Vorschau

City Movement – Von Menschen und Räumen

Bani Abidi, Larissa Fassler, Bruno di Lecce, Anahita Razmi, Mandla Reuter, Hélène Rigny

Wie findet die Bewegung von Körpern im Stadtraum statt? Die Raumerfahrung kann ein performativer Akt sein: Körperliche Präsenz, Aktion, Ereignishaftigkeit. Die Flüchtigkeit und das Momenthafte ergeben einen Prozess des sich Ereignens und Handelns. Der Bewegungserfahrung mag eine Selbst- oder Fremdinszenierung zugrunde liegen, in jedem Fall wird durch das performative Moment die ästhetische Dimension sozialer Arrangements sichtbar. Welche Normen und Regeln in der alltäglichen Praxis nehmen Einfluss auf die Bewegungsmuster von Menschen im städtischen Raum? Die physische Bewegung bringt die eigene Identität und die des jeweiligen Raumes zum Ausdruck. Die Funktion der Räume gibt vor, wie der Bewegende sich dazu verhält oder verhalten muss. Die Frage nach menschlichen Bewegungsmustern im Stadtraum wirft auch Fragen nach Freiheit und Kontrolle im öffentlichen Raum auf: Bedeutet Bewegung Freiheit? Gibt es eine (un)willkürliche Choreographie, eine Eingrenzung des urbanen Bewegungsraumes durch Repression, bauliche Hindernisse, politische, soziale und ökonomische Prozesse? Worin zeigt sich ein freier Zugang sowie der Ein- und Ausschluss bestimmter Repräsentationssysteme?
Der ästhetische Ausdruck von Bewegung und deren Lenkung als sozialem Prozess und der Wahrnehmung von Raum und Inhalt spiegelt ambivalente Lebensrealitäten: Diese zeigen sich in der Ausstellung in vielgestaltigen künstlerischen Formen.
Kuratiert von Isabelle Stamm

30. März – 19. Mai 2019