12. – 13. September 2026
Der Tag des offenen Denkmals stand 2026 unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Besonders in den Fokus rückte in diesem Jahr die enge Verbindung von Baukultur, technischer Entwicklung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Historische Brücken und Verkehrsanlagen, die Wasser- und Energieversorgung sowie Kommunikationsnetze vergangener Zeiten sind wichtige Zeugnisse der Stadtgeschichte und prägen unseren Alltag. Mitten im Berliner Stadtleben verankert ist die U-Bahn: Sie verbindet ganz unterschiedliche Epochen der Stadtentwicklung und ist weit mehr als nur technische Infrastruktur. Das machten auch die Entdeckertouren sichtbar, die u. a. das Landesdenkmalamt in Kooperation mit der BVG zu den markanten Pop-Art-Bahnhöfen der U7 anbot. Sie schärften den Blick für Details, die man sonst im Vorbeifahren oft nur unbewusst wahrnimmt – vom Sonnenuntergang auf einer Sommerblumenwiese bis zu den Bühnenbildern einer romantischen Oper.
Das 100-jährige Bestehen der Waldsiedlung Zehlendorf, die 1926 bis 1931 – in nur fünf Jahren Bauzeit – als Vorzeigeprojekt des Berliner sozialen Wohnungsbaus entstand, wurde in diesem Jahr ebenso gefeiert wie ihre Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste. Damit wurde die Reihe der sechs Siedlungen der Berliner Moderne um ein weiteres bedeutendes Zeugnis ergänzt. Nach dem großen Welterbe-Festival im August präsentierte deshalb auch das Denkmalwochenende zahlreiche Veranstaltungen, bei denen Interessierte die besondere Symbiose aus Natur und buntem Wohnraum erleben konnten.
Zum ersten Mal mit dabei – und seit 2025 neu auf der Berliner Denkmalliste – war der Pionierpalast „Ernst Thälmann“ (heute FEZ-Berlin) in der Wuhlheide, der 1976-79 vom VEB BMK Ingenieurhochbau Berlin erbaut wurde. Die Führungen zu dem DDR-Kulturhaus, das nach Entwürfen Günter Stahn im Stil des Architekten Alvar Aalto entstand, informierten über dessen Bau- und Planungsgeschichte – von der sozialistischen Freizeit- und Bildungseinrichtung zu Europas größtem Kinder- und Jugendzentrum.
Ein besonderes Highlight waren die sehr schnell ausgebuchten Führungen über die Baustelle des Bauhaus-Archivs. Der nach Entwürfen von Walter Gropius errichtete und 1979 eröffnete Museumsbau mit seinen charakteristischen Sheddächern, der die weltweit größte Bauhaus-Sammlung beherbergt, wird derzeit denkmalgerecht saniert und durch einen Neubau erweitert. Der Blick hinter die Bauzäune zeigte die laufenden Arbeiten aus nächster Nähe und gab Einblicke in eines der ambitioniertesten Kulturbauprojekte Berlins.
Dank des großen Engagements und der Leidenschaft der ehrenamtlichen Veranstalterinnen und Veranstalter wurde beim Tag des offenen Denkmals in Berlin auch in 2026 wieder ein facettenreiches Programm auf die Beine gestellt, das uns Berlin aus ungewohnten Blickwinkeln erleben ließ. Vielen Dank für die inspirierenden Begegnungen und die vielen neuen Perspektiven auf die Denkmale unserer Stadt.