Welterbefestival im UNESCO-Welterbe „Hufeisensiedlung“ (Großsiedlung Britz), 23.-26. Juli

Pressemitteilung vom 16.07.2025

Das Berliner Welterbefestival geht ins zweite Jahr! Zusammen mit seinen diesjährigen Partnern – dem Verein der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin Britz e.V. und der Vonovia – veranstaltet das Landesdenkmalamt Berlin vom 23. bis 26. Juli 2025 das Festival zur jüngsten Welterbestätte der Metropole, den „Siedlungen der Berliner Moderne“. Die Hufeisensiedlung in Britz (Großsiedlung Britz) wird für ganze 4 Tage, von Mittwoch bis Samstag zum Schauplatz der Künste und Visionen der 1920er Jahre. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein farbenfrohes Programm voller Architektur, Musik, Kunst, Poesie und Kulinarik in den Freiräumen der Hufeisensiedlung, vor und in den Häusern.

Anlass ist die Grundsteinlegung der weltberühmten Siedlung vor genau 100 Jahren. Damit geht das im Sommer 2024 mit einem Fest in der Siedlung am Schillerpark initiierte Welterbefestival ins zweite Jahr. Das neue Format würdigt die herausragenden Siedlungen des Neuen Bauens in der Metropole, die als „Siedlungen der Berliner Moderne“ auf der UNESCO-Welterbeliste geführt werden. Zugleich fügt sich das diesjährige Festival in den Reigen der Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr 650 Jahre Britz.
Unter dem Motto „ARCHITEKTUR erleben – GEMEINSCHAFT leben“ schlägt das Programm der Hufeisenwoche den Bogen von den ganzheitlichen Visionen Bruno Tauts und Martin Wagners der 1920er-Jahre ins Heute der Siedlung. Und vor allem will das Festival zeigen, wie die Siedlungen der Moderne bis heute inspirieren.

Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Ich möchte den Menschen ein lebenswertes Zuhause ermöglichen. Dazu gehört neben neu gebauten Wohnungen insbesondere auch die Restaurierung des Bestandes. Die Hufeisensiedlung ist in außergewöhnlichem Maße ein Vorbild für Wohnen in Gemeinschaft. 100 Jahre nach ihrer Errichtung ist sie unverändert ein Vorbild für qualitatives Wohnen in funktionaler Architektur mit viel Siedlungsgrün. Ich bin stolz auf unser UNESCO-Welterbe“.

Dr. Christoph Rauhut, Direktor und Landeskonservator Landesdenkmalamt Berlin: „Ich bin glücklich, dass es uns mit diesem neuen Format gelingt, Aufmerksamkeit auf die Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ zu lenken. Jede dieser Siedlungen wird in den nächsten Jahren 100 Jahre alt – bis heute geben sie ein modernes, frisches Bild ab. Die Architektur und das wirklich Neue an den Siedlungen zu begreifen, bereitet besonders Freude über Erlebnisse. Lassen Sie uns gemeinsam über die Musik und die Künste dem Lebensgefühl der Zeit näherkommen.“

Martin Hikel, Bezirksbürgermeister: „Das Ziel der Planer von damals ist aktueller denn je. Modernes Bauen mit einer hohen Wohnqualität zu verbinden, die für jedermann erschwinglich ist. Hinter dieses Ziel dürfen wir 100 Jahre später nicht zurückfallen!“

