder und Jugendliche frühzeitig vor schweren Erkrankungen zu bewahren. Dennoch sind die Impfquoten in Berlin noch zu niedrig. Das können und dürfen wir nicht einfach so hinnehmen. Ich appelliere daher an alle Berlinerinnen und Berliner, insbesondere an Eltern und Sorgeberechtigte: Informieren Sie sich und nutzen Sie die bestehenden Impfangebote. Jede Impfung ist ein wichtiger Beitrag zum eigenen Schutz und zur Gesundheit unserer gesamten Stadt.“
Jährlich erkranken in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 6.250 Frauen und etwa 1.600 Männer an HPV-bedingten Karzinomen. Dabei kann eine frühzeitige Impfung einen wirksamen Schutz bieten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung seit 2007 für Mädchen und seit 2018 auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen können bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.
Die Impfquoten in Berlin lagen im Jahr 2024 bei 15-Jährigen mit 59 Prozent bei Mädchen und 41 Prozent bei Jungen zwar leicht über dem Bundesdurchschnitt, bleiben jedoch im internationalen Vergleich deutlich zurück. Länder wie Island, Norwegen und Portugal erreichen Impfquoten von über 90 Prozent. Gleichzeitig kennen rund 60 Prozent der über 16-Jährigen in Deutschland das HP-Virus nicht, was den Handlungsbedarf bei Aufklärung und Information unterstreicht.
Der Senat setzt daher auf ein Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen:
• Im Rahmen der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen wird gemeinsam mit Bund und Ländern ein Konzept zur Förderung des Impfwissens und zur Steigerung der Impfquoten erarbeitet. Für das Jahr 2028 ist ein bundesweites Schwerpunktjahr zur HPV-Impfung geplant.
• Auf Landesebene werden weitere Maßnahmen im Berliner Impfbeirat koordiniert. Gemeinsam mit Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzten, Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin und weiteren Akteuren sollen sowohl Fachkreise als auch die Öffentlichkeit gezielt sensibilisiert werden.
• Zum International HPV Awareness Day am 4. März 2026 hat die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ein Informationsschreiben zur HPV-Impfung an Eltern und Sorgeberechtigte von Schülerinnen und Schülern der vierten bis zehnten Jahrgangsstufe versandt. Erste Rückmeldungen aus dem kinder- und jugendärztlichen Bereich zeigen eine gute Resonanz. Eine Verstetigung dieser Maßnahme wird angestrebt.
• Zudem eröffnet die für 2026 erwartete Aufnahme der Vorsorgeuntersuchung U10 für Kinder im Alter von neun bis zehn Jahren neue Chancen: In diesem Rahmen kann die HPV-Impfung regelhaft angeboten werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, Sorgeberechtigte bei ausbleibender Teilnahme gezielt zu erinnern.
Mit diesen Maßnahmen verfolgt der Senat das Ziel, die Impfquoten in Berlin deutlich zu erhöhen, die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu stärken und langfristig HPV-bedingte Erkrankungen wirksam zu reduzieren.
Die Vorlage wird nun dem Abgeordnetenhaus von Berlin zur Besprechung zugeleitet.
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