Grabanlage des Nobelpreisträgers Theodor Mommsen denkmalgerecht saniert

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies (BBAW), Tillman Wagner (Geschäftsführer Ev. Friedhofsverband Berlin Stadtmitte), Dr. Leonie Glabau (Landesdenkmalamt Berlin)

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies (BBAW), Tillman Wagner (Geschäftsführer Ev. Friedhofsverband Berlin Stadtmitte), Dr. Leonie Glabau (Landesdenkmalamt Berlin)

Am 18. Juli 2025 fand auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II in Berlin-Kreuzberg die feierliche Würdigung der erfolgreich abgeschlossenen Restaurierung der Grabanlage des bedeutenden Althistorikers und Nobelpreisträgers Theodor Mommsen (1817–1903) statt.

Theodor Mommsen zählt zu den herausragenden Gelehrten des 19. Jahrhunderts. Seine Arbeiten zur römischen Geschichte gelten noch heute als wegweisend. Im Jahr 1858 wurde er auf eine Forschungsprofessur an die Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin berufen und erhielt 1861 einen Lehrstuhl für römische Altertumskunde an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität (der heutigen Humboldt-Universität zu Berlin), wo er bis 1885 lehrte. Für sein wissenschaftliches Lebenswerk wurde Mommsen 1902 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II.

Das schlichte Familiengrab war über die Jahrzehnte erhalten geblieben, zeigte zuletzt jedoch deutliche Schäden durch Verschiebungen, Fehlstellen und witterungsbedingten Substanzverlust. Auf Initiative von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, wurde die Restaurierung angestoßen.
Dank der finanziellen Unterstützung des Collegiums pro Academia (Förderverein der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften e.V.), des Landesdenkmalamtes Berlin sowie durch private Spenden – darunter auch Mittel aus dem Familienkreis Mommsen – konnten denkmalgerechte Maßnahmen durchgeführt werden.

Restauriert wurden unter anderem Zaun- und Schmuckelemente, Schwellen, Pfosten und das Ziegelmauerwerk. Auch die Bepflanzung wurde behutsam überarbeitet.
Die Arbeiten wurden mit höchstem Respekt vor der Originalsubstanz und unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Standards durchgeführt. Das Ergebnis ist eine würdige und dauerhaft gesicherte Erinnerungsstätte für einen der bedeutendsten Wissenschaftler Berlins und einen zentralen Vertreter der deutschen Gelehrtenkultur des 19. Jahrhunderts.

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