Programm

Musiker*innen, Literat*innen, Bewohnende, Expert*innen und Gäste kommen zusammen, und feiern die Architektur von Bruno Taut generations- und spartenübergreifend im Zusammenspiel der Künste. Der Gedanke der Gemeinschaft aller Generationen soll in die Zukunft geführt werden – so ist der Anspruch.
Das Festival wird auch dieses Jahr wieder künstlerisch durch das junge und innovative Berliner „Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra“ begleitet, welches nicht nur ein vielfältiges musikalisches Programm aufführt und an wichtigen Plätzen der Siedlung improvisiert, sondern auch die besondere Verbindung der Visionen von Musik und Architektur der 1920er-Jahre programmatisch lebendig werden lässt. Wild – frei – vielfältig und in Gemeinschaft startet das junge und innovative Orchester mit Musik und Improvisationen im Geist der 1920er-Jahre und trägt die Visionen mit Schüler-Workshops, bei Wandelkonzerten und Hufeisen-Salons an Originalschauplätzen der Siedlung ins heute. Thematische private und öffentliche Salons bei Mieter*innen und Eigentümer*innen der Siedlung, Community Schulwochen zu UNESCO, Kunst und Film oder die für Architektur- und Design-Interessierte exklusive Öffnung von „Tautes Heim“, dem ansonsten nur mietbaren Museum, sind tragende Säulen des Programms. Zum Finale des Festivals feiert die Siedlung auf der Hufeisenwiese das Welterbefest in Gemeinschaft mit Wandelkonzert, Kinderaktion, Picknick, Street-Food, einer Zeitreise in die 1920er mit der Samba-Schule Sapucaiu no Samba und vor allem mit viel Musik für Jung und Alt.
Das Festival will vor allem jedoch eines sein: ein feierliches Zusammenkommen und die Möglichkeit, sich auszutauschen. Zum Abschluss des Festivals kommen alle Beteiligte miteinander auf der Picknickwiese am Hufeisen und Tauts Meile (Fritz-Reuter-Allee 46-48) ins Gespräch und es soll – gemeinsam – gefeiert werden.

Geschichte Hufeisensiedlung

Die Großsiedlung Britz ist eines von Bruno Tauts wegweisenden Großprojekten im sozialen Wohnungsbau. Als erste Berliner Mustersiedlung der neu gegründeten GEHAG entstanden zwischen 1925-1930 knapp 2000 Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes Britz in Berlin-Neukölln. Architekt Bruno Taut schuf im Stil des Neuen Bauens bezahlbaren Wohnraum mit eigenem Bad und „Außenwohnraum“: einer Loggia, einer Terrasse oder sogar einem eigenen kleinen Garten. Die ganze Anlage folgte der Idee, den Mieter*innen ein würdiges und gesundes Zuhause mit „Licht, Luft und Sonne“ zu ermöglichen. Seit Juli 2008 ist die Großsiedlung Britz / Hufeisensiedlung Teil des UNESCO-Welterbes ‚Siedlungen der Berliner Moderne‘ und seit 2010 ein eingetragenes Gartendenkmal.

Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra

Ohne Noten – Ohne Dirigent*in – Ohne Stühle: Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra ist ein Kollektiv aus 30 internationalen, genreübergreifenden Musiker*innen, welches das Erbe klassischer Kompositionen mit Improvisation verbindet und die klassische Sinfonie als Ausgangspunkt für ein neues Konzerterlebnis betrachtet. Das auswendige Spiel dieser Rekompositionen schafft Freiheit für Bewegung, Interaktion und immersive Raumkonzepte. Das Orchester spielte damit auf renommierten Bühnen wie der Berliner Philharmonie, dem Konzerthaus Berlin, der Elbphilharmonie Hamburg sowie bei Festivals wie z. B. der FUSION.

Alle Konzerte, Führungen und Workshops sind kostenlos. Salons (10,- EUR) nur nach Anmeldung
Kontakt: sabine.ambrosius@lda-berlin.de; welterbe-siedlungen-berlin@web.de

Detailliertes Programm:
www.berlin.de/landesdenkmalamt/aktivitaeten/kurzmeldungen/2025/artikel.1574021.php

Als Kontakt für Nachfragen steht Ihnen im Landesdenkmalamt Berlin zur Verfügung:
Sabine Ambrosius, Tel. (030) 90259-3620, sabine.ambrosius@lda-berlin.de