Vorschau

Helena Hernández – Crossing the Line

24. März – 27. Mai 2018
Vernissage: Freitag, 23. März 2018, 18 Uhr

In ihren Zeichnungen befasst sich die Künstlerin Helena Hernández mit der Beobachtung winziger uns umgebender Lebewesen und verknüpft diese mit der Darstellung scheinbar nebensächlicher, alltäglicher Situationen aus dem urbanen Raum. Durch eine nahezu mikroskopische Annäherung an die Welt des Kleinteiligen, Unsichtbaren und Unbemerkten wird ein Mikrokosmos mit einer Fülle an Geschichten in der Vordergrund gerückt, die mittels eines humorvollen, comichaften Zeichenstils existentielle Themen wie Überleben, Überwindung und Migration ansprechen. Das metaphorische Ziehen und Überschreiten einer Linie ist das Leitmotiv des Ausstellungsprojekts „Crossing the line“. Als zeichnerisches Element gibt die Linie eine Richtung vor, umreißt Körper und grenzt Räume voneinander ab, im übertragenen Sinn markiert die Linie eine Grenze, deren Überschreitung einer Normverletzung gleichkommt. Für die Ausstellung entstehen großformatige Zeichnungen, die befestigt an Decke, Wänden und Boden die Raumachsen der Ausstellungsräume durchqueren und panoramaähnliche Einblicke in ein Geschehen geben, das von vielen Akteuren bestimmt wird.

Robert Stokowy – structures

2. Juni – 5. August 2018
Vernissage: Freitag, 1. Juni 2018, 18 Uhr

Der Klangkünstler Robert Stokowy wird für seine Ausstellung „structures“ in der Galerie im Saalbau eine radikal ortsspezifische, mehrkanalige Klanginstallation erschaffen. Im Vorfeld führt er im gesamten Berliner Stadtgebiet Hörstudien der Klangwelten an linear festgelegten topographischen Punkten durch. Die Klangumgebungen der einzelnen Hörpfade werden aufgenommen und anschließend so abstrahiert, dass sie nicht dem naturalistischen, sondern dem subjektiven Eindruck des Künstlers entsprechen. Die Klangpfade fließen formgebend in die Ausstellung ein, die Aufnahmeorte werden kompositorisch miteinander verknüpft und bieten in einer Gesamtkomposition ein subjekt-künstlerisches Stadtklangbild, das durchschritten werden kann. Die Besucher*innen sollen angeregt werden, durch diese künstlerische Intervention selbst kreativ und aufmerksam mit ihrer eigenen Klangumwelt in Kontakt zu kommen und diese bewusst wahrzunehmen.

Claudia von Funcke – Die gefaltete Stadt

11. August – 7. Oktober 2018
Vernissage: Freitag, 10. August 2018, 18 Uhr

Die Großstädte wachsen immer schneller und werden sich aus Platzmangel vertikal ausdehnen – so wie Erdkrustenverschiebungen in Urzeiten Gesteine zu Faltengebirgen aufgetürmt haben. Seoul (10 Mio), das bisher bis zu sieben Ebenen in die Tiefe gebaut hat, änderte daher seine Bauvorschriften. Es dürfen nun auch im historischen Zentrum Wolkenkratzer entstehen. In Kairo (20 Mio) dagegen werden sowohl neue Trabantenstädte in der Wüste entworfen als auch illegal zwischen, über und unter existierenden Bauten mehr oder weniger temporäre „Wohneinheiten“ hineingeschoben. Claudia von Funke imaginiert in ihrer Ausstellung eine fiktive Stadtentwicklung mit diversen „Raumfaltungen“ und reflektiert damit in Bezug stehende theoretische Ansätze. Gefaltete Papierarbeiten formulieren abstrakte Ideen zur Faltung der Fläche. Wellblechobjekte und Viedeoinstallationen zeigen Brechungen des Raumes und die Vielfältigkeit, Bewegung und Koexistenz in der Stadt.

Ina Wudtke – Pirate Jenny

11. Oktober – 25. November 2018
Vernissage: Freitag, 10. Oktober 2018, 18 Uhr

Ina Wudtke nimmt den 100. Jahrestag der deutschen Novemberrevolution zum Anlass, um in ihrer Ausstellung künstlerische Methoden der Arbeiterkultur in den Vordergrund zu rücken. Ihr besonderes Augenmerk richtet sie dabei auf Arbeiterschriftstellerinnen. Am Ausgangspunkt ihrer Auseinandersetzung steht das gemeinsame Wirken von Bertolt Brecht und Margarete Steffin. Nach ihrer Begegnung in einer Theaterklasse der Marxistischen Arbeiterschule Neukölln folgte eine enge Zusammenarbeit – Steffin übersetzte Brechts Texte ins „Arbeiterdeutsch“. Ina Wudtke greift darüber hinaus Arbeiten weiterer Arbeiterschriftstellerinnen auf und setzt sie performativ in Beziehung zum aktuellen Stadtwandel und den Aufwertungstendenzen in Neukölln.