Die Ferdinand-von-Quast-Medaille, den Berliner Denkmalpreis, erhalten in diesem Jahr:
Dr. Dimitra Hoffmann und Prof. Dr. Friedrich Hoffmann
Eigentümer des Garten Allinger
für ihr Lebenswerk im Erhalt, der Pflege und der Vermittlung des Hausgartens von Gustav Allinger
Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg KdöR
vertreten durch die Vorstandsvorsitzende Katrin Raczynski
für die denkmalgerechte Sanierung des ehem. Dienstgebäudes der Australischen Botschaft
Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen wird die Auszeichnungen überreichen.
Termin: Dienstag, 25. November 2025, 18.00 Uhr
Ort: Altes Stadthaus, Bärensaal, Klosterstr. 47, 10179 Berlin-Mitte
(Eingang über die Jüdenstraße/Molkenmarkt)
Dr. Dimitra Hoffmann und Prof. Dr. Friedrich Hoffmann
Dimitra und Friedrich Hoffmann sind seit mehr als vier Jahrzehnten Eigentümer des historischen Grundstücks in der Pacelliallee 39 in Berlin-Dahlem, auf dem der von Gartenarchitekt Gustav Allinger 1936–1937 gestaltete Hausgarten liegt. In dieser Zeit haben sie mit außergewöhnlichem Engagement und viel persönlichem Einsatz den Garten in seiner ursprünglichen Form bewahrt und ihn fortlaufend restauriert. Unter ihrer Obhut blieb der Garten nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der Gartenkunst des 20. Jahrhunderts, sondern erlangte auch eine neue Bedeutung als Ort der Vermittlung und des Austausches.
Der Garten Allinger steht exemplarisch für Allingers Prinzipien der Gartengestaltung. Der außergewöhnliche Garten zeichnet sich durch eine harmonische Verbindung aus Architektur und Natur aus: Freie Gartenpartien fügen sich in das architektonische Grundgerüst ein und bieten eine Vielfalt an atmosphärischen Räumen – darunter ein Wasser-, Hain-, Heide- und Gemüsegarten sowie ein Säulengang und ein zentrales Wasserbecken. Der Garten beeindruckt durch seine reichhaltige Pflanzenvielfalt, die sich an pflanzensoziologischen Gesichtspunkten orientiert.
Dimitra und Friedrich Hoffmann haben sich intensiv mit der Gartenkunst von Gustav Allinger und dessen Schriften über seinen Garten beschäftigt. Im Einklang mit den Prinzipien des Gartenarchitekten haben sie den anspruchsvollen Weg der Restaurierung und Pflege beschritten und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels begegnet. Die fortwährende Pflege der Pflanzenvielfalt stellt dabei ein zentrales Anliegen dar, das den Garten als ein lebendiges, nach wie vor nachvollziehbares Kunstwerk erhalten soll.
Darüber hinaus teilen die Hoffmanns ihr umfassendes Wissen mit der Öffentlichkeit. Seit vielen Jahren nehmen sie regelmäßig am „Tag des offenen Denkmals“ teil und gewähren interessierten Gästen Einblicke in die Geschichte und Pflege des Garten Allinger. Ihr Engagement und ihre Fachkenntnis machen den Garten zu einem Ort des Lernens und des Dialogs.
Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg KdöR
Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg hat das ehemalige Dienstgebäudes der Australischen Botschaft über mehrere Jahre denkmalgerechnet saniert und zu einem zukunftsorientierten Bildungsort umgestaltet. Das Gebäude, gelegen an der Grabbeallee 34-40, wurde zwischen 1973 und 1975 als Australische Botschaft in Typenbauweise errichtet. Es war Teil eines Investitionsprogrammes des VE Bau- und Montagekombinats Ingenieurhochbau Berlin zur Schaffung von Dienst- und Residenzgebäuden für ausländische Vertretungen in der DDR.
Nach der Schließung der Botschaft im Jahr 1986 und mehreren Eigentümerwechseln über die Jahre wurde das Gebäude schließlich 2015 unter Denkmalschutz gestellt. Unter der Leitung des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg begann 2018 eine umfangreiche und äußerst anspruchsvolle Instandsetzung, die bis Ende 2025 abgeschlossen sein wird.
Die Sanierung erfolgte unter weitmöglichstem Erhalt der ursprünglichen Bausubstanz und stand vor großen Herausforderungen, insbesondere bei der Instandsetzung der charakteristischen Waschbetonplatten des Gebäudes. Entgegen ersten Prognosen konnten mehr als 80 % der originalen Oberflächen aus Carraramarmorsplit erhalten werden. Ein weiteres herausragendes Merkmal des Gebäudes sind die Keramik-Strukturwände, die in der Werkstatt von Hedwig Bollhagen gefertigt wurden und als baubezogene Kunstwerke die Fassade schmücken. Diese Elemente, zusammen mit der gut erhaltenen Innenausstattung, tragen maßgeblich zum einzigartigen Charakter des Gebäudes bei.
Aufgrund der Umnutzung des Gebäudes zu einem Bildungs- und KiTa-Standort war die Sanierung mit hohen Auflagen verbunden. Es ist besonders bemerkenswert, dass den Anforderungen des Denkmalschutzes dennoch vollständig entsprochen wurde. Das außergewöhnliche Engagement und die vorbildliche Sanierung durch den Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg haben das besondere Gebäude nicht nur erhalten, sondern ihm gleichzeitig eine neue, sinnvolle Nutzung zukommen lassen.
Über die Ferdinand-von-Quast-Medaille
Seit 1987 verleiht das für Denkmalpflege zuständige Senatsmitglied auf Vorschlag des Landesdenkmalamtes Berlin die Ferdinand-von-Quast-Medaille an Menschen oder Institutionen, die sich in besonderer Weise um Berliner Denkmale oder die Denkmalpflege verdient gemacht haben. Die Auszeichnung ist nach dem ersten preußischen Landeskonservator, Ferdinand von Quast, benannt. Er wurde 1843 von König Friedrich Wilhelm IV. ins Amt berufen.