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Sozialsenatorin legt Zwischenbericht zur Gesamtstädtischen Steuerung der Unterbringung wohnungsloser Menschen vor – Pilotbetrieb kann starten

Pressemitteilung vom 08.06.2021

Aus der Sitzung des Senats am 8. Juni 2021:

Die Entwicklung und Erprobung eines neuen IT-Fachverfahrens der künftigen Gesamtstädtischen Steuerung der Unterbringung wohnungsloser Menschen (GStU) nimmt weiter Fahrt auf. Dieses Verfahren findet nach dem Prinzip „Mensch sucht Bett“ einen passenden Platz in einer Unterkunft für einen wohnungslosen Menschen und stellt Zuweisung und Abrechnung zentralisiert zur Verfügung. Einen darüber von Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, vorgelegten Zwischenbericht hat der Senat heute beschlossen.

Das erste Modul des Fachverfahrens, das den Kernprozess „Mensch sucht Bett“ abbildet, wurde entwickelt, getestet und im Juni 2020 abgenommen. Um mit dem Echtbetrieb zu starten, waren weitere Tests und die Vorbereitung der IT-Infrastruktur notwendig. Diese sind nun abgeschlossen. Im Juni 2021 beginnen die Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit dem neuen System arbeiten werden. Dann startet im August 2021 ein Pilotprojekt zunächst mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) sowie den Bezirken Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf in ausgewählten Unterkünften. Dabei werden mit dem neuen Programm platzgenau die Unterkünfte inklusive spezifischer Merkmale abgebildet, dazugehörige Dokumente erstellt, die Anwesenheit dokumentiert und Schadensmeldungen/-behebungen kontrolliert.

Nach drei Monaten soll das Projekt evaluiert werden. Ziel ist es, anschließend einen Aufwuchsplan für die neue Serviceeinheit GStU zu entwickeln, jener Organisation, die künftig die Unterbringung wohnungsloser Menschen zentral steuern und verwalten wird.

An das GStU-System werden nur qualitätsgesicherte Unterkünfte angebunden sein. Dafür wurden Qualitätsstandards und Konzepte für die bedarfsgerechte Ausstattung verschiedener Unterkünfte für unterschiedliche Zielgruppen erarbeitet. Parallel wird nun eine gesamtstädtische Qualitätssicherung aufgebaut, die eine Einhaltung der Standards in den künftig vertragsgebundenen Wohnungslosenunterkünften kontrollieren wird.

Sozialsenatorin Breitenbach: „Die Umstellung des Unterbringungssystems weg von der unüberschaubaren Unterkunftssituation in den Bezirken hin zu einer zentralen Belegung, Steuerung und Abrechnung ist eines der größten Projekte, das wir in dieser Legislatur auf den Weg gebracht haben. Die Umsetzung erfolgt nicht von heute auf morgen, dafür jedoch durch ein qualitätsgesichertes und von Grund auf solides System. Dies wird den überteuerten Wildwuchs an Unterkünften beenden und vor allem: den Menschen die Unterstützungsangebote machen, die sie brauchen, um kurzfristig ihre Notsituation und langfristig ihre Wohnungslosigkeit zu überwinden.“

Der Staatssekretär für Soziales Alexander Fischer bei der Eröffnung der Strategiekonferenz 2021: „Wenn die GStU so funktioniert, wie wir es geplant und aufgebaut haben, wird dies ein echter ‚Game Changer‘ für die Unterbringung wohnungsloser Menschen sein.“