Begleitprogramm zur Ausstellung: Der Verrat?! Legenden der November­revolution

In der Ausstellung: »Der Verrat?! Legenden der Novemberrevolution«

Sonderausstellung vom 18.01. bis 19.05.2019
Museum Pankow – Standort Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

Begleitveranstaltung zur Ausstellung: Der Verrat?! Legenden der Novemberrevolution am 11.04.2019

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Begleitveranstaltung zur Ausstellung: Der Verrat?! Legenden der Novemberrevolution, Lesung am 04.04.2019

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Begleitprogramm zur Ausstellung: Der Verrat?! Legenden der Novemberrevolution

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Diskussionsveranstaltung am 28.02.2019

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  • Donnerstag
    28.02.2019
    19.00 Uhr

    Diskussionsveranstaltung
    »Legenden der Novemberrevolution«

    Die Novemberrevolution, so Martin Sabrow, ist bis heute eine verschämte Revolution geblieben, eine Revolution, die keine Glorifizierung erfahren hat, keine Aufnahme in den Ruhmestempel der deutschen Demokratie­geschichte, eine Umwälzung ohne Anhänger, eine »Revolution, die niemand wollte.
    Für Wolfgang Niess ist die Revolution von 1918/19 – eine Sternstunde der Frei­heits­be­wegung und der Beginn der parlamen­tarischen Demokratie in Deutschland, Jahrzehnte­lang vergessen, verschwiegen, für politische Zwecke instrumentalisiert – die 100 Jahre danach in ihrer wahren Bedeutung ge­wür­digt werden sollte.
    Der Historiker Mark Jones schildert die dramatische Gründungs­phase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabu­brüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozial­demo­kratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend – bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes.

    Martin Sabrow (Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung), Wolfgang Niess (Historiker) und Mark Jones (Historiker) | Moderation: Bettina Tacke (Kuratorin)

  • Donnerstag
    21.03.2019
    19.00 Uhr

    Diskussionsveranstaltung
    Sebastian Haffners Thesen über die “verratene Revolution”.

    Diskussion der beiden Haffner-Biografen Uwe Soukup und Dr. Jürgen Peter Schmied

    Nach der Lektüre von Haffners Werk über die Deutsche Revolution 1918/19, gründete Uwe Soukup 1993 einen eigenen Verlag, um diese Streitschrift zum 75. Jahrestag der verdrängten Revolution neu herauszubringen. Er war seither von Haffner so begeistert, dass er ihm 2001 unter dem Titel „Ich bin nun mal Deutscher. Sebastian Haffner“ eine erste Biografie widmete.

    Jürgen Peter Schmied stützt seine 2010 erschiene Biografie über Sebastian Haffner auf die Auswertung des umfangreichen Nachlasses und unterzieht die Person Haffners einer kritische Würdigung.

    Moderation: N.N.

  • Donnerstag
    28.03.2019
    19.00 Uhr

    Vortrag
    Dominik Juhnke: »Karl Liebknecht, das Berliner Schloss und die Ausrufung der sozialistischen Republik«

    Wie kam es dazu, dass Karl Liebknecht am 9. November 1918 ausgerechnet vom kaiser­lichen Schloss die „freie sozialistische Republik“ ausrief? Die genaue Betrachtung der Geschehnisse rund um das Berliner Schloss wirft ein neues Licht auf den wichtigsten Auftritt im Leben des Politikers. Wie wurde Liebknechts Proklamation zum „Mythos der Revolution“? Dominik Juhnke stellt verschiedene Perspektiven und Personen dieses 9. November 1918 am Berliner Schloss vor. Er berichtet auch von seinen Recherchen und der Wider­sprüchlichkeit der Quellen.

