Senat fördert bezirklichen Tourismus
Pressemitteilung vom 04.03.2025
Aus der Sitzung des Senats
Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey, den jährlichen Bericht über die Bezirkliche Tourismusförderung beschlossen. Im Jahr 2024 standen allen zwölf Bezirken jeweils 150.000 Euro zur Umsetzung touristischer Projekte mit lokaler und überregionaler Bedeutung zur Verfügung. Insgesamt wurden von den Bezirken 60 Maßnahmen im Umfang von rund 1,5 Millionen Euro beantragt und von der Wirtschaftsverwaltung in gleicher Höhe gefördert.
Dazu erklärt die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey: „Berlin ist immer eine Reise wert und das gilt für alle unsere Bezirke. Im vergangenen Jahr haben 12,7 Millionen Menschen unsere Stadt besucht und hier mehr als 30 Millionen Übernachtungen gebucht. Wir wollen unseren Gästen – genauso wie den Berlinerinnen und Berlinern selbst – die große Vielfalt zeigen, die unsere Stadt zu bieten hat. Denn Berlin ist mehr als Brandenburger Tor und Berghain und viele Menschen besuchen unsere Stadt nicht nur einmal. In den zwölf Bezirken gibt es jede Menge zu entdecken, von Ausstellungen, über Kiezspaziergänge, bis hin zum Wassertourismus. Deshalb fördern wir gezielt lokale Projekte und kreative Marketingmaßnahmen der Bezirke und unterstützen damit eine dezentrale und nachhaltige Tourismusentwicklung, die unsere Stadt nicht überfordert und gut für die Kieze ist. Auch im Jahr 2025 setzen wir die Bezirkliche Tourismusförderung fort und stellen den Rathäusern dafür wieder jeweils 150.000 Euro zur Verfügung.“
Mit den Mitteln können sowohl bezirkseigene Vorhaben, als auch bezirksübergreifende Maßnahmen gefördert werden. Dabei setzen die Bezirke eigene Prioritäten. Auch im laufenden Jahr 2025 wurden bereits Projektanträge im Umfang von rund 500.000 Euro an die Wirtschaftsverwaltung gestellt. Bis spätestens 31. August müssen die Bezirke ihre Vorhaben eingereicht haben, um Mittel zu erhalten.
Erkennbare Schwerpunkte der Bezirksprojekte lagen in 2024 insbesondere bei kulturellen Angeboten sowie bei Marketingmaßnahmen, die bezirkliche Angebote über die Bezirks- und Stadtgrenzen hinaus bekannter machten. In den Bezirken Lichtenberg, Pankow, Steglitz-Zehlendorf sowie Treptow-Köpenick wurden zudem die Marketing- und Tourismuskonzepte weiterentwickelt und digitale Informationsangebote ausgebaut. Mit der Kampagne „Urban Edge, Artistic Soul“ machte Neukölln über die Stadtgrenzen hinaus auf sich aufmerksam und Treptow-Köpenick begann mit dem Projekt „Digital First“ die Gestaltung einer effizienteren Zielgruppenansprache für sein Tourismusangebot mithilfe von digitalen Technologien.
Zu den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen gehörten etwa das „Musikfestival Panke Parcours“ und „Herbstfest Hansaviertel“ (Mitte), „Literatur trifft Manufaktur“ und „Filmgeschichte(n)“ (Pankow), Fête de la Musique (Tempelhof-Schöneberg), „Spandau macht Alte Musik“ (Spandau), „Alte Kapelle / Jazzkeller“ (Friedrichshain-Kreuzberg), oder „Das erste Mal – Prämieren der Kulturlandschaft“ und „Food & Culture Festival“ (Steglitz-Zehlendorf).
Charlottenburg-Wilmersdorf entwickelte historische Kiezsparziergänge in sieben Ortsteilen und veröffentlichte sie über die Wander-App Komoot. Mit „Ein Viertel im Widerstand“ konzipierte der Bezirk zudem einen besonderen Stadtspaziergang zu Orten des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. In Friedrichshain-Kreuzberg standen Aktivitäten für einen stadtverträglichen Tourismus im Fokus, etwa mit sogenannten Nachtläufern, um in stark frequentierten Ausgehkiezen Partygäste für ein rücksichtsvolles Miteinander mit den Anwohner:innen zu sensibilisieren, oder mit einer gemeinsamen Sauberkeitskampagne des Bezirks mit der BSR an touristischen Hotspots.
Auch im vergangenen Jahr wurden wieder Projekte zur Förderung eines inklusiven Tourismus umgesetzt, wie etwa eine inklusive E-Bike Tour (Friedrichshain-Kreuzberg) oder der Inklusionswanderführer (Marzahn-Hellersdorf). Mit einer neuen Fahrradkarte und mit einem überholten Sportbootanleger setzte Reinickendorf auf sportliche Akzente. Zur Weihnachtszeit gab es Digitale Adventskalender (Lichtenberg), ein weihnachtliches Rixdorf (Neukölln) und Festbeleuchtung entlang der Tauentzienstraße (Tempelhof-Schöneberg).
Räume für Kunst und Kreativität entstanden zum Beispiel in Charlottenburg-Wilmersdorf, wo das BASEMENT am Europacenter zu Ausstellungen und Veranstaltungen der Gegenwartskunst einlud, oder in Pankow, wo der Bezirk mit dem Projekt „Design.Window.Berlin“ leerstehende Schaufenster mit Produkten lokaler Designer:innen und Manufakturen bestückt. Lokales bot auch der inzwischen zweite „Faire Markt“ in Lichtenberg an, während Neukölln eine Digitale Schatzsuche für Gäste mit Familien anbot. Auch Jubiläumsveranstaltungen wurden in mehreren Bezirken gefördert: so zum Beispiel das 75-jährige Bestehen von „Die Stachelschweine“ (Charlottenburg-Wilmersdorf), „30 Jahre Marzahner Mühle“ und „Rund um das Schloss Biesdorf“ (Marzahn-Hellersdorf).
Bezirksübergreifende Projekte
Eine der bezirksübergreifenden Maßnahmen ist die mehrtägige Aktion „Ab ins B!“, die im Frühling Stadtteile außerhalb des Berliner S-Bahn Rings in den Fokus der Aufmerksamkeit stellte. Zehn Berliner Bezirke luden gemeinsam zu über 100 Sehenswürdigkeiten und 250 Veranstaltungen ein. Auch dieses Jahr findet „Ab ins B!“ statt, diesmal vom 18.- 27. April.
Mit „Sight Dressing“ wurde im vergangenen Jahr ein innovatives Konzept in Zusammenarbeit zwischen PLATTE Berlin und mehreren Bezirken vorangetrieben. Der Name ist Programm: Kreationen von jungen Modedesigner:innen aus Berlin wurden in verschiedenen Berliner Kiezen abgelichtet – und die Orte dadurch zu Ko-Stars der jeweiligen Kampagnen, die zu Anlässen wie Fashion Week, Art Week oder 35 Jahre Mauerfall zum Einsatz kamen.
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