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Berliner Rundfunk

Ehem. Haus des Rundfunks
Ehem. Haus des Rundfunks
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Ehem. Haus des Rundfunks

Masurenallee 10/14 in Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Westend
Bauzeit / -Geschichte: 1929-30 von Hans Poelzig

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Ehem. Haus des Rundfunks
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Reuss

Das Haus des Rundfunks war von Kriegsschäden weitgehend verschont geblieben und wurde am 2. Mai 1945 von den sowjetischen Streitkräften unter Führung Major Popows besetzt und fortan kontrolliert. Popow war Rundfunkingenieur und hatte von 1931 bis 1933 als Praktikant in diesem Haus gearbeitet.

Das Haus des Rundfunks war 1929-30 von Hans Poelzig auf dem Grundriss eines abgerundeten Dreiecks errichtet und am 31. Januar 1931 eingeweiht worden. Es war nach dem Funkhaus in München das zweite Gebäude seiner Art und fand seinerzeit große Beachtung. Poelzig platzierte die Redaktionsräume an den Außenseiten, sodass die drei im Zentrum des Hauses gelegenen Studiokomplexe vom Straßenlärm abgeschirmt waren.

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Ehem. Haus des Rundfunks
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Der große Sendesaal wurde 1933 eingerichtet und bildete das Herzstück des Gebäudes. Außerdem existieren ein kleiner Sendesaal und ein Hörspielkomplex, der über eine Vielfalt akustischer Möglichkeiten verfügte.

Am 13. Mai 1945 konnte unter dem Namen „Berliner Rundfunk“ bereits wieder gesendet werden. Zum Intendanten wurde Hans Mahle (KPD) ernannt. Unter den Mitarbeitern waren zum größten Teil Redakteure unterschiedlicher politischer Herkunft zu finden, so auch die Sozialisten Bruno Goldhammer und Leo Bauer, die später in der DDR führende Positionen innehaben sollten.

Einige Monate nach Kriegsende nahm am 7. Februar 1946 auch der DIAS (Drahtfunk im amerikanischen Sektor) seinen Sendebetrieb auf. Im selben Jahr konnte man das British Forces Network (BFN) von einer Anlage der Deutschen Reichspost in der Stallupöner Allee 19-21 hören. Der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) hatte am 17. August 1946 sein Berliner Büro eröffnete.

Mit zunehmender Politisierung des Rundfunkprogramms wurden auch die Gegensätze zur britischen Militärregierung, in deren Sektor das Haus des Rundfunks lag, deutlich. 1948 lehnte die sowjetische Militärregierung die Übergabe an die Briten ab. Die Situation verschärfte sich durch die Berlin-Blockade erheblich. Zwischen 1950 und 1952 wurden alle technischen Anlagen von den Sowjets demontiert und in deren Sektor nach Adlershof verbracht. 1952 kam es zur Gründung von Radio DDR, das alle bestehenden Sender der sowjetischen Besatzungszone übernahm.

Als sich der Konflikt zwischen den Westalliierten und den Sowjets Anfang Juni 1952 zuspitzte, ließ der britische Stadtkommandant Coleman am 3. Juni 1952 das Haus umstellen und anschließend umzäunen. Am 9. Juli 1952 stellte der Berliner Rundfunk seinen Sendebetrieb in der Masurenallee ein. Das Haus des Rundfunks stand bis 1956 leer, wurde allerdings von einem sowjetischen Kommando mit zehn bis fünfzehn Soldaten bewacht.

1956 wurde das Haus des Rundfunks vom sowjetischen Stadtkommandanten Tschamow an den Regierenden Bürgermeister Otto Suhr übergeben. Alle technischen Anlagen waren demontiert oder zerschlagen, die Studios und Räume wesentlich beschädigt worden.

Nach umfangreichen Renovierungen wurde das Haus des Rundfunks 1957 dem 1954 gegründeten Sender Freies Berlin zur Nutzung übergeben und 1965 übereignet. 1970 wurden in direkter Nachbarschaft weitere Gebäude hinzugefügt. Seit 2003 ist es Sitz des Rundfunks Berlin-Brandenburg.