Schülerorientierte Berufsorientierung in der Sekundarstufe I

Pressemitteilung vom 10.03.2026

Aus der Sitzung des Senats am 10. März 2026:

Der Senat hat heute auf Vorlage von Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Maßnahmen zum strukturellen und qualitativen Ausbau der schülerorientierten Beruflichen Orientierung (BO) beschlossen.

Ziel ist es, Berliner Schülerinnen und Schüler frühzeitig und systematisch bei der Berufs-orientierung zu unterstützen. Grundlage dafür ist das Berliner Landeskonzept für Berufliche Orientierung (LK-BO). Es wurde unter Federführung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Arbeit sowie der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit erarbeitet.

Ein zentraler Bestandteil ist die verbindliche Durchführung eines dreiwöchigen Betriebspraktikums in Jahrgangsstufe 9 (an Gymnasien zwei Wochen). In Jahrgangsstufe 10 soll dieses durch ein weiteres Praktikum in einem anderen Betrieb vertieft werden.
Darüber hinaus wird die Berufliche Orientierung an allen weiterführenden Schularten langfristig gestärkt. Dafür werden die Sekundarstufe-I-Verordnung angepasst und die Ausführungsvorschriften über Berufliche Orientierung und Duales Lernen zum Schuljahr 2026/2027 neu gefasst.

Geplant sind unter anderem:
  • eine zusätzliche Qualifizierung für die BO-Teams an allgemeinbildenden Schulen,
  • die Weiterentwicklung der zentralen digitalen Praktikumsbörse,
  • eine stärkere Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen über die Landesagentur Partner Schule Wirtschaft sowie über Berliner Schulpaten (Handwerkskammer) und Ausbildungsbotschafter (IHK).

Zudem soll die Berufliche Orientierung organisatorisch stärker innerhalb der Senats-verwaltung für Bildung, Jugend und Familie verankert werden. Der Grundsatzbereich Berufliche Orientierung wird künftig an den Grundsatzbereich der allgemeinbildenden Schularten angebunden, um eine verbindlichere Einbindung in schulische Rahmenvorgaben zu gewährleisten. Gleichzeitig soll die Verzahnung mit dem Dualen Lernen und dem Unterrichtsfach Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) dadurch weiter gestärkt werden.

Der operative Bereich der Beruflichen Orientierung wird künftig im Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen (BLiQ) angesiedelt. Ziel ist eine stärkere Verbindung zur Qualifizierung von Lehrkräften sowie die Nutzung von Synergien bei der Entwicklung von Handreichungen und Fortbildungsangeboten. Die enge Zusammenarbeit mit der Jugendberufsagentur Berlin bleibt bestehen, sodass die positiven Effekte der bisherigen Kooperation weiterhin genutzt werden können.