Senat befasst sich mit Vergabestrukturreform

Pressemitteilung vom 16.12.2025

Aus der Sitzung des Senats am 16. Dezember 2025:

Im Kontext der Vergabestrukturreform hat der Berliner Senat in seiner heutigen Sitzung die Chief Digital Officer (CDO) des Landes Berlin, Martina Klement, beauftragt, auf Basis einer umfassenden Bestandsaufnahme sowie den daraus entwickelten Reformvorschlägen ein Konzept für eine konkrete Reform des Vergabewesens im Bereich Liefer- und Dienstleistungen vorzulegen.
Ziel der Vergabestrukturreform ist, das öffentliche Vergabewesen im Bereich Liefer- und Dienstleistungen – entsprechend den Richtlinien der Regierungspolitik – effizienter und moderner aufzustellen, um öffentliche Mittel wirksamer einzusetzen, die Verwaltung spürbar zu entlasten und zugleich verlässliche und attraktive Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen.

Mit einem jährlichen Beschaffungsvolumen von knapp drei Milliarden Euro allein im Liefer- und Dienstleistungsbereich bildet das Vergabewesen einen zentralen Hebel für die Funktionsfähigkeit der Berliner Verwaltung ebenso wie für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt insgesamt. Zugleich steht das Vergabewesen vor erheblichen Herausforderungen wie steigender Komplexität, zunehmendem Fachkräftemangel, hohen Verfahrenslasten sowie einer hohen Dynamik des Marktes. Hinzu kommt das Sondervermögen des Bundes, das eine „Beschaffungswelle“ auch in Berlin auslösen dürfte.

Die Vergabestrukturreform liegt als Teil der Verwaltungsreform im Verantwortungsbereich der CDO des Landes Berlin. Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme zum Vergabewesen im Land Berlin wurden gemeinsam mit Vergabeexperten aus den unterschiedlichen Verwaltungseinheiten des Landes Berlin Reformvorschläge für eine Neuaufstellung des Vergabewesens entwickelt. Diese fokussieren sich auf vier zentrale Handlungsfelder: klare Prozesse, moderne Vergabepraxis, transparente Daten und zukunftsfähige Organisation. Auf Basis des heutigen Senatsbeschlusses sollen etwa folgende Reformansätze weiterentwickelt werden: Aufbau einer gesamtstädtischen Strategischen Steuerungseinheit mit einem Chief Procurement Officer (CPO); die Digitalisierung der Verfahren für eine transparente Datenlage, eine gebündelte Beschaffung nach Warengruppen sowie die Etablierung einer Beschaffungsagentur, die die Verwaltungen spürbar entlastet und den Interessen der Wirtschaft gerecht wird.

Das Konzept soll dem Senat im Frühjahr 2026 zur Entscheidung vorgelegt werden.