Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg hat das ehemalige Dienstgebäudes der Australischen Botschaft über mehrere Jahre denkmalgerechnet saniert und zu einem zukunftsorientierten Bildungsort umgestaltet. Das Gebäude, gelegen an der Grabbeallee 34-40, wurde zwischen 1973 und 1975 als Australische Botschaft in Typenbauweise errichtet. Es war Teil eines Investitionsprogrammes des VE Bau- und Montagekombinats Ingenieurhochbau Berlin zur Schaffung von Dienst- und Residenzgebäuden für ausländische Vertretungen in der DDR.
Nach der Schließung der Botschaft im Jahr 1986 und mehreren Eigentümerwechseln über die Jahre, wurde das Gebäude schließlich 2015 unter Denkmalschutz gestellt. Unter der Leitung des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg begann 2018 eine umfangreiche und äußerst anspruchsvolle Instandsetzung, die bis Ende 2025 abgeschlossen sein wird.
Die Sanierung erfolgte unter weitmöglichstem Erhalt der ursprünglichen Bausubstanz und stand vor großen Herausforderungen, insbesondere bei der Instandsetzung der charakteristischen Waschbetonplatten des Gebäudes. Entgegen ersten Prognosen konnten mehr als 80 % der originalen Oberflächen aus Carraramarmorsplit erhalten werden. Ein weiteres herausragendes Merkmal des Gebäudes sind die Keramik-Strukturwände, die in der Werkstatt von Hedwig Bollhagen gefertigt wurden und als baubezogene Kunstwerke die Fassade schmücken. Diese Elemente, zusammen mit der gut erhaltenen Innenausstattung, tragen maßgeblich zum einzigartigen Charakter des Gebäudes bei.
Aufgrund der Umnutzung des Gebäudes zu einem Bildungs- und KiTa-Standort war die Sanierung mit hohen Auflagen verbunden. Es ist besonders bemerkenswert, dass den Anforderungen des Denkmalschutzes dennoch vollständig entsprochen wurde. Das außergewöhnliche Engagement und die vorbildliche Sanierung durch den Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg haben das besondere Gebäude nicht nur erhalten, sondern ihm gleichzeitig eine neue, sinnvolle Nutzung zukommen lassen.