Energie- und Wasserbetriebe für fünfte Welle gerüstet

Energie- und Wasserbetriebe für fünfte Welle gerüstet

Strom- und Wasserversorger in Brandenburg sind nach eigenen Angaben mit Notfallplänen auf die drohende fünfte Welle durch die Omikron-Variante vorbereitet. Zudem setzen sie auf hauseigene Hygienekonzepte, um das Coronavirus aus den Unternehmen zu halten, wie eine dpa-Umfrage ergab. Beim Energieunternehmen Leag etwa sind bereits zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 Notfallpläne erarbeitet worden, um den Betrieb der Anlagen aufrecht erhalten zu können. Darin enthalten seien neben dem mobilen Arbeiten auch feste Schichteinteilungen, um durch weniger Kontakte das Ansteckungsrisiko zu minimieren, wie Sprecherin Kathi Gerstner berichtete. Für den Notfall gebe es für das Personal in den Kraftwerken auch Übernachtungsmöglichkeiten für längere Zeiträume.

Der Expertenrat der Bundesregierung hatte am Sonntag vor einer Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt, da wegen der Omikron-Variante die Corona-Infektionszahlen stark ansteigen könnten. Die Fachleute erklärten auch, es gebe «hohe Risiken» für die sogenannte kritische Infrastruktur, also unter anderem für Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst oder Strom- und Wasserversorgung.
Die Stromproduktion der von der Leag betriebenen Kraftwerke reicht rein rechnerisch aus, um rund 12 Millionen Haushalte zu versorgen. Zudem werden nach Angaben des Unternehmens rund drei Milliarden Kilowattstunden Fernwärme im Jahr bereitgestellt. Eine Gefährdung der Energieversorgung sei aus Sicht des Unternehmens nicht zu befürchten, sagte Gerstner. «Die Förderung und Verstromung der Braunkohle läuft unter den bewährten Schutzkonzepten auf geplantem Niveau.»
Bei der Stadtwerke Potsdam GmbH werden nach Auskunft des Verbundes seit Pandemie-Beginn Notfallplanungen ständig angepasst, die Eskalationsstufen beinhalten. Mit Beginn der vierten Welle wurden diese hochgefahren und seien jetzt noch einmal verstärkt worden, berichtete Sprecher Stefan Klotz. Bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie unter dem Personal setzt der Versorger auf Prävention durch Impfung und Kontaktvermeidung. In den Betrieben gilt die 3G-Regel. In verschiedenen Sparten wie etwa Energie, Wasser, Netze und Entsorgung arbeiten insgesamt etwa 1710 Menschen.
Für Beschäftigte bei den Stadtwerken Cottbus, die direkt für die Aufrechterhaltung der Versorgung verantwortlich sind, gelten nach Auskunft von Sprecherin Heike Schumann besondere Vorsorgemaßnahmen. Schichtsysteme seien so umgestellt, dass der Kontakt zwischen Mitarbeitenden minimiert ist und ausreichend Personal in Reserve zur Verfügung steht, sollte es Ausfälle geben. «Der Stadtwerke-Konzern ist handlungsfähig und die Versorgung der Stadt ist sichergestellt».
Die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, die eines der größten örtlichen Gasverteilnetze in Berlin und Brandenburg sowie in Teilen Sachsens und Sachsen-Anhalts betreibt, hat Vorsichtsmaßnahmen für kritische Bereiche weiter verschärft. Dazu gehören etwa die Meldestelle und der Entstörungsdienst. In diesen sensiblen Einrichtungen sei der Zutritt für Betriebsfremde nun verboten, wie Sprecher Andreas Wendt erklärte. Außerdem seien die Beschäftigten angehalten, ihre Kontakte am Arbeitsplatz und auch privat auf das Notwendigste zu reduzieren. Mitarbeiter könnten auf dem Weg zur Arbeit und zurück Taxis, Leihwagen oder separate Parkmöglichkeiten am Arbeitsplatz nutzen.
Die NBB übernimmt auch den Gastransport für alle Händler, darunter Gasag, SpreeGAS in der Lausitz oder die EMB in Westbrandenburg. «Unsere Pläne beinhalten auch extreme Szenarien, in denen das in kritischen Bereichen eingesetzte Personal über einen längeren Zeitraum vor Ort verbleiben muss», erklärte Wendt. Duschen, Betten und Verpflegung würden dazu vorgehalten.
Aktuell werde den Mitarbeitenden - auch Geimpften - empfohlen, sich vor Arbeitsbeginn testen zu lassen. Die NBB stellt Wendt zufolge Selbsttests bereit. Bei etwa 100 Mitarbeitenden sei der Impfschutz betriebsintern aufgefrischt worden - vor allem bei Beschäftigten, die im sogenannten operativen Bereich für die sichere Energieversorgung gebraucht werden und für die Homeoffice deshalb nicht in Frage kommt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 24. Dezember 2021 10:16 Uhr

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