„Bürgercharta für Olympia“ an den Berliner Senat übergeben

Pressemitteilung vom 21.04.2026

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Stadtgesellschaft haben am Dienstag, den 21. April 2026, im Roten Rathaus die „Bürgercharta für Olympia“ an den Senat überreicht. Die Bürgercharta ist das Ergebnis eines breit angelegten, mehrstufigen Beteiligungsprozesses zur Bewerbung Berlins um die Olympischen und Paralympischen Spiele – und bündelt die Erwartungen und Impulse der Stadtgesellschaft in konkrete Empfehlungen für eine mögliche Ausrichtung der Sommerspiele.

Der Prozess bildete eine vielschichtige Stimmungslage ab: Neben der Chance, Berlin international als weltoffene, vielfältige und zukunftsorientierte Metropole zu präsentieren, wurden auch Vorbehalte formuliert – etwa zu Verkehrsbelastungen, Eingriffen in den Alltag sowie Fragen der Finanzierung, Transparenz und internationalen Sportstrukturen.

Die zehn Handlungsempfehlungen umfassen unter anderem die Stärkung des Ehrenamts und des Vereinssports, wohnortnahe Sport und Bewegungsangebote, nachhaltige und barrierefreie Mobilität, bezahlbaren Wohnraum, klimaresiliente Stadtentwicklung, die Einbindung der lokalen Wirtschaft, ein stadtweites Kulturprogramm sowie die aktive Beteiligung junger Menschen.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner: „Die Bürgercharta zeigt eindrucksvoll, wie stark sich die Berlinerinnen und Berliner für Olympische und Paralympische Spiele in unserer Stadt einsetzen. Ihre Ideen und ihr Engagement machen deutlich: Olympische und Paralympische Spiele können ein echter Antrieb für die Entwicklung unserer Stadt sein – im Sport, Mobilität, Kultur, Städtebau und auch für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Der Olympia Beauftragte des Landes Berlin, Kaweh Niroomand: „Der Beteiligungsprozess hat mich sehr beeindruckt. Die Vielfalt der Perspektiven, die Ernsthaftigkeit der Diskussionen und das Engagement der Berlinerinnen und Berliner in einzelnen Formaten waren etwas Besonderes. Viele Menschen haben sehr klar benannt, was sie erwarten, wo sie Chancen sehen, aber auch, wo sie kritisch bleiben. Genau diese Offenheit macht den Prozess so wertvoll.“

Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport: „Ich bin tief beeindruckt von dem außerordentlichen Engagement der Berlinerinnen und Berliner, die viel Zeit investiert haben, um dieses Projekt voranzubringen. Dieser Einsatz verdient große Anerkennung. Ebenso freue ich mich sehr über die durchweg positive und sehr konstruktive Stimmung, die uns entgegengebracht wird. Diese Unterstützung ist ein starkes Signal. Die breite Beteiligung hat deutlich gemacht, dass die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele nicht hinter verschlossenen Türen entsteht, sondern im Dialog mit den Menschen. Die Ideen aus der Bürgercharta und unsere Planungen liegen sehr nah beieinander – für inklusive und nachhaltige Spiele, die einen langfristigen Nutzen für ganz Berlin und unsere Sporthauptstadt bringen.“

Christian Krüger (Bürgerforum): „Der Beteiligungsprozess hat mir gezeigt, dass wir als Bürger die Chance haben, die Vision ‚Berlin gewinnt mit Olympia‘ aktiv mitzugestalten und nachhaltige Impulse für unsere Stadt setzen zu können. Ich unterstütze die Bewerbung, weil wir gemeinsam eine Olympia-Bewerbung schaffen können, die Berlin sportlich, sozial und kulturell bereichert. Für mich bedeutete die Teilnahme am Bürgerforum, dass meine Ideen für ein inklusiveres und sportlicheres Berlin gehört werden und wir gemeinsam eine Bewerbung mit echter Haltung erarbeiten. Ich bin für Olympia in Berlin, weil dieser Prozess bewiesen hat, dass die gesamte Stadt durch die Spiele gewinnen kann, wenn wir die Menschen von Anfang an mitnehmen.“

Alicja Kofler (Bürgerforum): „Gerade für meine Generation (Gen Z) ist es wichtig, nicht nur zuzuschauen, sondern aktiv mitzugestalten. Dass Berlin dafür so einen Raum schafft, habe ich bisher in keiner anderen Stadt gesehen. Es macht mich stolz, dass unsere Perspektiven hier wirklich zählen. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie wir gemeinsam in Berlin mit den Olympischen und Paralympischen Spielen Wirkung entfalten können.“

Stefan Schenck (Landesbeirat für Menschen mit Behinderung als Vertreter des organisierten Sports; Workshops mit Akteuren der Stadtgesellschaft): „Für mich bedeutete der Beteiligungsprozess, die Perspektiven von rund einer Million Menschen mit Behinderungen in Berlin und Brandenburg einzubringen – insbesondere zu Barrierefreiheit und echter Teilhabe während und nach Olympischen und Paralympischen Spielen. Gleichzeitig sehe ich die Spiele als entscheidenden Impuls für eine inklusivere Infrastruktur und inklusive Stadtgesellschaft in Berlin und in den an BERLIN+ beteiligten Städten.“

Die „Bürgercharta für Olympia“ fließt in die Finalisierung der Berliner Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ein. Sie bildet die Ergebnisse des Berliner Beteiligungsprozesses ab; die Partnerstädte im Verbund BERLIN+ haben ergänzend eigene Beteiligungsprozesse durchgeführt.

Zum weiteren Ablauf der Bewerbung
Die Bewerbung wird dem Abgeordnetenhaus vorgelegt und Anfang Juni beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Alle deutschen Bewerberstädte reichen zu diesem Zeitpunkt ihre Bewerbungen ein. Eine Entscheidung, welche deutsche Stadt in den internationalen Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele geht, wird am 26. September 2026 vom DOSB getroffen.

Zur Bürgercharta