Wegner zur Zukunft der Friedrichstraße: „Umgestaltung gemeinsam mit Anrainern und Gewerbetreibenden“
Pressemitteilung vom 17.11.2025
Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, hat heute bei einem Pressegespräch im Roten Rathaus bekräftigt, dass die Umgestaltung der Friedrichstraße nur gemeinsam mit Anrainern und Gewerbetreibenden gelingen kann und das vorgestellte Konzept zur Neugestaltung der Friedrichstraße gewürdigt.
Wegner: „Die Friedrichstraße ist weit mehr als eine Straße – sie ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen in Berlin, aber auch ein Symbol für die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Stadt. Wir als Senat wollen die Friedrichstraße wieder zu einem urbanen Boulevard entwickeln. Eine solche Transformation gelingt nur gemeinsam –mit den Anwohnerinnen und Anwohnern, den Gewerbetreibenden und der Stadtgesellschaft. Ich danke allen Beteiligten für ihre Ideen und das Konzept zur Gestaltung der Friedrichstraße, die damit ein Vorbild für eine moderne Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik in Berlin werden kann.“
Im Mittelpunkt des Konzepts steht nicht ein radikaler Neubau, sondern die Transformation mit den vorhandenen Gestaltungsmitteln der Friedrichstraße. Der klassische Bürgersteig mit Granitbordstein, Plattenbelägen und Kleinsteinmosaik bleibt erhalten und wird verbreitert – die heutigen Stellflächen für den ruhenden Verkehr werden in breite Gehbereiche mit Platz für Cafébestuhlung, Fahrräder, Bäume und konsumfreien Aufenthalt umgewandelt. So entsteht ein gut gestalteter Raum, der allen mehr Aufenthaltsqualität bietet.
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Das Konzept zur Umgestaltung der Friedrichstraße von Unter den Linden bis Schützenstraße ist ein wertvoller zivilgesellschaftlicher Impuls. Da geht es um für alle guten Verkehr statt Konfliktzonen. Indem alle Nutzergruppen aufeinander Rücksicht nehmen, werden sich Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität bedeutend steigern.“
Das Vorstandsmitglied des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin-Brandenburg, Tobias Nöfer: „Die Friedrichstraße steht wie kaum eine andere Straße für die komplexe Geschichte Berlins: barocke Stadtplanung, Glanzzeiten in der Gründerzeit, radikale Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, Randlage am DDR-Todesstreifen – und nach der Wende eine durchgreifende Erneuerung im Geist der ´kritischen Rekonstruktion´. Doch drei Jahrzehnte nach dieser Umgestaltung wirkt der Straßenraum wie aus der Zeit gefallen: zu schematisch, zu autogerecht, zu unfreundlich und grau. Die Straße als Lebensraum für alle, für Flaneure, Radfahrer und Autofahrer ist zwischen Asphaltwüsten, Schilderwald, Pollern und geparkten Autos verloren gegangen. Es ist höchste Zeit, die Friedrichstraße neu zu denken – ohne ideologische Verkrampfung, aber mit Respekt vor ihrer Bedeutung. Nicht als museale Kulisse, sondern als urbanes Rückgrat inmitten einer vitalen Innenstadt. Die Friedrichstraße ist ein Prüfstein dafür, wie wir mit öffentlichen Räumen umgehen: Ob wir es schaffen, geschmackvolle Gestaltung, Funktion und Nachhaltigkeit wieder zusammenzubringen – oder ob wir uns in Symbolpolitik verlieren.“
Anja Schröder vom Aktionsbündnis ‚Rettet die Friedrichstraße!‘: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Friedrichstraße mit der Umgestaltung und nach den Plänen von Tobias Nöfer nicht nur dringend benötigte Aufenthaltsqualität wiedergewinnt, sondern auch eine reale Chance erhält, sogar zu einem der bedeutendsten Hotspots für Berlinerinnen, Berliner und ihre Gäste zu werden. Durch die Neugestaltung können Gendarmenmarkt und Friedrichstraße die Historische Mitte nachhaltig aufwerten.“
Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V., Nils Busch-Petersen: „Die Friedrichstraße kann mit den vorgeschlagenen Maßnahmen wiederbelebt werden. Hier bietet sich die Chance für neue Urbanität und ein qualitätsvolles Miteinander aller Akteure einer wichtigen Straße der historischen Mitte, ohne ideologisch motiviert einzelne Gruppen zu privilegieren.“
Christian Andresen, Präsident des Hotel- und Gastronomieverbandes Berlin e. V: „Die vorliegenden Entwürfe sind zielführend und ein wichtiger Schritt hin zu mehr Aufenthaltsqualität in der Friedrichstraße. Jetzt gilt es, die historische Mitte ganzheitlich zu denken, sie mutig gesamtplanerisch weiterzuentwickeln und
so attraktiver und zukunftsfähig zu machen.“
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