Die Waldsiedlung Zehlendorf rund um den U-Bahnhof „Onkel Toms Hütte“ an der U-Bahnlinie 3 und der Argentinischen Allee liegt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf am Rande des Grunewalds. Die Architekten Bruno Taut, Hugo Härung und Otto Rudolph Salvisberg errichteten für die Wohnungsbaugenossenschaft GEHAG in der kurzen Zeit von 1926 bis 1932 eine der größten und bekanntesten deutschen Siedlungen der 1920er Jahre. Von den insgesamt 1917 Wohneinheiten wurden 1.108 im Geschosswohnungsbau in Mehrfamilienhäusern mit bis zu drei Geschossen und 809 Einfamilienhäuser errichtet.
In der Waldsiedlung sollte bezahlbarer Wohnraum in einer gesunden und naturnahen Umgebung entstehen. Die Gestaltung der Freiflächen durch Leberecht Migge und Martha Willings-Göhre erfolgte gleichberechtigt zum Hochbau, und so entstand eine harmonisch im Naturraum gelegene, funktional moderne Anlage mit durchgehenden Flachdächern, differenzierter Farbigkeit und optimaler infrastruktureller Anbindung.
Die Waldsiedlung Zehlendorf wurde als siebte „Siedlung der Berliner Moderne“ für die UNESCO Welterbeliste vorgeschlagen. Sie weist ebenbürtig mit den anderen Berliner Siedlungen der Moderne herausragende städtebauliche, architektonische und gartenkünstlerische Qualitäten auf. Dazu zählen z.B. der Einsatz von Farbe als Gestaltungsmittel sowie die Einbettung der Anlage in das vorhandene Waldgebiet.