Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - 14.10.2025

Inhalt

1. Vorhang auf und Film ab: Neue Denkmalfilme online

Am Samstag, den 13. September 2025, feierte „Lang lebe die Leinwand! Historische Kinos in Berlin“ zum Kinofest Berlin Premiere im Zoo Palast. Der neue Denkmalfilm zeigt die Vielfalt und die Bedeutung der Lichtspielhäuser für die Hauptstadt. Neben dem Zoo Palast führt Dr. Christoph Rauhut auch hinter die Kulissen im Kino International, Filmtheater Friedrichshain, Babylon, Colosseum und im Alliiertenkino Outpost.

Im zweiten Denkmalfilm 2025 geht es um einen Platz, der kürzlich wiedereröffnet wurde und um den es viele Diskussionen gab: den Gendarmenmarkt. Warum gibt es keine neuen Grünflächen? Wie passen preußische Pracht und postmoderne Platte zusammen? Und was dachte das letzte Staatsoberhaupt der DDR, als hier ein Staat zu Grabe getragen wurde? All das zeigt der Film „Der Gendarmenmarkt. Zu schön, um Berlin zu sein“ und nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit in die Geschichte dieses ganz besonderen Platzes.

Zum Film „Lang lebe die Leinwand! Historische Kinos in Berlin“ auf YouTube:
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Zum Film „Der Gendarmenmarkt. Zu schön, um Berlin zu sein“ auf YouTube:
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2. 100 Tage PETRI Berlin und Ausstellung „Der Berliner Skulpturenfund“

Das PETRI Berlin bei der Langen Nacht der Museen 2025

Nach der feierlichen Eröffnung des PETRI Berlin konnten sich in den ersten 100 Tagen bereits 10.000 Besucherinnen und Besucher vom interaktiven und multimedialen Vermittlungsansatz des Hauses begeistern lassen. Das Archäologie Lab macht archäologische Arbeit hautnah erlebbar – mit originalen Mauerresten, gläsernen Werkstätten und spannenden Führungen. Besonders Familien und Kinder können im PETRI Berlin spielerisch Berlins Geschichte entdecken.

Ein aktuelles Highlight ist die Ausstellung „Der Berliner Skulpturenfund. ‚Entartete Kunst‘ im Bombenschutt“, in der der berühmte Berliner Skulpturenfund erstmals seit 2019 wieder vollständig zu sehen ist. Der Fund bei den archäologischen Ausgrabungen am Roten Rathaus im Jahr 2010 glich einer Sensation und machte weltweit Schlagzeilen. Insgesamt sechzehn Skulpturen der Klassischen Moderne kamen zum Vorschein. Sie wurden einst von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst” diffamiert und beschlagnahmt. Die Kunstwerke galten lange Zeit als verschollen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.petri.berlin

3. Tagung „100 Jahre Hufeisensiedlung“, 17.-19.10.2025

Die Neuköllner Hufeisensiedlung feiert 2025 ihr 100-jähriges Jubiläum. Sie ist nicht nur die größte, sondern auch die bekannteste Anlage des UNESCO-Welterbes „Siedlungen der Berliner Moderne“. Das aus sechs Bauabschnitten bestehende Ensemble ist Teil der einst als „Schaustelle“ ideologisch inszenierten „Großsiedlung Britz“ und kombiniert Reihenhäuser, Geschosswohnungen, Garten- und Freiflächen. Der durch die GEHAG erbaute Teil entstand 1925-1930 und wurde maßgeblich durch Bruno Taut gestaltet. Bei der Tagung mit einem vielfältigen Begleitprogramm aus Ausstellungen, Filmvorführungen, Buchpräsentationen und Führungen geht es um die bewegte Geschichte und herausfordernde Gegenwart der Siedlung sowie modellhafte Projekte zu Vermittlung und Erhalt des Denkmalensembles.

Die Tagung „100 Jahre Hufeisensiedlung“ ist eine Veranstaltung des Vereins der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz e.V., die im Rahmen der Triennale der Moderne durch das Landesdenkmalamt Berlin gefördert wird.

