Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - 15.12.2025

Inhalt

1. Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2025

Denkmalpreis-Verleihung 2025

Zur Verleihung des Berliner Denkmalpreises am 25. November konnten wir rund 120 Gäste im Alten Stadthaus begrüßen. Im feierlichen Ambiente des Bärensaals wurden Dr. Dimitra Hoffmann und Prof. Dr. Friedrich Hoffmann für ihr Lebenswerk geehrt. Seit mehr als vier Jahrzehnten setzt sich das Ehepaar Hoffmann für den Erhalt und die Vermittlung des Hausgartens von Gustav Allinger ein. Bei der Pflege und Entwicklung des Gartens übertreffen sie dabei nicht nur jedes wissenschaftlich angefertigte Gartenpflegewerk, sondern sie stehen auch dem technischen Fortschritt offen gegenüber, wie Prof. Dr.-Ing. Hagen Eyink in seiner Laudatio erläuterte. Seit einigen Monaten liefert eine auf der Pergola installierte Photovoltaik-Anlage den Strom für die Pumpe der Wasserspiele. Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg KdöR wurde für die denkmalgerechte Sanierung des ehemaligen Dienstgebäudes der Australischen Botschaft in der DDR ausgezeichnet. Unter teils großen Herausforderungen hat der Verband das Gebäude in seiner Einzigartigkeit erhalten und zu einem neuen lebendigen Ort gemacht. Das Engagement des Verbandes sei außergewöhnlich, lobte auch die australische Botschafterin Natasha Smith in ihrer Laudatio.

Erstmals wurden in diesem Jahr die Preisträgerinnen und Preisträger sowie ihre Denkmale in kurzen Filmporträts vorgestellt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten so in die Idylle des Gartens Allinger eintauchen und das zum Bildungsort gewandelte Botschaftsgebäude kennenlernen. Diese Kurzfilme stehen nun auf dem YouTube-Kanal des Landesdenkmalamtes Berlin zur Verfügung.

Link zu YouTube

2. Tag der Berliner Archäologie 2025

Tag der Berliner Archäologie 2025

Im Humboldt-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin wurden zum diesjährigen Tag der Berliner Archäologie die wichtigsten Grabungen und Forschungsergebnisse des vergangenen Jahres vorgestellt. Das Themenspektrum der Vorträge reichte von Funden römischer Keramik in Pankow über die wiederentdeckte Grabstätte der Julie von Voß in der Schlosskirche Buch bis hin zu modernen Waffenfunden in den Kreuzberger Viktoriahöfen. Im Mittelpunkt stand erneut die Ausgrabung am Molkenmarkt im historischen Stadtzentrum. Das Grabungsteam berichtete über die Dokumentation dieser komplexen Innenstadtgrabung und stellte den über 200 Zuhörerinnen und Zuhörern die neuesten Funde aus dem mittelalterlichen Berlin vor. Zum Abschluss des Tages lud das PETRI Berlin zu Führungen und anschließendem Abendempfang ein.

3. Neu unter Denkmalschutz: Wohn- und Atelierhaus Wallstraße 88a-90

Wohn- und Atelierhaus Wallstraße 88a-90

Das Landesdenkmalamt hat das Wohn- und Atelierhaus in der Wallstraße 88a-90 in Berlin-Mitte unter Denkmalschutz gestellt. Das anspruchsvolle Wohngebäude wurde zwischen 1982 und 1984 für Beschäftigte des Ministeriums für Außenhandel der DDR errichtet. In der Hausnummer 90 wohnte viele Jahre auch der Künstler Walter Womacka in einer eigens nach seinen Wünschen gestalteten Wohnung mit Atelier.

Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin: „Das Wohngebäude knüpft mit hoher Qualität an die Bebauung der Wallstraße aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert an, ohne dabei seine spätere Entstehungszeit zu verschleiern. Es steht für den Wandel in der Architektur und Stadtplanung der DDR zu Beginn der 1980er Jahre. Historische Bauten wurden nun vermehrt saniert, Neubauten unter Bezugnahme auf den vorhandenen Bestand geplant.“

Weitere Informationen in der Kurzmeldung

4. Bewerbungsstart: Studienpreis des Landesdenkmalamtes Berlin 2026

Mit dem Studienpreis des Landesdenkmalamtes Berlin werden Studierende gewürdigt und gefördert, die sich in ihren Abschlussarbeiten in besonderer Weise mit Themen der Berliner Denkmallandschaft beschäftigen. Auch im Jahr 2026 werden bis zu drei herausragende Bachelor- und Masterarbeiten ausgezeichnet. Der Preis ist mit je 1.000 Euro dotiert.

Teilnahmeberechtigt sind Studierende aller Universitäten und Fachhochschulen im In- und Ausland. Eine Beschränkung auf bestimmte Fachrichtungen gibt es nicht. Ausschlaggebend ist allein die thematische Ausrichtung der Abschlussarbeit.
Bewerbungen für den Studienpreis 2026 können vom 1. Januar bis zum 15. Februar 2026 eingereicht werden. Berücksichtigt werden Bachelor- und Masterarbeiten, die im Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 15. Februar 2026 an einer Universität oder Fachhochschule abgeschlossen und bewertet wurden.

Die Anmeldeunterlagen stehen auf der Internetseite des Landesdenkmalamtes zum Download bereit:
Studienpreis des Landesdenkmalamtes Berlin 2026 wird ausgeschrieben – Berlin.de

Die Videoporträts der Preisträgerinnen und Preisträger 2025 und weitere Informationen zum Studienpreis des Landesdenkmalamtes finden Sie unter:
Studienpreis des Landesdenkmalamtes Berlin – Berlin.de

5. Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Denkmalpflege 2026

Auch 2026 wird das Landesdenkmalamt Berlin das bürgerschaftliche Engagement für die Berliner Denkmalpflege – vorbehaltlich des Beschlusses zum Doppelhaushalt 2026/27 – in Form von nicht–investiven Projektförderungen unterstützen. Dabei handelt es sich um eine direkte finanzielle Förderung denkmalpflegerisch sinnvoller Erhaltungsinitiativen, Veranstaltungen, Ausstellungen, Publikationen etc., bei denen ein hoher Anteil des Engagements ehrenamtlich erbracht wird.
Für die Vergabe von Fördermitteln im Bereich „Bürgerschaftliches Engagement” 2026 führt das Landesdenkmalamt Berlin eine unverbindliche Interessenbekundung durch. Die Frist für Interessierte ist der 31. Januar 2026.

Weitere Informationen zur Interessensbekundung

6. Vermittlungsangebot: „Spaziergang durch die Zeit(en). Archäologie in Berlin-Mitte“

Grabungsgeschoss im PETRI Berlin; Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Ur- und Frühgeschichte

Im Boden unter unseren Füßen verbergen sich zahlreiche Spuren der rund 800-jährigen Stadtgeschichte Berlins. In den letzten Jahrzehnten haben Archäologinnen und Archäologen viele davon freigelegt und untersucht. An verschiedenen Orten der Stadt sind originale Überreste als „Archäologische Fenster“ erhalten geblieben. Der Archäologische Pfad verbindet diese Fenster in die Vergangenheit mit weiteren bedeutenden Orten der frühen Stadtgeschichte. Auf einem geführten „Spaziergang durch die Zeit(en)“ lernen Besucherinnen und Besucher das städtische Leben vergangener Jahrhunderte anhand dieser einzigartigen Zeugnisse kennen. Das Angebot des PETRI Berlin richtet sich an Erwachsene und Jugendliche.

Datum: 21. Dezember 2025 und 14. Januar 2026, 14 bis 15.30 Uhr
Ort: PETRI Berlin, Gertraudenstraße 8, 10178 Berlin

Weitere Informationen

7. Aktuelle Veröffentlichungen

Das Buchcover zeigt einen freigelegten Teil des Kellers des alten Rathauses.

