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In Erinnerung an Frau Dr. Katharina Bieler

Im Gedenken an Frau Dr. Katharina Bieler
Bild: simon

Wir trauern um unsere Kollegin und Leiterin des Fachbereichs Kultur, Frau Dr. Katharina Bieler, die im Dezember 2021 nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 50 Jahren verstorben ist.

Frau Bieler trat ihren Dienst im Bezirksamt Neukölln im August 2013 an, nachdem sie vorher den Bereich Museumspädagogik des Willy-Brandt-Hauses in Lübeck geleitet hatte. In ihrer Zeit im Fachbereich Kultur hat sie nach innen wie nach außen viel bewegt und wir möchten an ein paar Höhepunkte erinnern:

In der Galerie im Saalbau realisierte sie 2014 mit Barbara Caveng die Ausstellung „Heimisch“ und 2015 in der Galerie im Körnerpark mit Ashkan Sahihi das Projekt „Die Berlinerin“, das zu einem Publikumsmagneten wurde. Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Körnerpark“ im Jahr 2016 ermöglichte sie ein großes, 100 Tage andauerndes Kulturfestival. 2017 engagierte sie sich für die Einrichtung des Neuköllner Kunstpreises, der zu einem wichtigen Förderinstrument in der Neuköllner Kulturlandschaft geworden ist. Seither werden jedes Jahr aus rund 180 Bewerbungen drei Künstler:innen für den mit insgesamt 6.000 Euro dotierten Preis ausgewählt.

Die Förderung von Künstlerinnen und Künstlern sowie die Unterstützung der Freien Szene im Bezirk waren Frau Bieler immer ein wichtiges Anliegen. Außerdem gelang es ihr, für Neukölln eine Kunstkommission zu etablieren, die regelmäßig tagt und Kunst am Bau Projekte initiiert und begleitet. Sie nahm an zahlreichen Jurys teil und bereicherte sie nicht nur durch ihr Fachwissen, sondern vor allem durch ihre stets wertschätzende Haltung gegenüber den Kulturschaffenden.

Während ihrer Amtszeit hat sich Frau Bieler besonders für die Erweiterung der Einrichtungen des Fachbereichs Kultur eingesetzt: Sie moderierte die Entstehung des „Museums in der Bibliothek“ und setzte sich für den Ausbau des Young Arts Neukölln, der bezirklichen Jugendkunstschule, ein. Gemäß dem Motto „Kurze Wege für kurze Beine“ konnten zusätzlich zu dem Standort Young Arts Donaustraße die Standorte Young Arts Körnerpark und Young Arts Gropiusstadt im Gemeinschaftshaus und 2021 das Young Arts Taut Pavillon am Dammweg in der Weißen Siedlung etabliert und mit Sach- und Personalmitteln ausgestattet werden. Darüber hinaus hat Frau Bieler für das Young Arts Körnerpark ein groß angelegtes Bauprojekt ins Leben gerufen und Fördermittel dafür akquiriert: den Umbau der historischen Toilette im Körnerpark zu einer weiteren Kreativwerkstatt, die 2024 eröffnet werden wird.

Frau Dr. Bieler hat neuen Projekten und Initiativen anderer gerne und begeistert den Rücken gestärkt, seien es Projekte der Freien Szene oder Projekte innerhalb des Fachbereichs, wie zuletzt der Einrichtung einer dritten kommunalen Galerie, der Kunstbrücke am Wildenbruch.

Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit hat Frau Bieler im Fachbereich Kultur wichtige neue Strukturen für interne Abläufe und die Öffentlichkeitsarbeit geschaffen, die unseren Arbeitsalltag auch in Zukunft prägen werden. Durch ihre Zugewandtheit, ihr diplomatisches Geschick und ihren analytischen Verstand, aber auch durch ihre großartige Streitbarkeit war sie nicht nur bei uns, sondern auch in den anderen Abteilungen des Bezirksamtes und in der Neuköllner Kulturlandschaft eine sehr geschätzte Kollegin.

Wir sind froh, dass wir Frau Bieler bei uns hatten; wir vermissen sie und werden sie in Gedanken bei uns behalten und die von ihr begonnenen Projekte fortsetzen.

Dorothee Bienert und das Team des Fachbereichs Kultur Neukölln

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Kulturstadträtin Karin Korte:

Mit Katharina Bieler verliert der Fachbereich Kultur und die Neuköllner Kunst- und Kulturszene eine geschätzte Persönlichkeit, die bleibende Spuren in unserem Bezirk hinterlässt. Sie verstand Kultur als ganzheitliche Aufgabe und setzte starke Akzente in der ämterübergreifenden Zusammenarbeit und der Förderung von Netzwerken. Ihr war es wichtig, Synergieeffekte zu nutzen und Menschen und ihre Ideen zusammen zu bringen. So schärfte sie das Bewusstsein für den Umgang mit Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Stadtraum.
Ich trauere um eine viel zu früh von uns gegangene und hochgeschätzte Kollegin. Ich werde sie vermissen.