Wann: Freitag, 17. Oktober – Sonntag, 19. Oktober 2025
Wo: Infostation Hufeisensiedlung, Fritz-Reuter-Allee 44, 12359 Berlin und Kulturstall Britz – Schloß und Gutshof Britz, Alt-Britz 81-89, 12359 Berlin

Detailliertes Programm und Anmeldung

4. Ausstellungseröffnung: „OST WEST OST - Berliner Nachkriegsmoderne“, 21.10.2025

Schulklasse vor dem U Eingang Schillingstraße, Foto: Kurt Schwarz, 1969. Industriesalon Schöneweide.

Mit der Eröffnung der Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“ werden die U-Bahnhöfe Schillingstraße und Weberwiese auf der Linie U5 zu besonderen Kulturbahnhöfen. Sie laden ein, mehr über die Planung, den Bau und den Alltag der Karl-Marx-Allee zu erfahren. In der Ausstellung wird u.a. aus dem Leben von Planerinnen und Planern, von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, von Bewohnerinnen und Bewohnern und von dem heutigen bürgerschaftlichen Engagement entlang der Karl-Marx-Allee erzählt.

Sie erstreckt sich auf die drei Ebenen der U-Bahnhöfe: Auf der Stadtebene wird ein History Walk mit QR-Codes zu 24 Ankerpunkten der Karl-Marx-Allee installiert. Auf der Zwischenebene bietet die informative wie bildmächtige Ausstellung Geschichten zu Planung, Bau und Alltag der Karl-Marx-Allee. Auf der Bahnsteigebene werden in großformatigen Fotokunstwerken die Bauwerke der Allee neu inszeniert.

Die Kulturbahnhöfe wurden vom Landesdenkmalamt Berlin in Zusammenarbeit mit den lokalen Vereinen initiiert, mit Mitteln des Vermögens der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (PMO) finanziert und durch die BVG und Wall AG gefördert.

Wann: Dienstag, 21. Oktober 2025, 15.00 Uhr
Wo: Eingang U-Bahnhof Schillingstraße (Ecke Karl-Marx-Allee / Schillingstraße)

5. Podiumsdiskussion „Materielle Zeugnisse der Zwangsarbeit“, 22.10.2025

Berlin ist voller Spuren der Zwangsarbeit: von erhaltenen Unterkunftsbaracken über alte Fabrikstandorte bis hin zu archäologischen Überresten im Boden. Viele dieser Orte sind bislang unbekannt und die Relikte der Zwangsarbeit oft unsichtbar. Ein neues Kooperationsprojekt des Landesdenkmalamtes Berlin mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit erfasst systematisch die Barackenlager, die während des Zweiten Weltkriegs errichtet wurden.

Am 22. Oktober diskutieren Expertinnen und Experten über den Umgang mit dem materiellen Erbe der NS-Zwangsarbeit. Die Veranstaltung bringt Forschung, Denkmalschutz und die künstlerische Perspektive zusammen: Was erzählen uns die materiellen Zeugnisse über die Vergangenheit? Und wie können wir in der Gegenwart mit ihnen umgehen?

Wann: Mittwoch, 22. Oktober 2025, 19.00 Uhr
Wo: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Britzer Straße 5, 12439 Berlin

Weitere Informationen (PDF-Dokument)

6. Jung, aber Denkmal „Kulturforum“, 04.11.2025

Jung, aber Denkmal: „Kulturforum“

Locker gruppierte Großbauten mit weiträumigen Freiflächen in einer offenen, fließenden Stadtlandschaft – so lautete die städtebauliche Vorstellung der Nachkriegszeit für das West-Berliner Kulturforum. Hans Scharouns Philharmonie und Staatsbibliothek sowie Ludwig Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie gelten längst als Ikonen der Nachkriegsmoderne. Doch das Forum blieb unvollendet und ist immer wieder Ausgangspunkt für städtebauliche Diskurse. Aktuell wird ein Konsensplan Kulturforum als Leitbild für die Weiterentwicklung erarbeitet. „Jung, aber Denkmal: Kulturforum“ erzählt die wechselvolle Geschichte des Ortes und diskutiert Perspektiven für die Zukunft der Stadtlandschaft. Zugleich wird ein Blick auf den Umgang mit den ikonischen Bauten geworfen, denn im Zuge der Generalinstandsetzung der Staatsbibliothek steht bereits die nächste Großbaustelle an.