    Dominik Juhnke, Jahrgang 1988, hat Geschichte und Fachjournalistik Geschichte in Gießen studiert sowie Public History an der FU Berlin. Seit 2016 ist er assoziierter Wissenschaftler am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.
    In Zusammenarbeit mit der Stiftung Humboldt Forum.
    Moderation: Bernt Roder (Museum Pankow)

  • Donnerstag
    04.04.2019
    19.00 Uhr

    Lesung
    »Bleiben Sie tapfer und lassen Sie sich nicht niederdrücken«
    Rosa Luxemburgs Briefe an Sophie Liebknecht
    Es liest: Nadja Engel

    Karl Liebknecht heiratete 1900 die aus einer jüdischen Familie stammende Julia Paradies, drei Kinder wurden geboren: Wilhelm (Helmi), Robert (Bobbi) und Vera. Seit 1906 war die russisch-jüdische Kunst­geschichts­studentin Sophie Ryss seine Geliebte. Julia Liebknecht starb 1911 im Alter von nur 38 Jahren, die Hochzeit mit Sophie folgte 1912. Karl Liebknecht propagierte die Gleich­berechtigung – doch im Alltag waren seine Frauen meist mit den Kin­dern allein. Karl Liebknecht wurde nach seiner Rede bei der Demon­stration am 1. Mai 1916 („Nieder mit dem Krieg! Nieder mit der Regierung!“) um­ge­hend verhaftet und zu 4 ½ Jahren Zuchthaus verurteilt. Rosa Luxemburg war ebenfalls mehrere Jahre aus politischen Gründen inhaftiert. Ihre Briefe aus dem Gefängnis an Sophie Liebknecht – die sie mit „Sonja“ oder „Sonitschka“ vertraulich anredete – zeigen, welchen Anteil sie an deren Situation nahm. Sie zeigen auch, wie emanzipiert sie war: So versuchte sie, Sophie darin zu bestärken, selbstständig und unabhängig zu sein. Die Briefe Sophies liegen nicht vor, aber aus den Antworten Rosa Luxemburgs ergeben sich Zu­sam­men­hänge, sie lassen auch Rück­schlüsse auf das Verhältnis von Karl Liebknecht zu seiner Frau zu. Die Briefe enthalten viele Natur­beob­achtungen, die beiden tauschten sich auch über Literatur aus.

    Die Berliner Schauspielerin Nadja Engel studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, danach hatte sie Engagements u.a. in Schwerin und am Berliner Ensemble. Seit 1997 ist sie freischaffende Schauspielerin im Theater, Film und Fernsehen.
    Einführung und Moderation: Doris Fürstenberg

  • Donnerstag
    11.04.2019
    19.00 Uhr

    Vortrag
    Dr. Jörn Schütrumpf: »Spartakusaufstand«

    Der unterschlagene Bericht des Untersuchungsausschusses der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung über die Januar-Unruhen 1919 in Berlin im Januar 1919 griffen revolutionäre Arbeiter in Berlin zu den Waffen.
    Der vom linken Flügel der Berliner USPD getragene Aufstand wurde von Anfang an der gerade gebildeten KPD zu­ge­schrieben. Sie war für solche Aktionen allerdings viel zu schwach. Die KPD hatte im Januar 1919 in Berlin etwa 300 Anhänger, die USPD 200.000. Trotzdem hält sich bis heute die Legende vom »Spartakus­aufstand«. Zu ganz anderen Ergebnissen kam der Unter­suchungs­aus­schuss der ver­fassung­gebenden Preußischen Landes­versammlung über die Januar-Unruhen 1919 in Berlin in seinem Abschluss­bericht vom 9. Februar 1921.
    Dr. Jörn Schütrumpf hat diese bislang in der Forschung nicht beachtete Quelle analysiert. Im Dietz-Verlag hat er den Bericht als Reprint veröffentlicht und ihm eine aufschluss­reiche Analyse vorangestellt. Sein Vortrag wird die Entstehung des Berichtes, seine Geschichte und die historische Bedeutung behandeln.

    Dr. Jörn Schütrumpf ist Leiter der Fokusstelle Rosa Luxemburg in der Rosa Luxemburg Stiftung, Historisches Zentrum.

    Einführung: Doris Fürstenberg