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Text "Neuköllner Kunstpreis" arrangiert auf grünem Grund
Bild: FB Kultur

Neuköllner Kunstpreis 2019

Für den Neuköllner Kunstpreis 2019 waren nominiert:

Stefanie Bühler, Ingo Gerken, Johanna Jaeger, Petra Lottje, Océane Moussé, Natasza Niedziółka, Aurélie Pertusot, Lisa Premke

Ihre Arbeiten werden mit einer von Cathérine Kuebel betreuten Gruppenausstellung in der Galerie im Saalbau gewürdigt (bis 24. März 2019).

Folgende Preise wurden am 1. Februar 2019 vergeben:

1. Preis – 3.000 Euro: Lisa Premke
2. Preis – 2.000 Euro: Ingo Gerken
3. Preis – 1.000 Euro: Petra Lottje

Die Jury begründet ihre Auswahl wie folgt:

Lisa Premkes Arbeit „Von Mustern, die sich erzählen“, ist Klangkörper, farbenprächtiges Tafelbild und kinetisches Objekt zugleich. Die der Arbeit zu Grunde liegende Technik liegt zwischen einem groben Rahmen aus Holz, der einem Webstuhl gleicht und dem in Peru gewebten Bildgrund. Über die Fläche laufen bunte Fäden, fast unbemerkt bewegen sie Knoten zu den Rändern, wo sie verschwinden. Dabei entsteht ein angenehmes Surren. Die Künstlerin setzt die Wollfäden einer starken Spannung und Reibung aus und lässt den damit verbundenen Auflösungsprozess bewusst zu. Lisa Premke schafft so eine dichte, poetische und höchst innovative Arbeit.

Ingo Gerkens Werk „Weltzeituhr“ überzeugt durch die geschickte Umwandlung eines alltäglichen Gegenstandes in ein irritierendes Objekt. Die eigentlich einfachen Bestandteile – Cuttermesserklingen – sind zu mehrgelenkigen Zeigerpendeln arrangiert. Sie bewegen sich nach einem Zufallsprinzip und führen so das Ordnungssystem Zeit ad absurdum. Der Künstler thematisiert die Relativität von Zeit sowie die Bedrohung, die von zeitlichen Ordnungssystemen ausgeht und macht einen Vorschlag, wie man sich dem entziehen könnte. Die Weltzeituhr spiegelt Kontrollverlust und Zufälligkeit, Ohnmacht und Handlungsbedarf wider.

Lassen sich menschliche Beziehungen wissenschaftlich darstellen? Petra Lottje nutzt in „Verweilzeitphänomene“ die Linie, um das Zufällige, das Wandelbare und die Entwicklung aufzuzeichnen. Ausgehend von definierten Koordinaten findet sie zu einer Linie, die zwischen freier Form, Figuration und Zeitlichkeit changiert. Der Versuch, eine wissenschaftliche Methode aufzunehmen, mündet in einer expressiven Gestalt, die der Betrachter emotional und zugleich körperlich nachempfindet.

Die STADT UND LAND Wohnungsbauten-Gesellschaft mbH wird als Zusatzpreis einen Ankauf tätigen: Ein Werk der Künstlerin Petra Lottje.

Der neu berufenen Fachjury gehörten an: Ingo Arend (Autor, Kritiker), Matthias Beckmann (Künstler), Dorothee Bienert (Galerieleitung, Fach-bereich Kultur), Anne Keilholz (STADT UND LAND Wohnbauten Gesell-schaft mbH), Anne Schwarz (Galeristin), Thorsten Schlenger (Kultur-netzwerk Neukölln e.V.) und Franca Wohlt (Künstlerin und 3. Preisträgerin des Neuköllner Kunstpreises 2017)

Der Neuköllner Kunstpreis ist eine Kooperation des Fachbereichs Kultur mit dem Kulturnetzwerk Neukölln e. V. Ideell und finanziell wird dieses Veranstaltungsformat durch die STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH unterstützt.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Fonds für Ausstellungsvergütungen Bildender Künstlerinnen und Künstler

2. Februar – 24. März 2019
24. März 2019, 18 Uhr: Finissage mit Rundgang durch die Ausstellung