Landesdenkmalamt Berlin verleiht Studienpreise 2026

Pressemitteilung vom 15.06.2026

Am 17. Juni 2026 findet im Alten Stadthaus in Berlin zum sechsten Mal die feierliche Verleihung des Studienpreises des Landesdenkmalamtes Berlin statt. Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung Prof. Petra Kahlfeldt und Landeskonservator Prof. Dr. Christoph Rauhut zeichnen folgende Arbeiten – drei Masterarbeiten und eine Bachelorarbeit – mit dem Studienpreis 2026 aus:

Anna Schiel (Technische Universität Berlin)
Die geheimen Gärten des Deutschen Bundestags – Analyse, Einordnung und denkmalpflegerische Bewertung der Landschaftsarchitektur in den Sicherheitsbereichen der Parlaments- und Verwaltungsgebäude

Zitat Jury: „Die Arbeit präsentiert bislang größtenteils unbekannte Freiraumgestaltungen, die im Zuge des Regierungsumzugs zwischen 1994 und 2003 entstanden sind – eine Zeitschicht, die in Bezug auf die Landschaftsarchitektur bisher noch nicht erforscht ist. Die Autorin legt eine systematische, sorgfältige und grafisch überzeugende Erfassung vor. Die Arbeit dient gleichzeitig einer qualitätvollen Vermittlung und Sichtbarmachung der Gärten des Deutschen Bundestags.“

Lena Zölle und Maik Kleiner (Technische Universität Berlin)
Berlin-Kreuzberg – Friedhof Jerusalem- und Neue Kirche I. Grabbau der Familie Eben. Bauforschung und bauhistorische Untersuchung

Zitat Jury: „Die sehr umfassende Archivalienrecherche und –auswertung zum Grabmal Eben rekonstruiert erstmals die gesamte Entwicklungsgeschichte des Bauwerks und beinhaltet fundierte, detaillierte und anschauliche Beschreibungen, Bauaufnahme, Schadenskartierungen, Analysen und Konservierungs- bzw. Nutzungskonzepte. Die Arbeit geht dabei weit über die Bauforschung und bauhistorische Untersuchung hinaus und umfasst ebenfalls Überlegungen zur Finanzierung einer Restaurierung mittels einer Kampagne und zur Öffentlichkeitsarbeit, die kreativ und umsetzbar erscheinen.“

Lina Roling und Sophia Schapiro (Berliner Hochschule für Technik)
Lehrter Studios

Zitat Jury: „Die Arbeit zeichnet sich durch eine vorbildhafte Auseinandersetzung mit dem Bestand des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes in der Lehrter Straße aus. Der logische und analytische Aufbau der Arbeit mündet in einem in großen Teilen sensiblen Entwurf zur Nachnutzung des denkmalgeschützten Gebäudes.“

Fabian Matuschka (Technische Universität Berlin)
Die Bedürfnisvollanstalt am Arkonaplatz in Berlin-Mitte

Zitat Jury: „Die Arbeit stellt die erste umfassende bauforscherische Untersuchung der historischen Toilettenanlage auf dem Arkonaplatz dar. Anhand von Archivunterlagen und historischen Fotos sowie weiteren Quellen wird das Gebäude in einen historischen und kunsthistorischen Kontext gesetzt. Eine umfassende Bauaufnahme stellt die verschiedenen Bauphasen anschaulich dar und wertet sie aus. Insgesamt weckt die Arbeit Interesse für diese Form der Kleinarchitektur.“

Der Studienpreis des Landesdenkmalamtes Berlin ist der erste Studienpreis der amtlichen Denkmalpflege in Deutschland. 2026 wurden insgesamt 40 Arbeiten aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich eingereicht. Das Themenspektrum war breit gefächert: Untersucht und für neue Nutzungen ins Auge gefasst wurden Gartenanlagen, Gebäude der historischen Infrastruktur wie Schul- oder Gerichtsgebäude, Rundlokschuppen, Bunkeranlagen, aber auch Kleinarchitektur wie Pavillons oder Toilettenanlagen.

„Ich freue mich sehr über das große Interesse der Studierenden an der vielfältigen Berliner Denkmallandschaft. Die eingereichten Arbeiten zeigen, dass der denkmalgeschützte Bestand ein großes Potenzial für die zukünftige Stadtentwicklung hat. Denkmale bieten Anknüpfungspunkte, erzählen Geschichten und eröffnen neue, kreative Nutzungsmöglichkeiten“, sagt Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt.

„Wir waren überwältigt von der hohen Anzahl der eingereichten wissenschaftlichen Abschlussarbeiten mit Bezug zur Berliner Denkmallandschaft. Es freut uns, dass auch die Forschungen vieler Absolventen der unterschiedlichsten Hochschulen die hohe Relevanz des denkmalgeschützten Bestands für die Stadtgestaltung bestätigen und sich für dessen Erhalt in der Zukunft einsetzen. Auch im Sinne des Klimaschutzes wird der Schutz der Ressourcen als wichtiges Thema erkannt und es werden Lösungen im Kontext des Denkmalschutzes entwickelt. Der Wettbewerb eröffnet somit auch für das Landesdenkmalamt immer wieder neue Perspektiven“, sagt Landeskonservator Prof. Dr. Christoph Rauhut.

Zur Preisverleihung

Die Preisverleihung ist presseöffentlich.

Ort: Altes Stadthaus, Vestibül
Klosterstraße 47, Berlin

Zeit: Mittwoch, 17. Juni 2025, 18.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr)

Zum Hintergrund zum Studienpreis

Seit 2021 vergibt das Landesdenkmalamt Berlin einen Studienpreis. Er wird jährlich für herausragende Bachelor- und Masterarbeiten verliehen, die sich auf die Berliner Denkmallandschaft beziehen und für die Berliner Denkmalpflege relevante Themen behandeln. Der mit 1.000 Euro dotierte Studienpreis würdigt und fördert damit die Beschäftigung an Universitäten und Hochschulen mit der Berliner Denkmallandschaft.

Videos der Preisträger*innen

Lernen Sie die Preisträgerinnen und Preisträger auf dem YouTube-Kanal des Landesdenkmalamtes Berlin persönlich kennen:
https://youtube.com/playlist?list=PLs_eddNlehKLAR62NbsF5OL8W-wbmFRep&si=TQy6LTrmgbtZV_5H

Als Kontakt für Nachfragen steht Ihnen im Landesdenkmalamt Berlin zur Verfügung:
Stephanie Otto, Tel. (030) 90259-3722, stephanie.otto@lda.berlin.de