Nächster Baustein der Verwaltungsreform: Vergabestrukturreform
Pressemitteilung vom 17.03.2026
Aus der Sitzung des Senats am 17. März 2026:
Der Berliner Senat hat heute in erster Senatsbefassung eine Reform des Vergabewesens im Bereich Liefer- und Dienstleistungen beschlossen. Mit der Reform sollen einfachere und innovationsorientierte Strukturen geschaffen und so ein wichtiger Beitrag für ein modernes und effizientes Beschaffungswesens, geleistet werden – mit dem Ziel, sowohl die Wirtschaft als auch die Verwaltung zu entlasten.
Dazu soll die Vergabe landesweit benötigter Warengruppen in einer Beschaffungsagentur gebündelt werden. Für Unternehmen gibt es dadurch nicht mehr – wie bislang – eine Vielzahl an Ansprechpartnern, wenn es um Beschaffungsfragen geht. Für die Verwaltung heißt das beispielsweise: weniger parallele Verfahren, bessere Planbarkeit sowie höhere Qualität.
Das Beschaffungswesen als solches soll außerdem auch konsequent digitalisiert werden. Für diesen Zweck ist beispielsweise die Einführung eines landesweiten Vergabemanagementsystems geplant. Beschaffungsdaten sollen ausschließlich digital erfasst werden. Insgesamt soll das Beschaffungswesen anhand von digitalen Daten wirkungsorientierter gestaltet und evaluierbar werden.
Um die Fachverwaltungen zu entlasten, ist zudem die Etablierung einer Ende-zu-Ende-Beschaffung durch speziell dafür geschaffene Serviceeinheiten geplant, die sämtliche Aufgaben vom Lieferantenmanagement über die Vorbereitung und Durchführung von Vergabeverfahren bis hin zum operatives Vertragsmanagement übernehmen.
Darüber hinaus soll künftig eine unter der Leitung eines „Chief Procurement Officers (CPO)“ stehende Strategische Steuerungseinheit dafür Sorge tragen, das Beschaffungswesen zu vereinheitlichen – beispielsweise durch eine landesweite Beschaffungsstrategie und Prozess- und Vergabestandards.
Die Vergabestrukturreform ist als „lernende Reform“ angelegt, die eine regelmäßige Evaluation der Umsetzungsschritte vorsieht und damit flexible Anpassung an Praxiserfahrungen erlaubt.
Das Reformkonzept wird nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme übersandt. Anschließend ist die zweite Senatsbefassung geplant.
Martina Klement, Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung und CDO des Landes Berlin: „Mit der Vergabestrukturreform gehen wir einen weiteren Schritt bei der grundlegenden Modernisierung der Berliner Verwaltung. Mit diesem Teil der Verwaltungsreform legen wir das Fundament für ein modernes und zukunftsfähiges Beschaffungswesen und schaffen gleichzeitig mehr Effizienz und Transparenz. Davon profitieret sowohl die Berliner Verwaltung als auch die Wirtschaft, die durch weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen gestärkt wird.“
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