Wann: Dienstag, 4. November 2025, 19.30 Uhr
Wo: Urania Berlin, Kleist-Saal, An der Urania 17, 10787 Berlin oder im Livestream
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung über das Ticketsystem der Urania Berlin ist erforderlich.

Weitere Informationen und Anmeldung

7. Buchvorstellung: Die Berliner Mauer – DDR-Grenzanlagen und Fluchttunnel, 05.11.2025

Im heutigen Berliner Stadtbild sind nur noch an wenigen Stellen oberirdische Relikte der DDR-Grenzanlagen erhalten. Im neuen, zwei Bände umfassenden Werk “Die Berliner Mauer (1961–1989): DDR-Grenzanlagen und Fluchttunnel im Spiegel archäologischer Dokumentationen und ihr Denkmalwert” werden die Ergebnisse aktueller archäologischer Forschungen zusammenfassend vorgestellt und mit bereits bekannten historischen Quellen in Bild, Schrift und Ton verbunden. Die Forschungsergebnisse und zahlreiche materielle Reste vervollständigen das bislang noch lückenhafte historische Bild über das Grenzsystem, die unterirdischen Fluchtwege und die Gegenmaßnahmen zur Fluchtverhinderung durch das ehemalige Ministerium für Staatssicherheit (MfS) sowie die Grenztruppen der DDR.

Bei der Buchvorstellung diskutiert der Autor Torsten Dressler mit verschiedenen Gäste darüber, was uns die letzten Relikte der DDR-Grenzanlagen heute noch über Kontrolle, Flucht und das Leben an der Berliner Mauer erzählen können.

Wann: Mittwoch, 5. November 2025, 19.00 Uhr
Wo: Besucherzentrum Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin
Eine Anmeldung ist erforderlich.

Weitere Informationen und Anmeldung

8. GartenForum Glienicke „Friedhöfe: Details unter der Lupe“, 06.11.2025

Der Britische Soldatenfriedhof in Berlin-Charlottenburg, 2025

Der kaum bekannte Britische Soldatenfriedhof in Charlottenburg wurde 1955-57 nach einem weltweiten Leitbild des Commonwealth für Militärfriedhöfe angelegt und beeindruckt mit seiner klaren Komposition und seiner detailreichen sowie symbolkräftigen Ausstattung. Auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee stellt eine Vielfalt unterschiedlicher Wegebeläge die Gartendenkmalpflege vor Herausforderungen. Und wie wurden auf anderen Friedhöfen eigentlich Details an Grabanlagen restauriert? In mehreren Vorträgen wird dieser Frage nachgegangen.

Wann: Donnerstag, 6. November 2025, 18.00 Uhr
Wo: Nicolaihaus, Brüderstraße 13, 10178 Berlin
Anmeldung per E-Mail an info@gartenforum-glienicke.de bis 31.10.2025

Weitere Informationen auf der GartenForum Glienicke-Website

9. Termine 2025

  • 15. Oktober: Quo vadis Mäusebunker?
    Eine Veranstaltung des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf, Abteilung Kultur in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin
  • 16. Oktober: Eröffnung „BESTEHENDES BEWAHREN. NEUES SCHAFFEN. Umbaukultur in Berlin“
    Eine Ausstellung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
  • 17.-19. Oktober: Tagung mit Begleitprogramm „100 Jahre Hufeisensiedlung“
    Eine Veranstaltung gefördert durch das Landesdenkmalamt Berlin
  • 21. Oktober, 15.00 Uhr: Eröffnung Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“
  • 22. Oktober, 19.00 Uhr: Podiumsdiskussion „Materielle Zeugnisse der Zwangsarbeit“
    Eine Veranstaltung des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin
  • 04. November, 19.30 Uhr: Jung, aber Denkmal „Kulturforum“
  • 05. November, 19.00 Uhr: Buchpräsentation „Die Berliner Mauer (1961-1989) – DDR-Grenzanlagen und Fluchttunnel“
    Eine Veranstaltung der Stiftung Berliner Mauer in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin
  • 06. November: GartenForum Glienicke: „Friedhöfe: Details unter der Lupe“
  • 25. November, 18.00 Uhr: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2025
  • 26. November: Tag der Berliner Archäologie
  • 04. Dezember: GartenForum Glienicke: „Die Klostergärten von Neuzelle“