Polizei rollt Fall eines getöteten Babys neu auf

Polizei rollt Fall eines getöteten Babys neu auf

Zehn Jahre nach dem Fund eines getöteten Neugeborenen in Potsdam rollt die Polizei den Fall neu auf. Mit Hilfe weiterentwickelter kriminaltechnischer Untersuchungsmethoden, neuer rechtlicher Befugnisse und eines neuerlichen Zeugenaufrufes hoffen die Ermittler, das Verbrechen doch noch aufzuklären, wie die Polizeidirektion West am Mittwoch mitteilte.

Polizistin

© dpa

Eine Polizistin steht vor einem Streifenwagen.

Das tote Mädchen war am 23. Dezember 2011, also einen Tag vor Heiligabend, gegen 09.35 Uhr im Stadtteil Potsdam-West gefunden worden. Die Leiche lag eingewickelt in einem Handtuch zwischen einem Garagenkomplex an der Kantstraße und einem angrenzenden Bahndamm.
Die Untersuchungen ergaben, dass das Baby gewaltsam zu Tode kam. Umfangreiche Ermittlungen und ein Massen-Gentest bei mehr als 1000 Frauen und Männern führten indes bislang nicht zu den Eltern des Kindes und der Aufklärung der Tat.
Die Polizei bittet daher nun erneut diejenigen, die Hinweise zum Geschehen oder zur Mutter des Kindes geben können, sich zu melden. Der Appell richte sich ausdrücklich auch an die leibliche Mutter, um die Todesumstände des Mädchens zu klären, hieß es.
«Gesucht wird eine Frau, die seit zehn Jahren das Erlebte mit sich trägt und sich bisher nicht bei der Polizei gemeldet hat. Womöglich befand sie sich damals in einer schwierigen Lebenssituation, aus der sie keinen anderen Ausweg sah.»
Die Polizei veröffentlichte zudem erneut Fotos des fraglichen Handtuchs. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Straftat führen, gibt es 10.000 Euro Belohnung.
«Das Mädchen wäre jetzt zehn Jahre alt», erklärten die Beamten. Die Botschaft des neuen Anlaufs bei den Ermittlungen sei: «Die Polizei gibt die Suche nach der Mutter des Kindes nicht auf - egal wie viel Zeit vergeht.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 22. Dezember 2021 18:52 Uhr

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