Alexander Barracks

Ehem. Schülerbergkaserne
Ehem. Schülerbergkaserne
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Askanierring 71-71B, 81/81a, 84, 99/93a, 94-102, 108/108a, Neue Bergstraße 7/11, Neuendorfer Straße 64-69 in Spandau, Ortsteil Spandau
Bauzeit / -Geschichte: 1877-79

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Ehem. Schülerbergkaserne
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

Die Schülerbergkaserne wurde von 1945-94 von den britischen Streitkräften als Kaserne benutzt. In ihr waren neben verschiedenen Transporteinheiten (“Royal Corps of Transport”) auch die Werkstatteinheit, der “Field Workshop, Royal Electrical and Mechanical Engineers” (REME) untergebracht.

Die Schülerbergkaserne liegt in der Neustadt Spandaus, die mit Zunahme der Bevölkerung durch den 1855 initiierten Rüstungsbau stetig anwuchs und ab 1876 ausgebaut wurde. Da der Raum um die Festungswerke der Altstadt begrenzt war, wich man auch mit dem Bau neuer Militärstätten in die Neustadt aus.

1869 und 1871 erwarb der preußische Militärfiskus zwei Grundstücke an der Schülerbergschanze. Als der Sand des Geländes abgetragen war, wurde 1869 das erste Artilleriewagenhaus als Lager für Geschütze errichtet. 1881 folgten sechzehn weitere in Nord-Süd-Ausrichtung und sechs weitere in Ost-West-Ausrichtung.

Zwischen 1877-79 wurde das Gelände der Wagenhäuser durch einen Kasernenbau für das 3. Garde-Grenadier-Regiment Königin Elisabeth, benannt nach der Königin-Witwe Friedrich Wilhelms IV., weiter erschlossen. Nach dem Ersten Weltkrieg waren auf dem Gelände das Reichswehr-Pionier-Bataillon Nr. 3, 1924-1935 die Polizeischule für Leibesübungen und 1935-39 die Luftwaffensportschule untergebracht. Auf dem Areal befand sich außerdem der 1859 angelegte jüdische Friedhof der Stadt Spandau. 1939 wurden die Gräber auf den jüdischen Friedhof in Weißensee umgebettet.

Die Schülerbergkaserne ist ein überaus anspruchsvoller Kasernenbau, der in gelbem Backstein errichtet wurde und architektonische Elemente des Burgenstils bzw. des Normannenstils aufweist. Der langgestreckte, drei- bzw. viergeschossige, mit einem Risalit hervorgehobene Mittelbau ist von zwei Türmen flankiert, die zu viergeschossigen Seitenflügeln überführen. Sämtliche Bauten sind mit Zinnen bekrönt und mit aufwendigen Gesimsen verziert. Die beiden Verbindungsbauten wurden mit Satteldächern eingedeckt. Alle anderen Gebäude besitzen Walmdächer.

Mit der Nutzung als Luftwaffensportschule wurden weitere Gebäude, darunter eine Sporthalle und ein Verwaltungsgebäude hinzugefügt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Ausweisung Spandaus als Teil des britischen Sektors wurde die Schülerbergkaserne von den britischen Streitkräften beschlagnahmt und nach Feldmarschall Harold Alexander, der sich im Zweiten Weltkrieg Verdienste erworben hatte, in Alexander Barracks umbenannt. Sie wurden von den Briten genutzt bis zu deren Abzug 1994.