Das Berliner Rathaus, Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin 63

Der zweite Band der Reihe „Die Königstraße im Wandel der Zeit – Archäologie und Geschichte einer Berliner Hauptstraße“ mit dem Titel „Das Berliner Rathaus“ präsentiert die neuesten archäologischen und bauhistorischen Erkenntnisse zum mittelalterlichen Rathaus und der Gerichtslaube. Die Relikte aus der Zeit der Stadtentstehung und der sich entwickelnden kommunalen Selbstständigkeit kamen bei großflächigen Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes Berlin in den Jahren 2010 bis 2016 ans Licht. Durch die detaillierte Auswertung der Grabungsbefunde konnten 13 Bau- und Nutzungsphasen des Alten Rathauses rekonstruiert werden. Neben dem Hauptgebäude wurden auch Erweiterungen wie Turm, Gefängnis und städtische Waage eingehend untersucht. Besonders interessant ist die Entdeckung eines bislang völlig unbekannten Vorgängerbaus, der die Baugeschichte der berühmten Berliner Gerichtslaube in ein neues Licht rückt. Damit liefert die Forschung erstmals ein deutlich umfassenderes Bild der Stadtentwicklung an der historischen Königstraße, einem zentralen Ort des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Berlins.
Zahlreiche Farbabbildungen, Karten, historische Pläne sowie 3D-Rekonstruktionen lassen die Geschichte des Rathausareals in der neuen Publikation wieder lebendig werden.

Weitere Informationen auf der Verlagsseite

Buchcover Acta Praehistorica et Archaeologica, Band 55

Acta Praehistorica et Archaeologica 55/2023 jetzt kostenfrei online verfügbar

Im Oktober 2022 organisierten das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln, das PETRI Berlin und das Landesdenkmalamt Berlin gemeinsam die Fachtagung „Einblicke in die unterirdische Stadt – Archäologische Fenster als Aufgabe und Potenzial“. Sie leistete einen wichtigen Beitrag zum Thema der Erhaltung und Sichtbarmachung archäologisch erschlossener Strukturen. Die Beiträge wurden in der Acta Praehistorica et Archaeologica 55/2023 veröffentlicht. Sie beschäftigen sich mit dem Potenzial, den wandelnden Aufgaben und Herausforderungen archäologischer Fenster in der zukünftigen Stadtgestaltung und Erinnerungskultur. Der Band bietet insgesamt einen guten Überblick mit Beispielen gelungener archäologischer Fenster aus Berlin, Basel, Hamburg, Chemnitz, Lübeck und Bremen.
Ab sofort steht er kostenfrei über die Universitätsbibliothek Heidelberg online zur Verfügung.

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8. Ein kleiner Gruß zum Jahresausklang

Weihnachtsbaum im Vestibül vom Alten Stadthaus

Das Landesdenkmalamt Berlin wünscht Ihnen ruhige und friedliche Feiertage und ein gesundes Neues Jahr. Wir freuen uns, Sie im kommenden Jahr über unsere „Denkmal-News“ wieder mit aktuellen Informationen rund um Berliner Denkmale sowie mit interessanten Veranstaltungstipps und Terminen auf dem Laufenden zu halten und Ihnen viele schöne Denkmalerlebnisse zu bescheren.

Ihr Team des Landesdenkmalamtes Berlin

9. Termine 2026

29. Januar: GartenForum Glienicke: Die geheimen Gärten des Deutschen Bundestags

03.-26. Februar: Ausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“

19. Februar: GartenForum Glienicke: Weiterbildung – Sachkunde Pflanzenschutz mit Zertifizierung

06./07. März: GartenForum Glienicke: 72. Dendrologische Wintertagung

20. April: GartenForum Glienicke: Walter Rossow (1910-1992) Leben und Werk

29. April: Berliner Denkmaltag

05. Mai: Jung, aber Denkmal

07. Mai: GartenForum Glienicke: Die Anpassung von Gartendenkmalen an den Klimawandel

07. Juni: Welterbetag

25. Juni: GartenForum Glienicke: Der Garten der Villa Liegnitz

26.-30. August: Welterbefestival Waldsiedlung

12./13. September: Tag des offenen Denkmals

03. November: Jung, aber Denkmal

18. November: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2026