Bündnis für Ausbildung appelliert an junge Berlinerinnen und Berliner
Pressemitteilung vom 18.10.2024
Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:
Bei der vierten Sitzung des Bündnisses für Ausbildung haben die Bündnispartner am Freitag das Ziel bekräftigt, bis Ende 2025 rund 2.000 zusätzliche Ausbildungsverträge zu schaffen. Gleichzeitig appellieren sie gemeinsam an die jungen Berlinerinnen und Berliner, alle Angebote für eine Ausbildung zu nutzen. Auch für das bereits gestartete Ausbildungsjahr gebe es noch zu vergebene Ausbildungsplätze, so die Bündnispartner.
Nach den vorläufigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit von Ende August gibt es im Vergleich zum Vorjahr mehr Bewerbende (2024: 21.118, 2023: 19.949) und Ausbildungsstellen (2024: 15.710, 2023: 15.494) sowie weniger unbesetzte Stellen (2024: 5.665, 2023: 5.823), aber auch mehr unversorgte Bewerberinnen und Bewerber (2024: 7.144, 2023: 6.546) als im Vorjahr. Auf der gemeinsamen Website www.ausbildung.berlin gibt es insgesamt über 9.400 Jobs sowie weitere Informationen zu Beratungsangeboten und Veranstaltungen wie die Ausbildungsmesse „Einstieg Berlin“ am 15. und 16. November 2024. Von den über 8.000 Ausbildungsbetrieben im IHK Ausbildungsatlas verzeichnen derzeit noch über 2.600 Betriebe offene Ausbildungsplätze.
Die Sitzung des Bündnisses für Ausbildung fand am Freitag bei der ASML Berlin GmbH statt, die derzeit 50 Auszubildende in gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen ausbildet. Dabei haben sich die Bündnispartner direkt mit jungen Auszubildenden ausgetauscht, um mehr über ihre Erfahrungen bei der Suche nach einer Ausbildung zu erfahren. Außerdem besuchten die Bündnispartner das Experience Center, das interaktiv über den Betrieb und seine Möglichkeiten informiert.
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Wir arbeiten hart daran, mehr Jugendliche in die Ausbildung zu bringen. Um dies zu erreichen, müssen wir die duale Ausbildung weiter stärken. Eine gute Berufsorientierung ist entscheidend, damit Jugendliche besser verstehen, welche Chancen und Perspektiven eine duale Ausbildung bietet. Nur so können wir die Fachkräfte von morgen gewinnen. Deshalb haben wir gemeinsam das Bündnis für Ausbildung ins Leben gerufen, und ich danke allen Beteiligten herzlich dafür.“
Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey: „Unsere heutige Sitzung bei der ASML unterstreicht eindrucksvoll, dass die duale betriebliche Ausbildung nach wie vor ein wirkungsvoller und nachhaltiger Einstieg in die Berufswelt sein kann. Damit es auch der passende Beruf ist, ist für Jugendliche eine umfassende Berufsorientierung immens notwendig. Hier stellen sich die Weichen für viele Jahre des Berufslebens. Unternehmen tun gut daran, so die nächste Generation engagierter Fachkräfte heranzubilden und an sich zu binden. Wichtige Zukunftsaufgabe wird sein, die betriebliche Ausbildung und ihre Vorteile wieder ins Bewusstsein zu rücken.“
Cansel Kiziltepe, Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung: „Im Bündnis arbeiten wir weiter zielgerichtet an der Umsetzung der verabredeten Maßnahmen. Das ist ein gutes und wichtiges Signal nach den intensiv geführten Debatten zum Start. Alle Beteiligten führen gute und weiterführende Gespräche mit aktiven und ehemaligen Ausbildungsbetrieben sowie noch nicht ausbildenden Betrieben. Wir bündeln Ressourcen und setzen sie gezielt ein. Das Bündnis betreibt verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Werbung insbesondere für Schülerpraktika. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten vor allem auf den Arbeitsebenen für ihren intensiven Einsatz!“
Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Die duale Ausbildung ist ein zentraler Baustein bei der Fachkräftegewinnung in Berlin. Junge Menschen brauchen eine gezielte Berufsorientierung und Praxiserfahrung. Das hilft ihnen, den Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich zu gestalten. Durch die enge Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft schaffen wir genau die Rahmenbedingungen, die es den Auszubildenden ermöglichen, ihre Stärken zu entdecken und die nötigen Kompetenzen für die Arbeitswelt zu erlangen. Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass diese Ausbildungswege noch bekannter und zugänglicher werden. Nur so können wir den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs sichern und die Zukunft unserer Stadt gestalten.“
Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg: „ASML hat uns heute vor Ort gezeigt, wie attraktive Ausbildung 2024 aussehen kann: ein spannendes technisches Berufsfeld in einem tarifgebundenen Unternehmen, das seine Mitarbeitenden korrekt entlohnt, und wo die Auszubildenden in der Jugend- und Auszubildendenvertretung schon in der Ausbildung lernen, wie Sozialpartnerschaft und ein faires Miteinander zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten funktionieren. Wir sollten in der schulischen Ausbildung endlich thematisieren, wie wichtig Sozialpartnerschaft, Tarifverträge und Augenhöhe im Betrieb sind. Dann wissen die Auszubildenden in Zukunft schon vor Ausbildungsbeginn, wie der Start ins Berufsleben gelingen kann. Angesicht der aktuellen Lage ist es dringlich, dass jungen Menschen Perspektiven geboten werden und alle noch unversorgten Bewerber*innen eine Chance für einen Ausbildungsplatz bekommen.“
Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg: „ASML hat uns heute vor Ort gezeigt, wie attraktive Ausbildung 2024 aussehen kann: ein spannendes technisches Berufsfeld in einem tarifgebundenen Unternehmen, das seine Mitarbeitenden korrekt entlohnt, und wo die Auszubildenden in der Jugend- und Auszubildendenvertretung schon in der Ausbildung lernen, wie Sozialpartnerschaft und ein faires Miteinander zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten funktionieren. Wir sollten in der schulischen Ausbildung endlich thematisieren, wie wichtig Sozialpartnerschaft, Tarifverträge und Augenhöhe im Betrieb sind. Dann wissen die Auszubildenden in Zukunft schon vor Ausbildungsbeginn, wie der Start ins Berufsleben gelingen kann. Angesicht der aktuellen Lage ist es dringlich, dass jungen Menschen Perspektiven geboten werden und alle noch unversorgten Bewerber*innen eine Chance für einen Ausbildungsplatz bekommen.“
Dr. Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit: „Ausbildung lohnt sich – für Jugendliche und für Unternehmen. In den zurückliegenden Monaten konnten wir mehr Firmen gewinnen, Ausbildung anzubieten. Auch die Berufsberater*innen gewannen mehr Schüler*innen für eine betriebliche Ausbildung in Berlin. Um den Bedarf an Fachkräften für die Zukunft zu sichern, müssen wir diesen Trend weiter verstärken.“
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe, Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch hatten am Freitag zu der Sitzung des Bündnisses für Ausbildung eingeladen. An der Sitzung nahmen der DGB Berlin-Brandenburg, die Industrie- und Handelskammer Berlin, die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, die Handwerkskammer Berlin, die IG Metall Berlin, ver.di Berlin-Brandenburg, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Berlin, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Region Berlin-Brandenburg, die Fachgemeinschaft Bau, der Verband der Software-, Informations- und Kommunikations-Industrie in Berlin und Brandenburg e.V., der Verband freier Berufe Berlin e. V., der Dehoga Berlin, die IGBCE Bezirk Berlin-Mark Brandenburg sowie die IG Bauen-Agrar-Umwelt teil.
Zum Bündnis für Ausbildung
Da die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft nur gemeinsam gelöst werden können, ist das Bündnis für Ausbildung im Jahr 2023 ins Leben gerufen worden. Die Bündnispartner haben ein Handlungsprogramm mit über 47 Maßnahmen in vier Handlungsfeldern beschlossen, um das gemeinsame Ziel von 2.000 zusätzlichen betrieblichen Ausbildungsverträgen bis Ende 2025 zu erreichen.
Pressemitteilung zur Bündnissitzung am 8. April 2024
Pressemitteilung zur Bündnissitzung am 4. Dezember 2023
Pressemitteilung zur Auftaktsitzung am 30. August 2023
Kontakt
Presse- und Informationsamt des Landes Berlin