Auf dem Gelände zwischen der Bahnhofstraße von Blankenfelde nach Lübars und dem Alten Bernauer Heerweg befand sich von 1941 bis 1945 ein »Krankensammellager für arbeitsunfähige Ostarbeiter« – Frauen und Männer aus der Sowjetunion, die zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt worden waren. Infolge der schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen erkrankten viele Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter an Lungentuberkulose. Für den »Arbeitseinsatz« nicht mehr brauchbar, kamen sie – oft nicht einmal 25 Jahre alt – in das Lager Blankenfelde-Nord. Ursprünglich sollten diese Menschen in ihre Heimat zurückgebracht werden, doch diese Transporte wurden bald eingestellt. Katastrophale hygienische Bedingungen sowie mangelhafte Ernährung und fehlende ärztliche Betreuung führten oftmals zum Tode. Bis heute konnten mindestens 726 Todesfälle nachgewiesen werden.
Nach dem Krieg wurden die Baracken für kurze Zeit von Flüchtlingen als Unterkunft genutzt. Zwischen 1961 und 1989 lag das Gelände im Bereich der Grenzbefestigung der Berliner Mauer. Bis vor wenigen Jahren waren die Geschichte des Lagers und das Schicksal der Menschen, die dort unter menschenunwürdigen Bedingungen leben mussten, verdrängt und vergessen.
Bürgerinnen und Bürger aus Pankow und Reinickendorf initiierten im Jahre 2009 einen Runden Tisch, um gemeinsam an die Geschichte des Lagers zu erinnern. Sie bereiteten die Aufstellung dieser vorläufigen Informationstafel vor. Im April 2023 wurde das Gelände des ehemaligen Krankensammellagers Blankenfelde als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.