Hitzeaktionsplan für Berlin vorgelegt
Pressemitteilung vom 19.08.2025
Aus der Sitzung des Senats am 19. August 2025:
Auf Vorlage der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, hat sich der Senat in seiner heutigen Sitzung mit dem Entwurf eines Hitzeaktionsplans für das Land Berlin befasst. Der Hitzeaktionsplan wurde federführend von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege in einem im Juni 2024 begonnenen umfassenden Prozess in Zusammenarbeit mit einer aus Vertreterinnen und Vertretern aller Senatsverwaltungen, der Senatskanzlei und der Bezirke bestehenden ressortübergreifenden Arbeitsgruppe erarbeitet.
Ziel des Hitzeaktionsplans ist es, hitzebedingte Gesundheitsgefahren zu reduzieren beziehungsweise zu verhindern und die Bevölkerung besser vor den sommerlichen Hitzebelastungen zu schützen. Von Hitze ist die gesamte Bevölkerung betroffen, aber ein besonderes Gesundheitsrisiko bedeutet sie für gefährdete Gruppen. Deshalb stehen im Hitzeaktionsplan folgende Gruppen besonders im Fokus: Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit Vorerkrankungen, Menschen, die im Freien arbeiten, Sporttreibende, Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen, obdachlose Menschen, Menschen mit Behinderungen und vor allem pflegebedürftige und ältere Menschen.
Zentraler Bestandteil des Hitzeaktionsplans sind 72 Maßnahmen. Dazu zählen Maßnahmen zur Öffentlichkeitskommunikation, der besondere Schutz von gefährdeten Gruppen oder Maßnahmen zur Begrünung und zu städtebaulichen Aspekten wie zum Beispiel Baumpflanzungen, neue Trinkbrunnen oder hitzegeschützte Gebäude. Einige der Maßnahmen befinden sich bereits in der Umsetzung und sollen fortgesetzt werden. So führt das Landesamt für Gesundheit und Soziales seit 2023 die Öffentlichkeitskampagne „Bärenhitze“ durch, um die Bevölkerung über die Gefahren von Sommerhitze und entsprechende Verhaltenstipps aufzuklären. Darüber hinaus sind im Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin viele verschiedene Akteurinnen und Akteure des Berliner Gesundheits- und Pflegewesens aktiv vernetzt. Im Aktionsbündnis wurden beispielsweise Musterhitzeschutzpläne für verschiedene Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegewesen erarbeitet. Im Rahmen der Umsetzung des landesweiten Hitzeaktionsplans werden weitere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen.
Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: „Der Klimawandel hat weitreichende Folgen für die Menschen – insbesondere auch für die Gesundheit. Neben extremen Wetterereignissen wie Stürmen und Starkregen wird auch die Belastung durch Hitze deutlich ansteigen. Von den zunehmenden Hitzetagen und Hitzewellen, die negative gesundheitliche Auswirkungen auf die Bevölkerung haben, ist Berlin als bebaute Großstadt mit stark versiegelter Fläche besonders betroffen. Auch wenn die Häufigkeit von Krankheitszeichen, Komplikationen oder Akut-Behandlungsfällen in Folge von Sommerhitze schwer zu erfassen ist, verzeichnen wir in den vergangenen Jahren einen Anstieg der Hitze-bedingten Todesfälle. Umso wichtiger ist ein aktiver und systematischer Hitzeschutz, der die Risiken für die Bevölkerung minimieren und die Hitze-Resilienz erhöhen kann. Ein wichtiger Baustein hierfür ist der Hitzeaktionsplan, an dem mein Haus im vergangenen Jahr intensiv gearbeitet hat und mit dem wir ein weiteres Koalitionsvorhaben umsetzen. Der Hitzeaktionsplan befindet sich nunmehr auf der Zielgeraden und soll bald im Senat beschlossen werden. Danach wird es darauf ankommen, die Umsetzung der Maßnahmen in allen Senatsverwaltungen und Bezirken zügig voranzutreiben. Dabei möchte ich betonen, dass sich verschiedene Akteurinnen und Akteure bereits seit mehreren Jahren intensiv für den Hitzeschutz der Bevölkerung engagieren. Mit dem Hitzeaktionsplan werden diese Maßnahmen verstetigt und um weitere, teils langfristige Handlungsfelder ergänzt.“
Im nächsten Schritt erhält der Rat der Bürgermeister die Vorlage des Hitzeaktionsplans. Der finale Senatsbeschluss soll noch im Jahr 2025 erfolgen. Nach Beschlussfassung sind alle Senats- und Bezirksverwaltungen aufgefordert, Maßnahmen im eigenen Geschäftsbereich umzusetzen und zu begleiten. Die zentrale Koordinierung wird durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege vorgenommen.
Weitere Informationen zum Thema Hitzeschutz finden sich auf den Seiten www.berlin.de/hitzeschutz.
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